Nur Spitzenschwinger finden Sponsoren

Von millionenschweren Werbeverträgen, wie sie im Fussball üblich sind, können Schwinger nur träumen. Wer einen «zusätzlichen Batzen» einnehmen will, muss möglichst Schwingerkönig werden.

Christian Stucki ist mit dem Aufkommen seines Privatsponsorings zufrieden: «Ich kann nicht klagen. Es gibt einen 'schönen Batzen' nebenbei.» Der Seeländer Schlussgang-Teilnehmer beim letztjährigen «Eidgenössischen» ist eine der grossen Ausnahmen im Schweizer Schwingsport. Nur eine Handvoll Schwinger findet überhaupt private Sponsoren, wie der Werbeverantwortliche des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV), Rolf Gasser, bestätigt.

Dazu gehören die Schwingerkönige Arnold Forrer, Kilian Wenger und Matthias Sempach. Ihre Triumphe am «Eidgenössischen» haben ihnen eine grosse Aufmerksamkeit über die Schwingerszene hinaus beschert.

Beschränktes Werbeumfeld

10 Prozent ihrer Sponsoring-Einnahmen müssen aktive Schwinger an den Verband abgeben; 5 Prozent, falls sie schon zurückgetreten sind. Vergangenes Jahr nahm der ESV so 130'000 Franken aus. Daraus folgt, dass alle Schwinger zusammen 2013 mit rund 1,3 Millionen Franken gesponsert wurden.

Ein Hauptgrund ist das Werbeumfeld, das sich auf die Deutschschweiz beschränkt. Für den ESV ist eine beträchtliche Ausweitung des Sponsorings gar nicht unbedingt erwünscht: «Schwingen mit unseren Reglementen und Statuten ist keine Profisport-Kultur. Das wollen wir auch nicht», sagt Rolf Gasser.

Sendebezug: Radio SRF 1, 3.8.2014, 17:10 Uhr