Wawrinka scheitert nach hartem Kampf an Djokovic

Stan Wawrinka ist an den Australian Open nach beherztem Kampf im Halbfinal ausgeschieden. Der Titelverteidiger musste sich Novak Djokovic in einem hin- und herwiegenden Match am Ende mit 6:7 (1:7), 6:3, 4:6, 6:4, 0:6 geschlagen geben.

Das Duell Wawrinka gegen Djokovic hat sich an den Australian Open mittlerweile fast zu einem Klassiker entwickelt. Nach 2013 und 2014 standen sich der Serbe und der Romand in Melbourne bereits zum 3. Mal in Serie gegenüber. Und auch diesmal entwickelte sich zwischen dem 7-fachen Grand-Slam-Sieger aus Serbien und dem Titelverteidiger ein wahrer Krimi.

Im 5. Satz ging es dann aber plötzlich schnell. Nach einer schwachen Phase und einer weiteren Rückhand neben die Linie lag Wawrinka bald mit Doppelbreak im Hintertreffen. Obwohl sich auch Djokovic nicht unwiderstehlich präsentierte, vermochte der fehleranfällige Romand auf diesen Rückstand nicht mehr zu reagieren. Nach dreieinhalb Stunden verwertete der Serbe seinen 1. Matchball.

Wawrinka mit dem Rücken zur Wand

Noch im 4. Satz hatte wenig auf einen neuerlichen 5-Satz-Marathon hingedeutet. Djokovic führte mit Break und lag in den Sätzen 2:1 vorne. Gegen den überragend aufspielenden Wawrinka war das aber nicht genug: Der Romand holte sich nicht nur umgehend das Rebreak, sondern nahm dem Serben, der im 4. Umgang keinen einzigen Winner schlug, auf dem Weg zum Satzausgleich in beeindruckender Manier ein weiteres Mal den Aufschlag ab.

Zäher Auftakt

Begonnen hatte die Partie wenig attraktiv. Zwischen der Weltnummer 1 und 4 entwickelten sich zu Beginn der Partie kaum längere Ballwechsel, sowohl Wawrinka als auch Djokovic leisteten sich viele unnötige Fehler. Erst als sich der Serbe beim Stand von 3:3 mit dem 1. Break der Partie konfrontiert sah, begann er besser zu retournieren, setzte Wawrinka vermehrt unter Druck und holte sich umgehend das Rebreak.

Mit zwei Assen wehrte Wawrinka in der Folge zwar zwei Satzbälle des Serben ab und rettete sich ins Tiebreak. Dort unterlag er mit 1:7 dann aber deutlich.

Wawrinka sicher, Djokovic zu passiv

Während Wawrinka im 2. Satz deutlich besser ins Spiel fand und immer wieder mit schönen Passierbällen zu punkten wusste, schien Djokovic den Schwung aus dem 1. Durchgang verloren zu haben. Mit zwei Assen wehrte der Melbourne-Titelverteidiger zwei Breakchancen des Serben ab, um beim Stand von 3:2 dank einem Doppelfehler der Weltnummer 1 selbst den entscheidenden Servicedurchbruch zu realisieren.

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Djokovic im Platzinterview (englisch)

3:17 min, vom 30.1.2015

Comeback von Wawrinka nicht belohnt

Im 3. Umgang präsentierte sich dann wieder ein komplett anderes Bild. Djokovic leistete sich jetzt kaum mehr Fehler. Nach einem frühen Break hätte der 27-Jährige gar die Chance gehabt, auf 4:0 davonzuziehen. Wawrinka aber liess sich davon wenig beeindrucken. Im Gegenteil: Mit einem Break zu Null glich er kurz darauf zum 3:3 aus.

Dass der 3. Satz dennoch zu Gunsten Djokovics ausging, hatte sich Wawrinka selber zuzuschreiben. Beim Stand von 5:4 aus Sicht des Serben spielte er eine Vorhand völlig unbedrängt ins Netz und schenkte Djokovic damit das Break zum Gewinn des 3. Durchgangs. 10 Winnern Wawrinkas standen am Ende des Satzes 21 Fehler gegenüber.

Final gegen Murray

Im Endspiel am Sonntag trifft Djokovic auf Andy Murray. Der Schotte hatte sich am Donnerstag in 4 Sätzen gegen Tomas Berdych durchsetzen können. Während Murray bei bisher drei Final-Teilnahmen in Melbourne noch nie gewinnen konnte, strebt Djokovic am Sonntag seinen 5. Titel «Down Under» an.

Sendebezug: sportlive, SRF zwei, 09:25 Uhr, 30.01.2015

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