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International Putin und Obama reden miteinander – sind sich aber weiter uneinig

Am Rand der UNO-Generaldebatte haben US-Präsident Obama und sein russischer Amtskollege Putin miteinander gesprochen. Es war das erste Treffen seit über zwei Jahren. Putin will die militärische Hilfe für den syrischen Präsidenten Assad aufstocken, Obama will ihn loswerden.

Legende: Video UNO-Vollversammlung: Treffen von Putin und Obama abspielen. Laufzeit 01:35 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 29.09.2015.

Gut 90 Minuten lang haben der russische Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Barack Obama miteinander in New York gesprochen. Putin sagte nachher, das Treffen sei «sehr nützlich» und «sehr offen» gewesen.

Zum letzten Mal waren sich die Staatschefs am Rande eines G8-Gipfels im Juni 2013 begegnet. Ein für September 2013 geplantes Gipfeltreffen in Moskau hatte Obama abgesagt, nachdem Russland dem US-Geheimdienstenthüller Edward Snowden Asyl gewährt hatte.

Anschliessend hatte die Rolle Russlands in der Ostukraine zu einer Eiszeit in den Beziehungen geführt.

Kampf gegen den Terrorismus

Thema des jüngsten Gesprächs in New York sei die Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA beim Kampf gegen den Terrorismus gewesen, sagte Putin. «Wir denken gemeinsam darüber nach, die notwendigen Mechanismen für unsere Zusammenarbeit zu schaffen.» Konkret sprachen die beiden Präsidenten über eine mögliche Beteiligung Russlands an den Luftschlägen gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» IS in Syrien.

Einig sind sich Obama und Putin darin, dass der IS bekämpft werden muss. Bei der Frage, welche Rolle Syriens Präsident Baschar al-Assad spielen soll, sind sie aber zerstritten. Während Putin nach dem Gespräch ankündigte, er wolle die militärische Hilfe für Assad aufstocken, hatte Obama vor der UNO-Vollversammlung Asssad als «Tyrannen» bezeichnet, der den Bürgerkrieg in seinem Land zu verantworten habe. Assad müsse seine Macht in einem «geordneten Übergang» abgeben, hatte Obama gesagt.

Putin dagegen erklärte: «Wir denken darüber nach, wie wir der syrischen Armee im Kampf gegen Terroristen zusätzlich helfen können.» Assads Armee sei die einzige rechtmässige Streitkraft in Syrien, alles andere seien Terroristenmilizen.

Keine Bodentruppen in Syrien

Von einem Einsatz russischer Bodentruppen in Syrien könne aber «keine Rede» sein. Putin erklärte sich bereit, künftig mit russischen Flugzeugen an den Luftschlägen gegen den IS mitzuwirken – sofern der UNO-Sicherheitsrat dies erlaube. In den letzten Wochen hatte Russland seine Armeepräsenz in Syrien ausgebaut, auch mit der Stationierung von Kampfjets. Obama bekräftigte, er wolle mit Russland zusammenarbeiten.

Aus US-Regierungskreisen verlautete nach den Treffen, Obama und Putin hätten sich auf Gespräche auf Militärebene verständigt, um zu verhindern, dass es bei möglichen Einsätzen beider Staaten in Syrien zu Konflikten komme. Zudem hiess es, die beiden Präsidenten hätten auch über den Konflikt in der Ostukraine gesprochen.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Assad ist ein Massenmörder und Putin sein Freund. Sage mir wer deine Freunde sind und ich sage dir wer du bist.
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    1. Antwort von Bruno Vogt (b.vogt)
      Herr Chauvet, Suharto, Massenmörder an der Macht dank: den USA. Pinochet, Massenmörder an der Macht dank: den USA. Mobutu Sese Seko, Massenmörder an der Macht dank: den USA. Israel gehört durchaus auch in diese Gruppe, existiert dank den USA. Hätte sich die USA in Syrien mit Ihren Schergen nicht eingemischt hätte Assad die Demonstrationen schnell unter Kontrolle gebracht und die vielen Toten und die Flüchtlingswelle nach Europa wäre nicht passiert. Wer also hat hier mehr Blut an den Händen?
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    2. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      @Bruno Vogt: So wie ich es sehe, sind Sie ein Parteigänger Putins. Deswegen dürften Sie allerdings nicht zu der Spezies von Menschen gehören, welche die Untaten Putins mit den Untaten sonstiger Machthaber, die Blut an den Händen haben, rechtfertigen wollen. Eine solche Argumentation ist moralisch gesehen verwerflich. Im übrigen gibt es keine Grundlage für Ihre Behauptung, dass sich "die USA in Syrien mit ihren Schergen eingemischt hat", bzw. die USA die Gegner Assads unterstützt.
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  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
    Das kann man so eben nicht vergleichen. In der Ukraine wurde der legitime Präsident weggeputscht und die Regierung ersetzt durch Leute, die dem Ami-Regime hörig sind. Die Finanzministerin, Amerikanerin!, wurde sogar geschwind eingebürgert. Soll das jetzt überall die Regel werden, oder wie? Die Opposition in der Ukraine ist keine Terrororganisation. Ganz im Gegensatz zu jenen Gruppen in Syrien, welche von der UN auch als solche klassifiziert werden.
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  • Kommentar von Sebastian Klaus (sklaus)
    "Assads Armee sei die einzige rechtmässige Streitkraft in Syrien, alles andere seien Terroristenmilizen." -- würde man nun diese Worte auf die Ukraine anwenden ...
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    1. Antwort von Bruno Vogt (b.vogt)
      Kommt darauf an wie rechtmässig man einen Präsidenten wie Poroschenko sieht, der nach einem Coup gegen einen gewählten Präsidenten ins Amt getragen wurde. Man kann durchaus argumentieren das Herr Poroschenko den Status Quo gegenüber dem Frieden bevorzugt. Die Ukraine ist pleite, den Menschen geht es sehr schlecht und der Mann führt weiter lieber Krieg als das er das Minsk-Abkommen durchsetzen will.
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