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Garten: Kultur und Natur «Der Garten sagt einiges aus über seinen Besitzer»

In «Traumgärten der Schweiz» porträtiert die Gartenautorin Sarah Fasolin 24 Gärten zwischen Genfersee und Bodensee, zwischen Jura und Tessin. Und sie erzählt von den Menschen, die diese einmaligen Refugien geschaffen haben. Denn: Garten und Mensch sind untrennbar miteinander verbunden.

Eine Frau mit einem weissen Hund sitzt in ihrem Garten.
Legende: Ein Garten trägt die Handschrift seiner Besitzerin, davon zeugt etwa die Art der Bepflanzung. Benedikt Dittli/AT Verlag
Ein Pavillon aus Stahl, darin ein Tisch mit Stühlen und eine rBank, rundherum Gartem, am Horizont ein See.
Legende: Der Rosengarten liegt im freiburgischen Avry-devant-Pont und dient an manchen Tagen als Café für Besucher. Benedikt Dittli/AT Verlag

Welche Traumgärten haben Sie für Ihr Buch gefunden?

Ganz unterschiedliche Gärten an ganz unterschiedlichen Orten: an Seen, einer Felswand oder mitten in den Bergen. Meist haben sie eine gewisse Grösse, wobei diese nicht ausschlaggebend ist. Die Gärten sind schön bepflanzt, stimmungsvoll, atmosphärisch. Man spürt den Menschen hinter dem Garten.

Sie trafen auf verschiedenste Gartentypen. Funktioniert der Satz: «Zeig mir deinen Garten und ich sag dir wer du bist»?

Meist lernte ich die Gärten und ihre Besitzer gleichzeitig kennen. Spannend ist, dass man die Handschrift eines Menschen tatsächlich an einem Garten ablesen kann. Der Garten sagt einiges aus über seinen Besitzer, sei es durch die Art der Bepflanzung, die Umsetzung der Themen, oder ob Sichtachsen berücksichtigt oder eben ignoriert werden.

Welche Persönlichkeiten lernten Sie durch Ihre Recherchen kennen?

Einen Weinexperten, einen pensionierten Frauenarzt, eine Handarbeitslehrerin, einen Oberst – die Leidenschaft für Gärten lässt sich nicht an einem Beruf festmachen. Sie zieht sich durch die ganze Gesellschaft und durch alle Altersstufen.

Es gibt eine Vielzahl von schön bebilderten Gartenbüchern – meistens fehlen jedoch die Menschen hinter den Gärten. Bei Ihnen ist das anders: Warum ist der Mensch bei Ihnen Teil des Gartens?

Das war Teil des Buchkonzepts. Ich habe Gärten von Menschen ausgewählt, die bereit waren, ihre Geschichte zu erzählen. Für mich gehören Garten und Mensch so stark zusammen, dass ich mir nicht vorstellen konnte, nur die Gärten zu beschreiben. Da habe ich ohnehin keine Chance gegen den Fotografen und seine schönen Bilder.

Ich wollte die Geschichten der Gärten erzählen. Es ist zwar schön, in tollen Fotos zu schwelgen. Aber dann stellt sich doch immer Frage: Wer hat diesen Garten gemacht? Wie ist er entstanden? Da kommt man natürlich nicht drum herum, dass man den Menschen kennenlernt und er einem sein Herz öffnet – dass er erzählt, wie er dazu gekommen ist, genau diesen Garten zu erschaffen. Häufig stösst man auch auf Niederlagen, die ebenso zur Entstehung eines Gartens gehören.

Die meisten Gärten in Ihrem Buch sind riesig und bestimmt aufwändig im Unterhalt. Ist ein Traumgarten zwangsläufig teuer?

Ein schöner Garten ist nicht unbedingt eine Frage des Geldes. Natürlich hilft es, wenn man die finanziellen Möglichkeiten hat, sich seine Pflanzenträume sofort zu verwirklichen. Dann kann man sich etwa Gehölze schon in der richtigen Grösse kaufen und braucht nicht zu warten, bis sich ein kleiner Strauch zu einem grossen entwickelt hat.

Das ist ein Privileg, aber keine Voraussetzung dafür, dass ein Garten schön wird. Die von mir porträtierten Menschen haben eine grosse Bereitschaft, in ihren Garten zu investieren; andere hingegen investieren in ihre Autos oder ihre Eisenbahnsammlung.

Zur Person

Eine junge Frau mit langem Haar und und markanten Augenbrauen.
Legende: Benedikt Dittli/AT Verlag

Sarah Fasolin studierte Zeitgeschichte und Sozialanthropologie; heute arbeitet sie als freischaffende Gartenjournalistin.

Buchhinweis

Sarah Fasolin/Benedikt Dittli (Fotos): «Traumgärten der Schweiz». AT Verlag, 2016.

Das Fenster zum grünen Hof

Hier blüht Ihnen was! In unserem Studiogarten hat eine Webcam Wurzeln geschlagen. Und die Musikredaktion rollt einen Klangteppich aus. Das Unterholz im Bruderholz zu Basel – verzaubert in eine Augenweide für die Ohren. Ruhe finden. Runterkommen. Eine ganze Woche lang.

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