Benaglio: «Müssen als Team nun noch enger zusammenrücken»

Nati-Keeper Diego Benaglio spricht im Interview über die Niederlage gegen Frankreich, übers Verarbeiten dieser Enttäuschung und über die Bereiche, in denen sich die Mannschaft bis zur Partie gegen Honduras gefunden haben muss.

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Gespräch mit Diego Benaglio

12 min, aus FIFA WM 2014 live vom 21.6.2014

Diego Benaglio, wie geht es Ihnen nach der 2:5-Niederlage gegen Frankreich?

Benaglio: Natürlich ist immer noch eine gewisse Enttäuschung da. Es ist aber unheimlich wichtig, dass wir den Blick schnell wieder nach vorne richten. Die Niederlage ist hart, sie tat weh und sorgte für eine grosse Enttäuschung in der Mannschaft. Nun geht es aber darum, die Zeit bis zum Honduras-Spiel optimal zu nutzen und alles dafür zu unternehmen, diese Aufgabe so gut wie möglich zu lösen.

Für einige Kritiker waren Sie an den beiden ersten Gegentoren mitschuldig. Wie haben Sie diese Situationen erlebt?

Das zweite Tor geht klar auf meine Kappe. Beim ersten Gegentreffer weiss ich nicht, ob man von einem Goalie-Fehler sprechen muss. Ich komme zwar noch an den Ball, aber zu wenig, um ihn über die Latte zu lenken. Insgesamt ist es uns allen gegen Frankreich nicht gelungen, die bestmögliche Leistung auf den Platz zu bringen.

Diego Benaglio

Bildlegende: Nicht zufrieden Diego Benaglio fordert mehr Zusammenhalt. EQ Images

Wie verarbeitet man eine Enttäuschung wie dieses Frankreich-Spiel am besten?

Indem man sich bewusst ist, dass man immer noch eine riesengrosse Chance hat, um in die Achtelfinals einzuziehen. Und man muss sich bewusst sein, dass man gerade nach einer solchen Niederlage als Mannschaft noch enger zusammenrücken sollte. Sich noch bewusster werden, dass die Schweizer Nati immer dann am erfolgreichsten war, wenn sie wirklich als Mannschaft aufgetreten ist. In der Quali hatten wir auch einige schwierige Momente und haben die Wende immer geschafft. Deshalb bin ich auch diesmal guter Dinge.

Sie sprechen das 4:4 gegen Island an und die geglückte Reaktion im nächsten Spiel in Norwegen. Was kann man davon mitnehmen?

Das Wissen, dass wir es in einem ebenfalls nicht einfachen Moment schon einmal geschafft haben, die richtige Reaktion zu zeigen. Dieses Können steckt in dieser Mannschaft. Es ist aber unheimlich wichtig, dass jeder Spieler weiss, dass wir dies nur gemeinsam schaffen können. Die Erfahrung gibt mir aber ein gutes Gefühl.

Bereits vor 4 Jahren war das letzte Gruppenspiel gegen Honduras entscheidend. Kommt nun die Erinnerung hoch?

Nein. Es war schon im Vorfeld der WM klar, dass es auf das erste und letzte Gruppenspiel ankommen wird. An dieser Situation hat sich nichts geändert, wenn man einmal vom negativen Torverhältnis absieht. Aber klar, es wäre sehr schön gewesen, wenn wir gegen Frankreich ein positives Resultat erreicht hätten.

In Manaus werden die klimatischen Bedingungen speziell sein. Was erwarten Sie persönlich?

Wie man gesehen und gehört hat, ist das Klima dort wirklich speziell. Unser Staff hat aber alles unternommen, um uns ideal darauf vorzubereiten. Wie man persönlich aufs Klima reagieren wird, kann man erst vor Ort abschätzen. Die äusseren Umstände müssen aber ohnehin so gut wie möglich ausgeblendet werden.