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International Kam einer der Terroristen als Flüchtling über den Balkan?

Kritiker warnten schon lang, dass mit den Flüchtlingen auch Terroristen in die EU einreisen könnten. Nun wurde in der Nähe der Leiche eines Pariser Attentäters ein syrischer Pass gefunden. Ob der dem Toten gehörte, ist zwar unsicher. Trotzdem fordern sie, die Flüchtlingspolitik zu überdenken.

Bekannt ist, dass ein Flüchtling mit einem syrischen Pass Anfang Oktober auf der griechischen Insel Leros angekommen ist. Von dort ging die Reise des Ausweises weiter über Mazedonien, Serbien, Kroatien und Ungarn nach Österreich, bis er nach den Angriffen in Paris auf dem Boden nahe eines toten Attentäters gefunden wurde.

Ob der Pass auch tatsächlich zum Terroristen gehört, ist noch völlig unklar. Trotzdem haben die neue polnische und die slowakische Regierung bereits mitgeteilt, dass sie wegen der Anschläge keine weiteren Flüchtlinge übernehmen werde, wie das die EU fordert.

Für andere Politiker ist das hingegen eine unzulässige – gar gefährliche – Schlussfolgerung. So betont etwa Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, die Flüchtlinge seien nicht die Täter, sondern die Opfer. Sie müssten vor genau solchen Terroristen fliehen.

«Das wird den Rechtspopulisten Auftrieb geben»

Deshalb gebe es auch keinen Grund die Flüchtlingspolitik zu überdenken, sagt er. Doch klar ist: Sollte sich bestätigen, dass der Attentäter tatsächlich als Flüchtling eingereist ist, würde dies der Diskussion über die Flüchtlingskrise eine völlig neue Dynamik geben.

Claude Moniquet, ein renommierter belgischer Terrorismusspezialist, geht sogar noch einen Schritt weiter. Er sagt: «Das wird den Rechtspopulisten Auftrieb geben, und es wird die Diskussion über die Flüchtlingskrise massiv verkomplizieren.»

Noch ist also nicht klar, ob ein Terrorist als Flüchtling nach Europa eingereist ist. Doch auch wenn einer den Flüchtlingsstatus missbraucht haben sollte, müsse Europa den Hunderttausenden Flüchtlingen in Not trotzdem weiterhin helfen.

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63 Kommentare

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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Nach den Anschlägen in Paris haben mehrere Gouverneure den Plan von Präsident Obama gestoppt, Flüchtlinge aufzunehmen. Die Gouverneure sagten, sie würden ihre Bevölkerung nicht dem geringsten Risiko aussetzen und forderten Obama auf, die Aufnahme von Syrern überall in den USA zu verhindern. Die US-Behörden überprüfen bereits jeden Antragsteller genau, weil sie fürchten, dass Islamisten auf diesem Weg ins Land gelangen könnten.
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Die USA sind nur an gut augebildeten Flüchtlingen interessiert, M.Helmers. Die gut ausgebildeten Syrer sind vor vier Jahren geflohen, heute fliehen gut ausgebildete Afghanen. Die USA prüfen monatelang, bevor sie ein Gesuch gutheissen.
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Alle Medien in Balkan haben gemeldet, dass einer von Terroristen würde in Presevo registriert.
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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Alle schlauen Kommentare, alles Jammern und Beten nützen euch nichts, das Ziel des fundamentalistischen Islam ist klar: Nichts weniger, als die Vernichtung der westlich-dekadenten Kultur und die Errichtung der Scharia. Lasst euch mal schon Bärte wachsen und eure Frauen verhüllen...Paris war erst der Anfang!
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Dass der Islam bezüglich Gewalt ein grosses Problem darstellt, gebe ich Ihnen recht. Mindestens so gross ist das Problem des Staatsterrorismus, welches Feindbilder aufbaut um kriegerische Handlungen zu rechtfertigen. Hier mischen sich zwei katastrophale Entwicklungen. Ohne Ausbildung durch westliche Militärexperten, Waffenlieferungen aus dem Westen usw. wäre der islamistische Terrorismus keine Gefahr. Begonnen hat die unheile Entwicklung mit der Aufrüstung der Taliban in Afghanistan.
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    2. Antwort von Hans Anreiner (Hans.Anreiner)
      @Bernoulli; Der Beginn mit den Taliban war nur der tötende Beginn. Ich stelle die These auf, dass wenn der Reichtum und der Wohlstand, das Essen und das Wasser, schlicht die Verteilung der Güter weiterhin so einseitig stattfindet, wird man in jedem Land, von jeder Religion, mit jedwelcher Sinnesrichtung Menschen finden, die man mit Manipulation dazu bringen wird, zu töten und zu morden. Manchmal im Namen des Islam, dann der Juden, dann der Rechtsextremen, dann der... etc etc...
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    3. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Heute Morgen in den SRF-Nachrichten: die USA schicken für über 1 Mrd. Bomben nach Saudi-Arabien... Wann wacht Europa endlich auf gegen die Terror- und Kriegsnation Nr.1?
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