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Unter präsidialer Beobachtung Russlands Motor stottert vor der Heim-WM

Die «Sbornaja» tut sich schwer. Vor der Heim-WM wartet sie seit 7 Spielen auf einen Sieg. Das beunruhigt auch Präsident Wladimir Putin.

Die Russen um Trainer Stanislaw Tschertschessow (in Rot).
Legende: Müssen sich steigern Die Russen um Trainer Stanislaw Tschertschessow (in Rot). Keystone

Die Vorfreude auf die Heim-WM hält sich in Moskau derzeit in Grenzen. Der Grund? Die jüngsten Leistungen der «Sbornaja» lassen die Russen verzweifeln. Trotz der eigentlich machbaren Gruppe mit Uruguay, Ägypten und Saudi-Arabien befürchten die Fans, dass den Gastgeber das gleiche Schicksal ereilen könnte wie Südafrika 2010: Das Aus in der Vorrunde.

Die Russen warten in diesem Jahr noch auf den ersten Sieg. Der letzte Erfolg datiert vom Oktober 2017, als sie Südkorea 4:2 schlugen. Seither gab es in 7 Spielen 5 Niederlagen gegen die WM-Mitfavoriten Argentinien, Brasilien und Spanien sowie gegen Österreich. Neben dem achtbaren 3:3 gegen Spanien im November 2017 enttäuschte das Team bei der Generalprobe mit einem 1:1 gegen die Türkei.

Legende: Video Russland putzt sich heraus für die Ouvertüre abspielen. Laufzeit 1:36 Minuten.
Aus sportaktuell vom 13.06.2018.

Medien schlagen vor der WM Alarm

Das veranlasste auch Wladimir Putin zu einigen kritischen Worten. Der Staatspräsident gestand: «Leider hat unsere ‹Sbornaja› in jüngster Zeit keine grossen Ergebnisse erzielt.»

Die Alarmglocken läuten schon vor dem Eröffnungsspiel vom Donnerstag gegen Aussenseiter Saudi-Arabien. Nach dem blutleeren Auftritt gegen die Türken titelte der in Moskau ansässige Sport Express: «Alles ist schlecht». Die Zeitung bewertete die Partie als «Katastrophe, die in einem Albtraum enden könnte».

Die Zeitung Moskowski Komsomolez witzelte: «Portugal hofft auf Ronaldo, Frankreich auf Pogba und Brasilien auf Neymar. Nur wir hoffen auf ein Wunder.»

Legende: Video Russland: Dank Heimvorteil zum Exploit? abspielen. Laufzeit 6:47 Minuten.
Aus Road to the FIFA 2018 World Cup vom 25.03.2018.

Putin erwartet vom Team um Stanislaw Tschertschessow, dass es «mit Würde spielt, modernen und interessanten Fussball zeigt und bis zum Ende kämpft». Trainer Tschertschessow versprach, dass die Fans «gegen Saudi-Arabien eine andere Mannschaft erleben» werden.

Seit 16 Jahren kein WM-Sieg

Doch Tatsache ist, dass Russland schon an den letzten Weltmeisterschaften enttäuschte. Seit 16 Jahren wartet die stolze «Sbornaja» auf einen Sieg. Am 5. Juni 2002 schlug Russland Tunesien 2:0. Seitdem holte man in 5 WM-Spielen nur noch 2 Punkte (2006 und 2010 war Russland nicht dabei). Doch ab Donnerstag wird der Gastgeber alles daran setzen, um dies zu ändern.

Was Walter Grüter, bei Spartak Moskau von 2014 bis 2015 Assistent von Murat Yakin, über die Einstellung russischer Fussballer sagt und wieso er beim Klub-Präsidenten antraben musste, erfahren Sie im Audio-Beitrag.

Live-Hinweis

Verfolgen Sie das WM-Eröffnungsspiel zwischen Russland und Saudi-Arabien am Donnerstag ab 16 Uhr auf SRF zwei und in der SRF Sport App.

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 11.6.2018, 18:45 Uhr

6 Kommentare

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  • Kommentar von Jack Hauser (apache64)
    Superman Putin, so zumindest sieht er sich selber gerne, soll doch am besten gleich selber mitspielen. Er kann ja wirklich alles. Da reichen fünf Mitspieler locker aus um jede Mannschaft haushoch zu schlagen
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  • Kommentar von Danny Kinda (Kinda)
    Kann sein das die Italiener damals profitiert haben. Man sollte fairerweise aber auch sagen das sie schon einige male hintergangen wurden. Legendär war der Match gegen Südkorea 2002 wo Italien die klar bessere Mannschaft war aber Schiedsrichter Moreno etwas dagegen hatte das Italien weiter kommt. Moreno wurde später in den USA wegen Drogenvergehen verhaftet. Das sagt schon viel.
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  • Kommentar von Danny Kinda (Kinda)
    Auch Putin weiss das im besten Fall der 2. Platz in der Gruppenphase besteht. Klar, Testspiele darf man nicht überbewerten doch die Russen sind selbst in dieser Gruppe ein Wackelkandidat. Die Spielerqualität reicht einfach nicht.
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