Angst vor der Ebola-Seuche: Liberia geht in Quarantäne

Das westafrikanische Land macht die Grenzen dicht. Nur vereinzelt sind noch Ein- und Ausreisen möglich. Liberia versucht eine Ebola-Epidemie zu verhindern. Über hundert Menschen sind bereits durch das Virus gestorben.

Männer in medizinischer Schutzkleidung

Bildlegende: In Liberia herrscht der nationale Notfall. Die Grenzen sind geschlossen, Desinfektionsmittel werden verteilt. Keystone

Liberia will angesichts der schweren Ebola-Epidemie alle Grenzen zu den Nachbarstaaten schliessen. Ausnahmen seien lediglich zwei Flughäfen und drei Grenzpunkte. An diesen würden aber Zentren eingerichtet, um alle Ein- und Ausreisenden auf das Virus zu testen. Dies teilte die liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf nach einem Treffen mit einem eigens eingerichteten Krisenstab mit.

Desinfektionsmittel und Aufklärungsfilme

Johnson-Sirleaf hatte wegen der Ebola-Ausbreitung am Wochenende zu einem nationalen Notfall erklärt. Als weitere Massnahmen sollen grössere Menschenansammlungen etwa bei Demonstrationen weitgehend untersagt und an zahlreichen öffentlichen Plätzen Waschbecken und Desinfizierungsmittel zur Verfügung gestellt werden.

Zudem wurden Hotels, Restaurants und Kinos aufgefordert, regelmässig einen fünfminütigen Aufklärungsfilm zu der Seuche auszustrahlen, um den Menschen die Gefahren zu vermitteln.

Ebola wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In Liberia gab es bis vergangene Woche 224 registrierte Krankheitsfälle, 127 Menschen starben.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Junge Freiwillige aus der Region rund um Kailahun im Nordosten von Sierra Leone werden von einem Arzt von Medecins sans Frontières instruiert.

    Ebola in Sierra Leone - Kampf gegen alte Traditionen

    Aus Rendez-vous vom 28.7.2014

    Über 1000 Menschen in mindestens drei Ländern sind seit Ende März an der hochansteckenden Viruskrankheit Ebola erkrankt, gegen 700 sind gestorben.

    Mit ein Grund für die Ausbreitung der Seuche ist die Skepsis gegen neue Verhaltensregeln: Abstand halten, die Pflege der Kranken fremden Menschen überlassen. Das widerspricht fundamental den jahrhundertelang gepflegten Traditionen. Reportage und ein Gespräch aus Sierra Leone.

    Monika Oettli

  • Ebola – Todesvirus ausser Kontrolle

    Aus 10vor10 vom 4.7.2014

    In den drei Westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia geht seit Monaten das Ebola-Virus um. Die Epidemie hat Ausmasse erreicht wie kein anderer Ebola-Ausbruch in Afrika zuvor. Experten und Politiker suchten bei einer Krisensitzung in Ghana nach Lösungen. Die extrem ansteckende Krankheit verläuft in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich.