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Mit WM-Zweikampf-König Sané Afrikas letzte Hoffnung: Senegal

Salif Sané winkt ins Publikum.
Legende: Salif Sané Nicht mehr zwei, sondern nur noch eine Chance hat Afrika an diesem Turnier. Keystone
  • Einzig der Senegal kann noch verhindern, dass an einer Endrunde mit 32 Teams die K.o.-Phase erstmals ohne Afrikaner über die Bühne geht.
  • Mit einem Punkt beim Gruppe-H-Abschluss gegen Kolumbien stehen die Westafrikaner im Achtelfinal. Auch Japan mischt im Dreikampf noch mit.
  • Salif Sané ist der Leuchtturm in der Abwehr des Teams von Trainer Aliou Cissé – nicht nur wegen seiner 1,96 m Körpergrösse.

Die Afrikaner an der WM seit 1998

Endrunde
Out Vorrunde
K.o.-Phase
1998 in Frankreich
Kamerun, Marokko, Nigeria, Südafrika, Tunesien
Nigeria (Achtelfinal)
2002 in Südkorea/Japan
Kamerun, Nigeria, Südafrika, Tunesien
Senegal (Viertelfinal)
2006 in Deutschland
Angola, Elfenbeinküste, Togo, Tunesien
Ghana (Achtelfinal)
2010 in Südafrika
Algerien, Elfenbeinküste, Kamerun, Nigeria, Südafrika
Ghana (Viertelfinal)
2014 in Brasilien
Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun
Algerien (Achtelfinal)
Nigeria (Achtelfinal)
2018 in Russland
Ägypten, Marokko, Nigeria, Tunesien
Senegal?

Die Depression droht ausgerechnet nach der Hochkonjunktur. Denn vor 4 Jahren hatte der afrikanische Kontinent bei der WM-Endrunde im aktuellen Format erstmals überhaupt 2 Teams in die K.o.-Phase gebracht. Seit 1998 und der Aufstockung auf 32 Mannschaften überstand stets mindestens ein Vertreter Afrikas die Gruppenphase. Letztmals Schluss nach der Vorrunde (damals noch 1. Runde genannt) war für den zweitgrössten Erdteil 1982.

Mittlerweile kann einzig noch der Senegal den Totalausfall verhindern. Bei seiner 2. WM-Teilnahme führt das Weiterkommen für die «Löwen» über Kolumbien. «Wir zählen auf euch und sind bei euch», liess Senegals Staatspräsident Macky Sall ausrichten.

Robust im Duell Mann-gegen-Mann

Die Hoffnungen ruhen also auf den Schultern der Senegalesen – und im Speziellen auf Salif Sané. Der 27-Jährige wird nach dem Turnier seine Bundesliga-Karriere bei Schalke fortsetzen. Seit Wochen ist der 7-Millionen-Euro-Transfer von Hannover nach Gelsenkirchen unter Dach und Fach. Mit zwei überzeugenden WM-Auftritten steigerte Sané seinen Marktwert weiter.

Gegen Polen (2:1) hatte der 1,96-m-Hüne in der Innenverteidigung den gegnerischen Starspieler Robert Lewandowski abgemeldet. «Ob Lewandowski oder wer auch immer, sie machen mir keine Angst», meldete Sané hinterher.

Wir sind eine neue Generation, wir wollen unsere eigene Geschichte schreiben.
Autor: Salif SanéSenegalesischer Abwehrspieler

Gegen Japan (2:2) stellte er sogar einen WM-Bestwert auf, indem er all seine 12 Zweikämpfe gewann. Bei seinem wertvollen Dienst fürs Kollektiv fällt die unglückliche Kopfballverlängerung, die zum 2:2-Ausgleich für die Asiaten führte, nicht entscheidend ins Gewicht.

Mit dem Maximum zu neuen Schlagzeilen

Der 19-fache Internationale wurde im Nationalteam Senegals über 2 Jahre lang nicht mehr berücksichtigt. Nach seiner Rückkehr ist er seit rund einem Jahr unverzichtbarer Stammspieler. «Ich habe ein Niveau erreicht und geniesse das Maximum», sagt er ganz selbstbewusst.

Sein aktuelles Formhoch soll nun den Tiefschlag für ganz Afrika verhindern. Und Sané personifiziert sogar die Träume eines Viertelfinal-Vorstosses, wie es Senegal bei seinem WM-Debüt 2002 gelungen ist. Er glaubt an das Potenzial für einen solchen Coup, will aber von Vergleichen absehen. So hält er fest: «Wir sind eine neue Generation, wir wollen unsere eigene Geschichte schreiben.»

Programm-Hinweis

Verfolgen Sie das Finale in der Gruppe H am Donnerstag wie folgt: Senegal - Kolumbien auf SRF zwei ab 15:30 und Japan - Polen ab 15:50 Uhr.

Sendebezug: Laufende WM-Berichterstattung SRF zwei

2 Kommentare

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