Nati: Mit Beharrlichkeit und gutem Händchen

Ohne Glanz, aber mit viel Geduld und Wille hat die Schweiz gegen Ecuador den ersten Sieg an der WM in Brasilien errungen. Dieses Erlebnis könnte die Initialzündung sein für weitere Grosstaten, hofft Trainer Ottmar Hitzfeld.

Valon Behrami (links) und Gökhan Inler. Am Boden: Carlos Gruezo.

Bildlegende: Behrami, der Kämpfer Der Tessiner wird hier von Gruezo gefoult, läuft weiter und leitet den 2:1-Siegtreffer ein. Keystone

Die Nervosität, mit der die Schweiz in die Partie gegen Ecuador und damit in die WM startete, war bis unters Stadiondach spürbar. Fast schien es, als würden die klaren Ziele und grossen Träume das Team lähmen. Der Rückstand nach einem stehenden Ball war die logische Folge und half nicht eben mit, die Gemüter zu beruhigen.

Bemerkenswert deshalb ist, wie die Schweiz mit Beharrlichkeit weiter an einen Erfolg glaubte. «Ich riet der Mannschaft in der Halbzeitpause, dass sie ruhig bleiben soll», erklärte Trainer Ottmar Hitzfeld nach dem Spiel. «Wir haben immer das Potenzial, 1-2 Tore zu schiessen.» Den grössten Anteil am Erfolg hatte schliesslich der Coach selber, wechselte er doch beide Torschützen ein.

In der Breite stärker geworden

«Ich mache mir im Vorfeld immer viele Gedanken, wie man auf eine bestimmte Spielsituation reagieren kann», meinte Hitzfeld zu seinem goldenen Händchen. Admir Mehmedi habe eine sehr gute Vorbereitung gespielt und sich für einen längeren Einsatz aufgedrängt. «Und Haris Seferovic ist der typische Strafraumspieler, der aus dem Nichts ein Tor schiessen kann.»

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Seferovics 2:1, vorbereitet von Behrami und Rodriguez

0:49 min, aus FIFA WM 2014 live vom 15.6.2014

Dass die Schweiz auf der Bank sehr gute Alternativen hat, spricht für die Nati und ist ein Unterschied zu den letzten grossen Turnieren, in denen die Schweiz in der Breite noch nicht so gut aufgestellt war. Gleichwohl war Hitzfeld wichtig, die negativen Punkte nicht auszublenden. Denn: «Insgesamt haben wir nicht besonders gut gespielt, das war ein Sieg des Willens.»

«Insgesamt keine gute Leistung»

Hitzfeld ortet bei der Mannschaft viel Luft nach oben und erwartet im nächsten Spiel eine klare Steigerung. «Ich bin überzeugt davon, dass uns dieser Sieg viel Kraft und Selbstvertrauen verleiht», sagt Hitzfeld. In der Tat könnte dieser knappe, glückliche, aber ehrlich erkämpfte Sieg die Initialzündung für die Nati sein, um ein wirklich gutes Turnier zu spielen.

Die Ausgangslage der Schweiz für den Einzug in die Achtelfinals hat sich mit dem Last-Minute-Sieg auf einen Schlag gewaltig verbessert. Vielleicht hilft dieser erste Erfolg dem Hitzfeld-Team im 2. WM-Spiel am Freitag in Salvador gegen Frankreich, mit grösserer Ruhe und Sicherheit in die Partie zu starten.

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Schweiz-Ecuador: Die Highlights

4:55 min, aus FIFA WM 2014 live vom 15.6.2014