Zum Inhalt springen

International Russische Luftangriffe verschärfen das Leid in Syrien

Fast 1000 Luftangriffe hat die russische Luftwaffe in den letzten vier Wochen in Syrien geflogen. Unter ihrem Schutz hat Assads Armee im Norden des Landes – rund um die Metropole Aleppo – eine Offensive gestartet. Die humanitäre Lage in dieser Region hat sich seitdem massiv verschlechtert.

Legende: Video Der Syrien-Einsatz Russlands abspielen. Laufzeit 1:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.10.2015.

Pawel Krzysiek ist Sprecher der Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Damaskus. Auf seinen Reisen zu den Aussenstellen des IKRK in den Städten Homs und Aleppo hat er gesehen, wie sich die humanitäre Situation der Bevölkerung in den letzten Wochen entwickelt hat.

Jede Verschärfung des Konflikts verstärke das Leiden der Bevölkerung enorm, sagt er. Ganz gleichgültig, welche Kriegspartei einen Angriff starte. Die Folgen seien immer die gleichen.

Mangel an Medikamenten und Lebensmitteln

Nach fünf Jahren Krieg sei das Land total überfordert, die täglichen Bedürfnisse der Menschen abzudecken. «Wir sehen es jeden Tag: Die ersten Opfer des Konfliktes sind die Zivilisten», sagt Krzysiek. Es fehle an Wasser und Strom. Die Leute fänden kaum mehr Nahrung für ihre Kinder. Und auch eigentlich harmlose Krankheiten oder Verletzung hätte oft schwere Konsequenzen, weil sie kaum noch Zugang zu Ärzten oder medizinischer Pflege hätten. Der Alltag werde für die Leute immer schwieriger.

Am stärksten betroffen von den Kämpfen im Norden, sagt der Sprecher der IKRK-Delegation in Damaskus, seien die Bauern. «Und diese lassen ihr Land nicht im Stich, sondern lassen sich dort häufig in Zelten nieder und versuchen, die Stellung zu halten» – weil sie sich dort eben auskennen und mit ihrem Land verbunden sind.

Im Zelt auf dem Feld sind die Bauern allerdings zusätzlich einem natürlichen Gegner ausgeliefert. Pawel Krzysiek spricht von der Witterung: «Der Winter kommt, und dieser ist hier sehr kalt. Damit wird die Situation dieser Leute noch schwieriger.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

66 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Andreas Remark (andrema)
    Werter CHRISTmann: In obigem Artikel geht es ausschließlich um das sich noch weiter vergrößernde Leid, das die Syrer durch Putins Einmarsch ertragen müssen. Von Ihnen dazu, wie üblich, kein Wort. Stattdessen benutzen Sie diese traurige Situation wieder mal, um sich als erklärter Putin-Versteher zu präsentieren, der etwa von der russischen Propagandamaschinerie - ob nun im Fall von Syrien oder der Ukraine - offensichtlich noch nie etwas gehört hat. Bei soviel Ignoranz kehrt sich mir der Magen um!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      ja, lieber "Nachbar" Remark, eben westliche Propaganda. Glauben sie im Ernst, dass es nach 4 Jahren Krieg in Syrien noch schlimmer kommen könnte? Die Amis haben dort wie auch anderswo so ziemlich alles falsch gemacht. Wenn die Russen nun mithelfen in diesem Staat wieder einigermassen geordnete Verhältnisse zu schaffen, wird das wohl längerfristig für die Zivilbevölkerung besser sein. Und ja, trinken sie doch einen Kamillentee.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Die aktuellen Syrien- Gespräche in Wien sind immerhin von der russischen Delegation iniziiert worden, A.Remark. Auch die Teilnahme des mit Syrien befreundeten Iran ist ein diplomatischer "Streich" Lawrows. Wenn Syrien selber nicht am Tisch sitzen darf, dann sind wenigstens Freunde dabei - und nicht ausschliesslich die USA.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      @Christmann: Was verstehen Sie unter "westlicher Propaganda" ?Aufgrund welcher Beweise leiten Sie das Recht her, Berichte über die Zustände in Syrien derart zu disqualifizieren? Und wozu bombt eigentlich Putin ununterbrochen, wohl nicht, um Papierschnitzelchen über Syrien abzuwerfen. Sicher ist es jetzt noch schlimmer gekommen, wenn nur noch Ruinen und Flüchtlingsströme zu sichten sind. Der IS steht vor der Türe, Frieden ist in weiter Ferne, wer soll dann eigentlich das Land wieder aufbauen?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von N. Belg (Sinilga)
    Nato greift wieder zu ihren Lügenmethoden. Russische Verteidigunsministerum verlangte von Nato die Erklärung ihren gefälschten Informationen. Aber wer lügt, kann auch nichts beweisen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Die westliche Propaganda läuft wie immer geschmiert. Tatsache ist, dass die Amerikaner dort seit über einem Jahr in der Wüste herumschiessen (notabene völkerrechtswidrig), mal diese, mal jene unterstützend, wohl in der Absicht diesen Krieg noch lange am Leben zu erhalten. Die Russen sind die Einzigen, die legitimiert nun eingreifen und scheinbar Erfolge aufzuweisen haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen