Löw: «Bravouröser Kampf»

Auf den Tag genau 60 Jahre nach dem «Wunder von Bern» ist Deutschland an der WM in Brasilien der Halbfinal-Einzug geglückt. Der 1:0-Erfolg gegen ein nie aufsteckendes Frankreich war das Produkt einer geschlossenen Mannschaftsleistung - und grossen Kampfs.

Es war erneut Schwerstarbeit bis zuletzt. Wie schon im Achtelfinal gegen Algerien. Die deutsche Nationalelf bestand aber auch diese Prüfung - obwohl sie nicht überragend agierte. Doch der Einsatz und der Wille waren gross. Und der Torhüter einmal mehr formidabel.

Das starke Kollektiv

«Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute alles gegeben. Jeder hat für den anderen gekämpft», hob Jerome Boateng, der gegen Frankreich zusammen mit Siegtorschütze Mats Hummels die Innenverteidigung bildete, die solidarische Mannschaftsleistung hervor.

Auch Bundestrainer Joachim Löw lobte das Kollektiv und attestierte seinem Team einen «bravourösen Kampf». Man habe an die Grenze gehen müssen, Frankreich sei der erwartet starke Gegner gewesen. «Die Spieler sind nun auch richtig platt und todmüde.»

Verlass auf den Schlussmann

Einmal mehr konnte sich Deutschland in brenzligen Situationen auf seinen Schlussmann verlassen. Denn Frankreich besass Chancen, vor allem Karim Benzema, doch immer wieder war Manuel Neuer zur Stelle - letztmals in der 94. Minute. «Er ist einfach der beste Torhüter der Welt», adelte Boateng seinen Keeper.

Neuer gab die Blumen an seine Vorderleute weiter: «Die Abwehr hat es gut gemacht, stand sehr kompakt. Ein grosser Dank ans ganze Team. Die Leistung war eines Halbfinalisten würdig.»

Frankreich trauert den Chancen nach

Die Verlierer aus Frankreich haderten vor allem mit der Effizienz im Abschluss. «Wir haben das getan, was wir mussten. Wir hatten unsere Chancen, aber sie haben mehr Erfahrung und den Vorsprung gut verteidigt», analysierte Trainer Didier Deschamps, der erstmals an einer WM das Feld als Verlierer verlassen musste.

Mathieu Valbuena, in der 34. Minute mit einer grossen Chance an Neuer gescheitert, sprach von einer grossen Enttäuschung: «Es ist schade. Wir haben hier wunderbare Auftritte gezeigt. Heute hat die Kaltblütigkeit gefehlt.» Von einem «guten Match» sprach Torhüter Hugo Lloris. Trotz der Niedergeschlagenheit blickte er bereits voraus: «Es wird Zeit benötigen, dies zu verdauen. Aber wir müssen aufstehen, um für die EURO wieder bereit zu sein». Sie findet 2016 in Frankreich statt.

Sendebezug: SRF zwei, FIFA WM 2014 live, 4. Juli 2014, 17:30 Uhr

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Deutschland - Frankreich, Live-Highlights

4:46 min, aus FIFA WM 2014 live vom 4.7.2014