Zwei Faktoren für ein grosses Skifest in Wengen

Die Lauberhornrennen 2015 waren durchs Band ein voller Erfolg. Mit einer Initialzündung von Carlo Janka und einem folgerichtigen Entscheid der Organisatoren wurde der Grundstein zu einem grossen Skifest gelegt.

Carlo Janka bei einem Sprung.

Bildlegende: Spektakel am Lauberhorn Carlo Janka zeigte in Wengen starke Leistungen. Keystone

Das Schweizer Team erlebte bis zu den Lauberhornrennen eine durchzogene Saison. Negativer Höhepunkt war das Abschneiden in Adelboden. Beim zweiten Stopp im Berner Oberland kam aber der Turnaround.

Janka zieht die Kollegen mit

Mit einer perfekten Super-Kombination und einem überlegenen Sieg lancierte Carlo Janka das Ski-Spektakel am Lauberhorn. Für SRF-Experte Bernhard Russi hat der Obersaxer den Grundstein zum erfolgreichen Schweizer Abschneiden gelegt: «Mit den Trainings und dem Sieg am Freitag hat er für eine Initialzündung gesorgt. Das Team hat das gebraucht.»

In der Tat: Mit einem herausragenden Kombi-Slalom hat Janka seine Teamkollegen verblüfft. Luca Aerni nutzte den zusätzlichen Schub, zeigte zwei starke Slalom-Läufe und fuhr mit Rang 10 sein bestes Saisonresultat heraus. Aber auch Daniel Yule bot mit Rang 20 eine ansprechende Leistung.

Einen Tag später zogen die Speed-Fahrer nach, und wie: 7 Schweizer fuhren in die Top 12, davon 2 auf das Podest. «Die Schweizer wussten schon immer, dass sie gut Skifahren können. Nun haben sie auch bewiesen, dass sie schnell sind», sagt Russi.

Wengen liegt den Schweizern

Der Olympiasieger von 1972 liefert einen Erklärungsversuch, warum es den Schweizern ausgerechnet in Wengen immer wieder so gut läuft. «Diese Abfahrt braucht in vielerlei Hinsicht viel Überwindung. Das kann auch dazu führen, dass es die Athleten ein wenig lockerer angehen und so Kräfte sparen, die sie am Schluss nochmals freisetzen können.»

Wenn das OK richtig entscheidet...

Aber auch das OK hat seinen Teil zu einem perfekten Rennwochenende beigetragen. Der Entscheid, Abfahrt und Slalom zu tauschen, hat sich als goldrichtig erwiesen. «Die Wettervorhersagen liessen uns gar keine andere Wahl», meint OK-Präsident Urs Näpflin. «Wir hätten am Samstag nie und nimmer eine Abfahrt durchführen können.»

Die dadurch entstandenen Mehrkosten von 300'000 Franken spielten im Nachhinein eine Nebenrolle. «Es hätte kaum besser kommen können. Sowohl sportlich als auch organisatorisch haben wir ein sensationelles Wochenende hinter uns», schwärmt er. Dem kann sich Russi nur anschliessen: «Was auf der Piste geleistet wurde, ist fantastisch.» Und damit spricht der Urner alle an: Die Organisatoren, die Helfer und die Schweizer Skifahrer. «Es war ein perfektes Wochenende.»

Sendebezug: SRF zwei, «sportlive», 18.01.15, 12:15 Uhr

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Die Männer-Abfahrt in Wengen

8:13 min, aus sportpanorama vom 18.1.2015