NSU-Prozess auf nächste Woche verschoben

Jahrelang plätscherte der NSU-Prozess um Beate Zschäpe vor sich hin. Doch Anfang Woche kündigte Zschäpe eine Erklärung an. Allerdings: Der Vorsitzende Richter hat den Prozess bis kommenden Dienstag verschoben. Ob Zschäppe dann die Erklärung abgeben kann, ist unklar.

Verteidiger Strum, Heer und Stahl im Gerichtssaal.

Bildlegende: Die Pflichtverteidiger Heer, Sturm und Stahl wollten bereits im Juli von ihren Ämtern entbunden werden. Keystone

Am Montag veröffentlichte das Nachrichtenportal «Spiegel Online» die Nachricht von Zschäpes geplanter Einlassung am Mittwoch. Doch nun wurde der Prozess auf nächsten Dienstag verschoben. Ob Tschäppe dann ihre Erklärung abgeben kann, ist unklar.

Nicht vorab informiert: die Altverteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm. Diese erfuhren erst durch die Medien vom Wechsel der Verteidigungsstrategie.

Entsprechend turbulent begann am Dienstag der 243. Verhandlungstag. Die drei ursprünglichen Pflichtverteidiger wollen von ihren Mandaten entbunden werden. Heer begründete den Antrag damit, dass «Frau Zschäpe jetzt im Moment nicht ordnungsgemäss verteidigt wird.» Die Verteidigerbestellung sei nur noch Fassade.

Zschäpes Komplizen haben sich bereits selber gerichtet: Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos erschossen sich am 4. November 2011 im thüringischen Eisenach.