Lufthansa verspricht Angehörigen finanzielle Soforthilfe

Die Fluggesellschaft will den Angehörigen dabei helfen, die unmittelbaren Ausgaben zu decken. An der Absturzstelle wird unterdessen weiter nach der zweiten Blackbox gesucht. Für den 17. April ist ein staatlicher Trauerakt im Kölner Dom geplant.

Gedenkstein mit Blumen in Le Vernet.

Bildlegende: Ein Gedenkstein erinnert in der französischen Ortschaft Le Vernet an die Opfer des Flugzeugabsturzes. Reuters

Die Lufthansa bietet den Hinterbliebenen der Absturz-Opfer der Germanwings-Maschine eine Überbrückungs-Hilfe an. Eine Lufthansa-Sprecherin bestätigte einen Bericht der deutschen Zeitung «Tagesspiegel», wonach der Konzern den Angehörigen der Opfer eine Soforthilfe zahlen will. «Lufthansa zahlt bis zu 50'000 Euro pro Passagier zur Deckung unmittelbarer Ausgaben», zitierte die Zeitung einen Germanwings-Sprecher.

In der Kathedrale Notre-Dame-du-Bourg der französischen Gemeinde Digne-les-Bains gedachten am Samstag Einwohner der Opfer des Flugzeugabsturzes vom Dienstag. In der voll besetzten Kirche versammelten sich mehrere Hundert Menschen zur Andacht.

Trauerfeier im Kölner Dom

Auch in Deutschland wird offiziell getrauert: Am 17. April soll im Kölner Dom mit einem Gottesdienst und einem staatlichen Trauerakt der Opfer des Flugzeugabsturzes gedacht werden. Erwartet werden dazu neben Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel auch Vertreter aus Frankreich, Spanien und anderen Ländern, aus denen die Opfer der Flugkatastrophe stammten.

Angehörige der Passagiere des verschwundenen Malaysia-Airlines-Fluges MH370 sprachen den Hinterbliebenen des abgestürzten Germanwings-Fluges ihr Beileid aus. «Unsere Gedanken und Gebete sind mit den Familien und Freunden der Passagiere und Besatzungsmitglieder von 4U9525», schrieben die MH370-Familien auf ihrer Facebook-Seite. «Wir geben ihnen unsere Unterstützung in diesen herzzerreissenden Zeiten.»

Co-Pilot war mit Absturzregion vertraut

Der Co-Pilot der abgestürzten Germanwings-Maschine kannte die Unglücksregion offenbar schon seit seiner Jugend. Er sei mit seinen Eltern dorthin gekommen, berichtete Francis Kefer vom Flugfeld in Sisteron dem französische Sender iTele. Diese hätten zwischen 1996 und 2003 mit ihrem Segelflugclub aus Montabaur Flüge in der Gegend unternommen. Sisteron liegt gut 40 Kilometer westlich der Absturzstelle.

Der Deutschen Presse-Agentur, sagte Kefer, er selbst habe die Familie dort nie getroffen; doch deren Aufenthalte seien im Club allgemein bekannt. Der Flugverein von Seyne-les-Alpes, noch näher am Katastrophenort gelegen, hat indes keine Hinweise auf einen früheren Aufenthalt der Familie des Co-P iloten.

Suche nach zweiter Blackbox dauert an

Das französische Fernsehen zeigte, wie Helikopter erneut in den Einsatz flogen. Die Retter konzentrieren sich neben der Bergung und Identifizierung der Leichen auf die Sicherung der Unfallstelle in dem schwierigen Gelände. Rechtsmediziner arbeiten an der Identifizierung der sterblichen Überreste, die schon ins Tal gebracht wurden.

Weiterhin gesucht wird nach dem zweiten Flugschreiber der Maschine der Lufthansa-Tochter Germanwings. Er soll weitere Erkenntnisse zum Geschehen im Cockpit vor dem Absturz liefern.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Co-Pilot hat Arbeitsunfähigkeit verheimlicht

    Aus Tagesschau vom 27.3.2015

    Der Co-Pilot, der die Maschine wahrscheinlich willentlich an den Felsen zerschellen liess, hat offenbar verheimlicht, dass er am Tag des Flugs arbeitsunfähig war. Live aus Berlin meldet sich SRF-Korrespondent Adrian Arnold.

  • Europas Fluggesellschaften setzen auf neue Cockpit-Regeln

    Aus Tagesschau vom 27.3.2015

    Die Fluggesellschaften Europas haben bereits 72 Stunden nach dem Absturz in Südfrankreich Konsequenzen gezogen. Im Cockpit sollen während des gesamten Flugs künftig immer 2 Personen anwesend sein.

  • Hausdurchsuchung beim Co-Piloten

    Aus Tagesschau vom 27.3.2015

    Nach dem Absturz der Germanwings will man mit einer Hausdurchsuchung mehr über das Vorleben und die Absichten des Co-Piloten erfahren. Viele Airlines passen ihre Sicherheitsvorschriften an und führen die Zwei-Personen-Regel im Cockpit ein.