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Schladming 2013 Kein Schweizer Exploit im Super-G

Die Schweizer sind auch beim WM-Super-G der Konkurrenz hinterher gefahren. Keiner schaffte den Sprung in die Top 10. Zu allem Übel wurde der beste Schweizer Silvan Zurbriggen nach seinem 11. Rang disqualifiziert.

Der WM-Super-G wurde für die Schweizer zum Spiegelbild der Saison: Keiner des Quartetts Silvan Zurbriggen, Carlo Janka, Patrick Küng und Didier Défago konnte sich in den Top 10 klassieren.

Der einzige kleine Schweizer Lichtblick Silvan Zurbriggen wurde nach dem Rennen disqualifiziert. Als Grund dafür gab die Rennleitung eine zu hohe Bindungsplatte an. «Das Problem war, dass der 'Skistopper' nicht richtig eingeklinkt hatte», erklärte der
Walliser. Zurbriggen wäre auf den 11. Rang gefahren, was seine beste Super-G-Platzierung in diesem Winter bedeutet hätte.

Küng durch Verletzung gehemmt

Patrick Küng – vor dem Rennen die grösste Schweizer Hoffnung auf einen Spitzenplatz – war mit einer Schleimbeutel-Entzündung am Oberschenkelansatz ins Rennen gegangen. Trotzdem konnte der Glarner mit Rang 18 nicht zufrieden sein, auch wenn er nach der Disqualifikation von Zurbriggen damit bester Schweizer war. «Ich wusste, dass ich mehr hätte tun müssen. Doch ich konnte nicht», gestand Küng. Noch schlechter erging es Carlo Janka: Der Obersaxer verlor 2,77 Sekunden auf Sieger Ted Ligety und beendete das Rennen auf dem 25. Rang.

«Carlo ist nach wie vor einer der grössten Talente im Skisport», zeigte sich SRF-Ski-Experte Bernhard Russi trotz allem optimistisch, «er wird zurückkommen, da bin ich fast zu 100 % überzeugt.» Es brauche halt einfach diese Aufbauphase, damit er danach wieder mit vollem Herzen angreifen könne. Janka selber meinte zu seiner Leistung: «Die Sicht war das Hauptproblem. Bei solchen Bedingungen fehlt mir die letzte Überzeugung.»

Defago wie Janka mit fast 3 Sekunden Rückstand

Auch der letzte Schweizer Didier Défago verpatzte seine Fahrt und landete mit einer Hypothek von 2,85 Sekunden auf dem 27. Rang, unmittelbar hinter Carlo Janka. Der Absturz des Olympiasiegers von 2010, der nach dem Rücktritt von Didier Cuche und der Verletzung von Beat Feuz die Rolle des Teamleaders hätte übernehmen sollen, ist sinnbildlich für die monumentale Verunsicherung im Schweizer Männer-Team. Défago vermeldete nach dem Rennen nur, dass er «seine Leistung nicht so erwartet und das Beste probiert hatte.»

Doch SRF Ski-Experte Bernhard Russi hat die Hoffnung auf eine Spitzenplatzierung in der WM-Abfahrt vom Samstag noch nicht ganz aufgegeben: «Die Abfahrt ist eine Disziplin, deren Ausgang noch offener ist als im Super-G.» Es bleibt dem Schweizer-Team und den Schweizer Skifans also nichts Weiteres übrig, als wieder auf einen Exploit zu hoffen.

15 Kommentare

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  • Kommentar von mal y pense, Gümligen
    Ein Vorredner hat uns alle darauf aufmerksam gemacht, dass Kritiker nur Sofaexperten sind. Janka, Zurbriggen und auch Défago haben tatsächlich schon etwas erreicht. Darum sollten wir uns vor der Vergangeheit verneigen und jeglichen Zweifel auf die Seite schieben. Auch Lehmann und Inglin dürfte man nicht in Frage stellen, Es ist alles o.k.,die Schweizer haben Startnumern und Skier, dazu auch nette Renndress und lächeln uns lustig in der Swisscom Werbung zu, das genügt doch.
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    1. Antwort von giorgio, zürich
      oooh nein..sollen die weinen? sooo schlecht ist swisscom auch wieder nicht ;)) ..ja, in einem haben sie recht, die führung soll sich schon längere zeit selber in frage stellen. Kritisieren kann mann, aber sachlich bitte. Die jungs wären sicher gerne schneller gefahren....und es steht auch nicht geschrieben, dass die schweizer die bessten sein müssen. Die andern fördern mal besser, dass muss mann anerkennen. Wie sieht es in der CH mit staatlichen sportschulen aus?..ja. richtig es gibt KEINE ...
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  • Kommentar von Maya, Pontresina
    Ich finde die Leistung der Schweizer super, sie werden auch so finanziell unterstützt und sind gratis in den Hotels, warum soll man sich da anstrengen?
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  • Kommentar von Therese Meyer, Chur
    Wenn sich Zurbriggen im Internet schon als Ski-Profi ! bezeichnet, sollte man doch etwas anderes erwarten, als nur Ränge von 30-50. Die Fahrer werden noch finanziell unterstützt von Firmen, erhalten ein Auto zur Verfügung, und reisen auf Kosten von Swiss Ski um die Welt herum. Deswegen: Rücktritt.
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