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International Obama: «Wenn der Iran betrügt, wird die Welt es erfahren»

US-Präsident Obama begrüsst die Einigung im Atomstreit. Gleichzeitig hält er fest, dass der Deal nicht zu einem Neustart der Beziehungen mit dem Iran führen werde. In Israel hingegen hat man für die Einigung nur Hohn und Spott übrig.

US-Präsident Barack Obama bei einer Rede
Legende: Die Einigung beruhe nicht nur auf Vertrauen, sagt US-Präsident Barack Obama, sondern vielmehr auf genauen Kontrollen. Keystone

Die israelische Regierung ist über den Deal im Atomstreit alles andere als glücklich. Das zeigt die Reaktion des israelischen Wirtschaftsministers Naftali Bennett. Sein ironischer Kommentar auf Twitter lautete: «‹Frieden in unserer Zeit›, 2015. Das radikalste islamische Terror-Regime der Welt bekommt ein offizielles Koscher-Zertifikat für sein illegales Atomprogramm.»

In dieselbe Kerbe schlug auch Premierminister Benjamin Netanjahu. Jedes Abkommen müsse auch den iranischen «Terrorismus und seine Aggressionen stoppen», forderte Netanjahu auf Twitter. Zudem verlangte er eine «deutliche Verringerung der nuklearen Fähigkeiten des Irans».

Anders klang es bei jenen Staaten, die an der Verhandlung beteiligt waren. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte die Einigung als «grossen Verdienst aller Verhandlungspartner». Und das russische Aussenministerium verlautet, dass damit die Sicherheit im Nahen Osten verbessert würde, da sich der Iran künftig aktiver als Problemlöser einbringen könne.

«Es ist ein guter Deal. Ein Deal, der unsere Kernziele erfüllt», sagte US-Präsident Obama. , Link öffnet in einem neuen FensterDoch selbst bei den westlichen Staatsoberhäuptern schwingt eine grosse Dosis Skepsis mit, was ein endgültiges Abkommen mit dem Iran betrifft. So sagte Obama auch: «Nichts ist vereinbart, bis alles vereinbart ist.»

Legende: Video Republikaner drohen mit Blockade abspielen. Laufzeit 0:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.04.2015.

Obama machte deutlich: Die Umsetzung der Atomvereinbarung beruhe nicht auf Vertrauen, sondern auf Kontrollmechanismen. «Wenn der Iran betrügt, wird die Welt es erfahren.» Bei den Atomverhandlungen gehe es um «Krieg oder Frieden». Und: Das Abkommen alleine werde nicht zu einem Ende des Misstrauens gegenüber dem Iran führen. Obama wandte sich dabei direkt an Republikaner und Demokraten, die einem Abkommen sehr skeptisch gegenüberstehen.

Der französische Aussenminister Laurent Fabius sprach von positiven Entwicklungen; warnte aber auch, dass noch viel zu tun sei. Und auch Präsident François Hollande sagte es klar und deutlich: Frankreich werde aufmerksam darüber wachen, dass die endgültige Vereinbarung dem Iran nicht erlaube, an Atomwaffen zu gelangen.

79 Kommentare

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  • Kommentar von D. Becker, Gebenstorf
    Und was man nicht vergessen darf: Politik sollte langfristig betrieben werden. Ohne den Sturz der Demokratie in Iran 1953 durch US hätten wir jetzt eine säkuläre, stabile Demokratie ohne Mullahs in Iran. Ursache und Wirkung. Wenn nun Wohlstand nach Iran gelangt durch die Aufhebung der Sanktionen wird Fanatismus abnehmen. Und: Die jap. und dt. Aggressionen in WW2 haben schliesslich komm. Systeme in Russland, China und Nordkorea erst so stabil gemacht! Ursache und Wirkung.
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    1. Antwort von Erwin Jenni, Ottikon
      @Becker: Ja, aber sicher Herr Becker. Deutschland würde es schon gar nicht mehr geben, wenn die Siegemächte des 2. WK dies gewolt hätten. Und wenn die Amis Europa nicht vom Faschismus befreit hätten, würde die ganze Welt von Nazi-Deutschland regiert. Ihre Anti-USA Kommentare entbehren jeglicher Logik.
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    2. Antwort von N.Belg, Luzern
      "Die Amis Europa nicht vom Faschismus befreit hätten", Europa ist etwas grösser, als man denkt... Die Verdienste der Amis sind sehr gering, im Vergleich, was UdSSR befreit hat vom Faschismus.
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    3. Antwort von O. Toneatti, Bern
      Jenni@ Entweder waren Sie im Geschichtsunterricht über der 2. Weltkrieg lange krank oder haben dieses Fach einfach übersprungen. Die westlichen Allierten griffen erst in den Krieg ein, als dieser bereits in fürchterlichen Schlachten an der Ostfront durch die Rote Armee entschieden war. Das ist die Meinung aller bedeutender Historiker. Und bei der Staatsgründung Israels im Jahre 1948 war man immer von einer Zweistaatenlösung ausgegangen. Dagegen wehren sich die Israelis seit bald 70 Jahren. mfg
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    4. Antwort von Erwin Jenni, Ottikon
      @Toneatti: Auch Sie lesen meinen Text nicht richtig, oder wollen es bewusst anders interprätieren! Ohne die USA wäre der Krieg nicht im Mai 1945 zu Ende gewesen. Die USA haben im Übrigen Russland mit Waffen und Logistik unterstützt - ohne die die Rote Armee kaum gegen Nazi-Deutschland bestanden hätte. Leider war und ist die Geschichte des 2. Weltkrieges eines meiner Hauptfächer.
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    5. Antwort von N.Belg, Luzern
      Niemand leugnet, dass die Allierten ihren Beitrag geleistet haben. Und alle Gegner des Faschismus haben fast in jedem Land dagegen gekämpft. Aber so was schreiben, dass die Amis die entscheidende Rolle getragen haben ist völlige Verdrehung, um die tatsächlichen Verdienste der Roten Armee zu beseitigen. Das übertreibt jegliche Moral!
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    6. Antwort von D. Becker, Gebenstorf
      @Jenni: Der Beitrag der USA ist unbestritten, sie haben vor allem gegen die Japaner unglaublich Blutzoll bezahlt. Auch in Europa, wenn auch nicht ganz so verlustreich. Die Deutschen haben den Krieg ganz eigenstädnig verloren in dem Moment, als sie in Russland als Herrenmenschen aufgetreten sind. Zuerst werden sie als Befreier empfangen, doch dann kamen die Kommandos... Für das Ziel der ersten A-Bombe war auch Süddeutschland im Gespräch. Da hat nicht viel gefehlt.
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    7. Antwort von D. Becker, Gebenstorf
      @Jenni: Was sie schreiben, ist Ihre Meinung. Hat mit meinem Kommentar rein gar nichts zu tun. Den Faschismus hätte es in Deutschland gar nicht gegeben, wenn man die Deutschen 1918 "ehrenvoller" hatte verlieren lassen. Alle Länder waren ja damals kriegsgeil. Aber Sie müssen doch einsehen, dass ein Aggressor (wie eben Deutschland oder Japan) Völker in der Abwehr zusammenschweisst. Staölin/KPdSU, Nordkorea/Kim und China/Mao waren danach unangreifbar und sassen für Jahrzente fest im Sattel.
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  • Kommentar von Erwin Jenni, Ottikon
    Dieser Anti-Amerikanismus und Israel-Bashing Tenor in den meisten Kommentaren hier ist schon fast krankhaft. Was mir bei den Besserwissern-Kommentaren fehlt, ist die Alternative! Soll Russland, China, Europa oder sogar die UNO die Probleme im Nahen Osten lösen? Soll sich Israel vollständig zurückziehen und sein Überleben in die Hände der UNO und der arabischen Staaten legen? Wollen wir uns durch die arabisch-islamisch schattierte Weltgemeinschaft noch mehr diktieren lassen? Wollen wir das?
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Denke & das ist nur meine persönliche Meinung, dass kein Dritter diese Probleme lösen kann, sondern nur die Beteiligten selber. Es gibt so viele Gebiete im Nahen Osten, wo Juden, Christen & Muslime friedlich zusammen leben. Es ist also nicht so, dass es nicht funktionieren kann. Meine, je mehr sich einmischen, umso mehr schürt es Hass.
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    2. Antwort von Björn Christen, Bern
      "Es gibt so viele Gebiete im Nahen Osten, wo Juden, Christen & Muslime friedlich zusammen leben." - Sie haben wieder mal keine Ahnung. Juden gibt es ausser in Israel fast keine mehr in islamischen Ländern (850,000 wurden nach dem 2 WK enteignet und vertrieben); ausser im Iran kann man sie an einer Hand abzählen. Und die Christen werden seit 100 Jahren systematisch dezimiert, in der Türkei von fast 25% auf heute 0.2% der Bevölkerung. Ansonsten: Lesen Sie mal, was das Wort 'Dhimmi' bedeutet.
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  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Da hat sich Obama und der Welt ein gewaltiges Ei gelegt. Dieses Rahmenabkommen haben die Iraner prima hingekriegt und mündet faktisch in einem Freibrief zum Bau von Atomwaffen. Es kann nur gehofft werden, dass dieser Unfug von den Republikanern noch gestoppt wird. Wenn nicht kann sich Obama dann rühmen dafür verantwortlich zu sein, dass in dieser Region gewaltmässig noch einmal ganz gehörig die Post abgeht, denn Israel wird nicht zuschauen bis die Mullahs die A-Bombe fertiggebastelt haben.
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