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International «Die USA müssen sparen, bis es weh tut»

Republikaner und Demokraten konnten sich im Haushaltsstreit nicht einigen. Die öffentliche Verwaltung ist lahmgelegt. Schon bald droht der nächste Schlag: das Erreichen der Schuldenobergrenze. SRF-Wirtschaftsredaktor Christian Kolbe schildert die Folgen für die Weltwirtschaft.

Legende: Video ««Das wirkliche Problem kommt erst noch», Christian Kolbe» abspielen. Laufzeit 2:54 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 01.10.2013.

Der gesamte Staatsapparat in den USA steht still. Erstmals seit 17 Jahren konnten sich Republikaner und Demokraten im Kongress im Haushaltsstreit nicht einigen. Doch das wirkliche Problem kommt erst. Am 17. Oktober ist die Schuldenobergrenze in Höhe von 16,7 Billionen Dollar erreicht.

Können sich US-Präsident Barack Obama und seine Kontrahenten bis dann nicht auf eine weitere Erhöhung des Schuldenbergs einigen, bringt das schwerwiegende Folgen mit sich. SRF-Wirtschaftsredaktor Christian Kolbe sagt: «Die USA können sich nicht mehr weiter verschulden, sie können nicht mehr alle laufenden Ausgaben decken.» Es gebe zwar Einnahmen, aber die reichen nicht. «Sie müssen sparen, bis es weh tut.»

Die US-Notenbank werde ihr Programm des billigen Geldes und der tiefen Zinsen beibehalten, meint Kolbe. Notenbank-Chef Ben Bernanke werde also weiterhin die Wirtschaft mit Geld versorgen.

Dominoeffekt ausserhalb der USA

Was bedeutet das für die Weltwirtschaft? «Das ist in der ohnehin schon sehr fragilen Lage ein sehr schlechtes Zeichen, wenn die grösste Volkswirtschaft der Welt schwächelt», so Kolbe. Das hätte eine konjunkturelle Abkühlung zur Folge, der US-Dollar käme unter Druck. «Eine schwierige Situation für jene Schwellenländer, deren Leitwährung der Dollar ist.» Auch für die Schweizer Exportindustrie wäre dies eine schlechte Entwicklung, denn die Nachfrage aus den USA würde zurückgehen.

IWF-Direktorin Christine Lagarde sprach gar von einem Dominoeffekt ausserhalb der USA, wenn das Land beim Wachstum nachlasse. Am meisten litten die Nachbarstaaten Kanada und Mexiko, dann Europa und Japan.

15 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Wieser, USA
    Was ist eigentlich falsch wenn die GOP, hier auch neocons genannt angesichts von 17 Billionen Schulden die Sparbremse anziehen will? Die Obama Administration hat diesen "shut down" genau geplant und die Schuld wird natuerlich, wie ueblich den Republikanern zugewiesen. Sie koennen diese Zahlen leicht nachpruefen, Obama hat 9.6 Billionen Schulden uebernommen und diese auf 16,6 Billionen aufgestockt. Und nun moechte er noch mehr Geld fuer Aegypten, Syrien, Pakistan, Afghanistan usw.....
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    1. Antwort von Martin Lopez, Zürich
      Herr Wieser, ich gebe ihnen grundsätzlich recht. Europa ist peinlich, wenn es um die Beurteilung amerikanischer Politik geht. Die grosse GOP ist aus meiner Sicht eben leider von den Neocons übernommen worden und hat somit ihren ursprünglichen Weg verlassen. Ron Paul wäre für mich ein typischer Republikaner. Leider sind die Demokraten wie die Republikaner heute mehrheitlich Etatisten. Man sollte aber nicht vergessen: es waren die Republikaner welche die Sklaverei abgeschafft haben etc.
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    2. Antwort von M. Haener, Büsserach
      Es ist bald wieder Weihnachten nicht war.., ich kenne da übrigens auch noch ein paar Märchen.
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  • Kommentar von Joe Schweizer, Basel
    Zuwenig Geld? "Geld" (Vermögen) ist eigentlich genug da. Es ist nur falsch verteilt. Ein derartiges Einkommens und Vermögensgefälle wie es (nicht nur) in den USA herrscht, ist der Tod der Volkswirtschaft. So langsam wird es auch für komplette Laien (wie mich) augenfällig, dass die Früchte dieser Misere bald geerntet werden müssen.
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  • Kommentar von Martin Lopez, Zürich
    Ron Paul hat nicht nur die Subprime-Krise im Detail voraus gesagt, er hat auch immer wieder darauf hingewiesen, dass die USA nicht mehr so weiter machen können. Das bedeutet die USA müssen sparen. Denn grundsätzlich sind sie schon lange insolvent. Sparen kann man beim Militär aber auch an anderen Orten. Clinton hat zusammen mit Larry Summers die Blase verursacht, welches G.W. um die Ohren geflogen ist. Das Problem sind die Demokraten und die Republikaner. Obamacare kann nicht finanziert werden.
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