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Schweizer Nationalmannschaft Nati: Bei Prüfung durchgefallen

Die deutliche Niederlage der Schweiz gegen Frankreich zeigt der Nati ihre Grenzen auf. Immerhin kann sich das Team von Ottmar Hitzfeld aber noch aus eigener Kraft für die Achtelfinals qualifizieren.

Xherdan Shaqiri
Legende: Eine Bruchlandung Xherdan Shaqiri und mit ihm das ganze Schweizer Team erlebte einen schmerzhaften Abend. Reuters

Zum ersten Mal seit der Qualifikation für die EM 2012 und den beiden Spielen gegen England traf die Schweiz in einem Pflichtspiel wieder auf einen Gegner von Weltformat. Es wäre die ideale Gelegenheit für das Team von Ottmar Hitzfeld gewesen, seine grossen Ambitionen an der WM in Brasilien zu untermauern. Nach dem 2:5 gegen Frankreich aber bleibt einzig die Erkenntnis, dass die Nati bei dieser Prüfung in hohem Bogen durchgefallen ist.

Ein rabenschwarzer Abend

«Das war ein rabenschwarzer Abend für uns», bilanzierte Hitzfeld. Die Mannschaft habe ihr Potenzial nie abrufen können. «Wir werden das Spiel gut analysieren müssen», sagte der Lörracher weiter, «und dann den Blick wieder nach vorne richten.» Denn: Die Chance der Schweiz auf die Qualifikation für die Achtelfinals sei nach wie vor gross.

Die Analyse wird Hitzfeld viel Arbeit bereiten. Kein einziger Schweizer Spieler kam gegen Frankreich auf ein gutes Niveau. Schwächster Mannschaftsteil nach dem frühen Out von Abwehrchef Steve von Bergen war die Innenverteidigung. Johan Djourou und Philippe Senderos agierten gegen die flinken französischen Stürmer kopflos und wirkten heillos überfordert.

Natürlich nannte Hitzfeld diese Schwachstelle nicht explizit. «Frankreich hat die Räume nach der frühen Führung sehr gut ausgenutzt», lautete die Einschätzung des Nationaltrainers. Die Schweiz habe die Abwehr entblössen müssen, Frankreich konnte auf Konter lauern. «Und Frankreich hat diese Konterangriffe wirklich fantastisch ausgeführt und abgeschlossen», lobte Hitzfeld den Gegner.

Trotzreaktion gefordert

Obwohl Hitzfeld die Enttäuschung deutlich anzusehen war, blieb er in der Medienkonferenz nach dem Spiel nüchtern. Nur eine Aussage zeigte auf, wie sehr der Trainer von seinem Team enttäuscht wurde. «Im nächsten Spiel», sagte der 65-Jährige ganz zum Schluss, «erwarte ich eine deutliche Trotzreaktion.» Den Beweis, mit den Grossen im Weltfussball mithalten zu können, ist die Schweiz nämlich schuldig geblieben.

Deshalb bleibt Hitzfeld nach diesem Abend zum Vergessen nur ein Trost: Die Schweiz kann sich noch immer aus eigener Kraft für die Achtelfinals qualifizieren. Gegen Honduras am Mittwoch in Manaus müsste die Schweiz 6:0 gewinnen. Ansonsten ist man auf die Schützenhilfe der Franzosen gegen Ecuador angewiesen. Ein Déjà-vu erlebt die Nati mit Sicherheit: Wie vor 4 Jahren führt der Weg in die K.o.-Runde über Honduras.

Legende: Video Spielbericht Schweiz - Frankreich abspielen. Laufzeit 5:58 Minuten.
Aus FIFA WM 2014 live vom 21.06.2014.

80 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Schaub, Bern
    Nicht nur die Spieler, der Trainer und die Funktionäre sind masslos enttäuscht, sondern auch die Fans sind es. Und auch ich - und dazu bin ich über die diskusionslose Leistung der Nati stocksauer.
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    1. Antwort von Dano Heuscher, Flawil
      Am liebsten würde ich zu einem wie dir ins Büro kommen und deine Arbeit beurteilen und dann in die Wunde vom letzten Rüffel noch Salz kippen. Bin sicher, dass unsere Jungs einen weit besseren Job machen als wir das - als eine Nation von knapp 8 Mio. - erwarten dürfen. Danke für das bisher Gezeigte und wir (die meisten von uns) sind stolz auf euch!
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  • Kommentar von R. Schmid, St. Margrethen
    Ich bin trotzdem stolz auf die Nati! Die Verteidigung war einfach schwach, aber nur so kann man aus Fehler lernen. Man kann nicht immer gewinnen, dass sah ja man bei Spanien. Hi Leute, wir sind an der WM, und das ist auch schon was.
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  • Kommentar von Patrick Zengaffinen, Däniken
    Sorry, aber diese Nati hat keinen Stolz und Patriotismus für das Land das sie spielt! Wenn man die Mannschaft bei der Nationalhymne beobachtet nimmt es einem als Zuschauer jegliche Lust am Spiel. Bei anderen Ländern wird aus voller Leidenschaft mitgesungen, während unsere Spieler nicht einmal mit dem Mund zucken. Schade, dass man nicht 100 % hinter der Nation stehen kann, für die man eine WM bestreitet. In diesem Sinne "Hopp Schwiiz" lernt die Hymne auswendig, und singt uns am Mittwoch zum Sieg.
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    1. Antwort von B. Küng, Biel
      Jetzt hört doch auf mit diesem Nationalhymne-Theater! Die Schweizer haben nicht wegen dem Nichtsingen der Nationalhymne und auch nicht wegen der Frisuren verloren, sondern weil Frankreich die stärkere und bessere Mannschaft hat. Findet euch endlich damit ab!
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