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Diamond-League-Meeting in Oslo: Zusammenfassung
Aus Sport-Clip vom 16.06.2022.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 17 Sekunden.
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Diamond League in Oslo Ehammer wieder auf dem Podest – und noch mit Luft nach oben

Der Appenzeller springt an den Bislett Games in der norwegischen Hauptstadt bei nasskaltem Wetter auf den 3. Platz. Jason Joseph zeigt Aufwärtstendenz.

Die Schweizer Einsätze

  • Simon Ehammer, Benjamin Gföhler

Simon Ehammer hat seine Top-Form im Weitsprung auch beim Diamond-League-Meeting in Oslo ausgespielt. Der Appenzeller bewies im 5. Versuch Nervenstärke und sprang auf 7,95 m. Damit sicherte sich der Zehnkämpfer noch die Teilnahme am 6. Durchgang der besten 3. Ehammer riskierte dort noch einmal alles und flog weit in die Sandgrube hinein – allerdings übertrat er den Sprungbalken bei seinem Versuch um 5 Zentimeter. So musste er sich am Ende Olympiasieger Miltiadis Tentoglou (GRE, 8,10 m) und Thobias Montler (SWE, 8,05 m) geschlagen geben und ärgerte sich danach über die vergebene Chance auf den Sieg. Weniger gut lief es dem zweiten Schweizer im Bewerb, Benjamin Gföhler. Der 28-Jährige musste sich mit 7,43 m bescheiden, nach dem Wettkampf monierte er die zu steile Flugkurve und beklagte Schmerzen im Oberschenkel.

  • Jason Joseph

Es ist bislang noch nicht die Saison des Jason Joseph. Dabei blieb es auch in Oslo. Zwar drückte der Baselbieter über 110 m Hürden seine Saisonbestleistung auf 13,55 Sekunden. Mehr als Platz 5 lag damit auch wegen 3 Hürden-Touchierern nicht drin. Im Anschluss ans Rennen zeigte sich der 23-Jährige ratlos, aber zum Scherzen aufgelegt: «Es wäre ja nicht gut, wenn ich jetzt schon 13,10 Sekunden laufen würde.» Den Sieg sicherte sich standesgemäss Devon Allen, auf den vor dem Start alle Augen gerichtet waren. Schliesslich hatte der Amerikaner vor wenigen Tagen in New York am Weltrekord geschnuppert. Doch die Bedingungen in Oslo liessen keine schnellen Zeiten zu. Der künftige NFL-Profi musste sich so bei seinem Sieg mit einer Zeit von 13,22 Sekunden bescheiden.

Auf der Bahn

  • 100 m Männer

In Abwesenheit der Jamaikaner und US-Amerikaner sicherte sich Andre de Grasse hauchdünn den Sieg in der Königsdisziplin. Der Kanadier, der an den Olympischen Spielen in Tokio über diese Distanz zu Bronze gelaufen war, distanzierte in 10,05 Sekunden Reece Prescod (GBR) um eine Hundertstelsekunde. Rang 3 ging in 10,09 Sekunden an Akani Simbine (RSA).

  • 400 m Hürden Frauen

Die Europarekord-Halterin Femke Bol setzte in Oslo ein klares Zeichen. In 52,61 Sekunden stellte die Niederländerin nicht nur eine neuen Meetingrekord auf, sondern degradierte die Konkurrenz geradezu zu Statistinnen. Anna Ryschkowa (UKR), die ihr am nächsten kam, verlor 2,2 Sekunden auf die 22-Jährige.

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Bol läuft über 400 m Hürden Weltklassezeit
Aus Sport-Clip vom 16.06.2022.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 34 Sekunden.
  • 400 m Hürden Männer

Mit Lokalmatador Karsten Warholm wäre das Bislett-Stadion stimmungsmässig wohl explodiert. Doch der Norweger fehlte in seiner Heimat wegen einer Oberschenkelverletzung. So hiess die grosse Figur Alison dos Santos. Der Brasilianer wies die Konkurrenz in 47,26 Sekunden in die Schranken. Rasmus Mägi (EST) auf Rang 2 büsste 1,25 Sekunden ein.

  • 1 Meile Männer

Unter tosendem Applaus des Heimpublikums flog Jakob Ingebrigtsen über die «Traummeile» zum Sieg. Das 21-jährige Supertalent verbesserte auf der inoffiziellen Distanz den Diamond-League-Rekord auf 3:46,46 Minuten und sorgte so für einen stimmungsvollen Abschluss des Meetings. Den Weltrekord von Hicham El Guerrouj aus dem Jahr 1999, den der Norweger dereinst anpeilen will, verpasste er allerdings um mehr als 3 Sekunden.

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Die letzten Meter der «Traummeile» in Oslo
Aus Sport-Clip vom 16.06.2022.
abspielen. Laufzeit 43 Sekunden.

Im Oval

  • Diskus Frauen

Sandra Perkovic hat in Oslo ihren Diamond-League-Rekord ausgebaut. Die Kroatin schleuderte den Diskus im 2. Versuch auf 66,82 m und sicherte sich damit den 45. Sieg auf dieser Stufe. Zittern musste Perkovic noch einmal beim letzten Wurf von Valarie Allman (USA). Doch der Versuch der 27-Jährigen geriet mit 65,91 m einen knappen Meter zu kurz.

Der Aufreger des Abends

Einmal mehr in einer eigenen Liga sprang Armand Duplantis. Der Stabhochsprung-Weltrekordhalter siegte bei misslichen Bedingungen mit 6,02 m und sicherte sich den Sieg mit 22 Zentimetern Vorsprung. Dennoch musste der Schwede einen Schock-Moment überstehen. Bei seinem 1. Versuch über 5,92 m war ein Regenschutz im Einstichkasten vergessen gegangen. Duplantis musste seinen Versuch mitten in der Luft abbrechen, blieb allerdings unverletzt. Mit dem Sieg endete der Abend dennoch versöhnlich.

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Bei Duplantis’ Versuch ist ein Regenschutz im Weg
Aus Sport-Clip vom 16.06.2022.
abspielen. Laufzeit 55 Sekunden.

SRF zwei, sportlive, 16.06.22, 20:00 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Josef Graf  (Josef Graf)
    D. Allen lief 38 Hundertstelsekunden über seiner Bestzeit. Wenn man davon etwa 20 bis 30 Hundertstel dem schlechten Wetter zuschreibt und diesen "Zuschlag" auf die Zeit des J. Joseph von 13,55 Sekunden überträgt, erscheint die Zeit von Joseph doch recht gut. Und ohne die 3 Hürdenstreifer sähe es noch besser aus. Zudem erzielte er den Rekord von 13,12 in La-Chaux-de-Fonds, also mit einem Höhenbonus von ca. 10-15 Hundertstel, weshalb es unfair ist, diesen Rekord immer als Massstab zu nehmen.
    1. Antwort von René Ruf  (RenéR)
      Wenn Sie schon mit Zahlen operieren, dann wären auch die Windverhältnisse zu beachten. Es herrschte Gegenwind, -1.2 m/sec. Anbei: Mit den erwähnten 13,12 erfüllte Jason Joseph die WM-Limite. Insgesamt 3x unterbot Jason Joseph bis anhin die geforderte Zeit.
  • Kommentar von Josef Graf  (Josef Graf)
    Guten Tag SRF. World Athletics, also der internationale Leichtathletikverband, führt auch über die Meile offizielle Weltrekorde. Die Meile ist als zwar keine Distanz, die an Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen gelaufen wird, aber trotzdem eine offizielle Distanz. Sebastian Coe, früherer Meilenweltrekordhalter und heutiger Präsident von World Athletics, würde Ihnen dies wohl gerne bestätigen, zumal er 1981 im Letzigrund, also in der Schweiz, einen Weltrekord über die Meile aufstellte.
  • Kommentar von Romain Fardel  (Pioneer)
    Ingebrigsten Supertalent? Naja, der Typ ist Olympiameister...