Neureuther: «Bringe ich die Leistung, bin ich schwer zu schlagen»

Am Sonntag findet die Berner Oberländer Skiwoche mit dem Slalom in Wengen ihren Abschluss. Dass die Schweizer die Favoriten Ivica Kostelic, Marcel Hirscher und Co. herausfordern können, ist unwahrscheinlich. Doch Felix Neureuther könnte den Slalom-Stars die Show stehlen.

Felix Neureuther hat endlich zur Konstanz gefunden und will in Wengen angreifen.

Bildlegende: Zuversichtlich Felix Neureuther hat endlich zur Konstanz gefunden und will in Wengen angreifen. Reuters

Felix Neureuther ist kein Neuling im Weltcup. Der Bayer ist bereits 28-jährig hat aber erst 3 Weltcupsiege im Palmarès. Als ewiges Talent abgestempelt, hat er in der aktuellen Saison aber endlich zu Konstanz gefunden und gehört in Wengen zu den Sieganwärtern.

Felix Neureuther, mögen Sie Achterbahnfahrten?

Neureuther: Ja sehr. Der Reiz des Achterbahnfahrens hat mich als Kind auf dem Oktoberfest immer schon gekitzelt.

Wenn man sich Ihre Statistik der vergangenen Jahre anschaut, wird man unweigerlich an eine Achterbahnfahrt erinnert. Die Konstanz war ein Problem.

Das war ein grosses Problem. Einerseits war das Material früher sehr aggressiv, woraus viele Ausfälle resultierten. Heute mit den neuen Ski passt alles optimal. Andererseits habe ich auch von der persönlichen Reife her einfach einige Zeit gebraucht, um Konstanz und Sicherheit zu entwickeln. Hinzu kommt in dieser Saison eine Lockerheit, die ich die letzten Jahre nicht hatte.

Sie sind der Sohn der ehemaligen Weltklasse-Skifahrer Rosi Mittermeier und Christian Neureuther. Hat vielleicht auch der immense Druck, ständig mit solch erfolgreichen Eltern verglichen zu werden, Ihre Entwicklung negativ beeinflusst?

Natürlich. Für mich war es als Junge keine einfache Situation. Ich wurde schon früh als Heilsbringer des Skisports in Deutschland gefeiert und es wurde viel von mir erwartet. Es ist extrem schwierig, mit diesem Druck umzugehen. Die Zeit hat mich sehr geprägt, auch als Menschen.

Sie galten früher auch als Draufgänger...

Das ist richtig (schmunzelt). Ich bin auch privat ein Mensch, der immer den Reiz und den Kitzel sucht. Das war auch beim Skifahren so. Immer ‚hopp oder top‘. Ich brauchte einige Zeit, mich aus diesem Trott heraus zu entwickeln. Mich auch mal mit einem 5. Platz zufrieden zu geben, anstatt immer ganz oben stehen zu wollen. In dieser Saison läuft das sehr gut, ich habe aber definitiv noch Luft nach oben.

In den vergangenen beiden Jahren waren Sie in Wengen 9. und 5. Damit müsste eigentlich am Sonntag das Podest folgen…

In Wengen gut zu fahren ist für jeden ein Traum. Es ist ein grosser Slalom-Klassiker. Ich will einfach meine beste Leistung abrufen. Dann wird es für die anderen schwer, mich zu schlagen.

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Neureuthers Sieg in München

1:04 min, vom 1.1.2013

TV-Hinweis

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Sie können den 1. Lauf des Slaloms am Sonntag ab 10.00 Uhr auf SRF zwei oder hier im Livestream mitverfolgen.

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