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International Russland stoppt Flüge nach Ägypten

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Aussetzung aller Flüge von Russland nach Ägypten angeordnet. Tausende Briten warten derweil seit dem Absturz der russischen Passagiermaschine vom Samstag am Roten Meer auf ihre Rückreise.

Legende: Video Auch Russland stellt Flüge nach Scharm el Scheich ein abspielen. Laufzeit 1:20 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.11.2015.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Russland hat vorläufig alle Flüge nach Ägypten gestoppt
  • Der Kreml will zudem russische Touristen aus Ägypten zurücktransportieren
  • Grossbritannien hat das am Mittwoch verhängte Flugverbot teilweise aufgehoben
  • Die angeordnete Rückreise britischer Touristen aus Scharm el-Scheich verzögert sich

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Aussetzung aller Flüge von Russland nach Ägypten angeordnet. Zuvor hatte der russische Inlandsgeheimdienst FSB die Suspendierung aller Ägypten-Flüge empfohlen, bis die Ursache für den Absturz der Passagiermaschine auf dem Sinai geklärt sei.

Zudem sollten die Behörden den Rücktransport russischer Reisender aus Ägypten organisieren, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Behördenangaben zufolge befinden sich derzeit 45'000 Russen in Ägypten.

Legende: Video Der Meinungsumschwung in Moskau abspielen. Laufzeit 1:36 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.11.2015.

Kehrtwende um 180 Grad

Den Grund für die Rolle rückwärts des Kreml ortet SRF-Korrespondent Christof Franzen bei den Restriktionen der grossen europäischen Airlines, die ihre Flüge nach Scharm el-Scheich eingestellt haben. Ein neuerlicher Zwischenfall wäre für Putin innenpolitisch kaum zu verantworten gewesen. Deshalb also nun diese Kurskorrektur.

Die Geheimdienste der USA und Grossbritanniens gehen laut Medienberichten davon aus, dass eine an Bord geschmuggelte Bombe den Airbus-Absturz auf dem Sinai verursacht hat.

Der ägyptische Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte am Mittwoch erneut erklärt, er habe die Maschine zum Absturz gebracht. Der IS hatte bereits kurz nach dem Absturz behauptet, für diesen verantwortlich zu sein. Bislang hatten ägyptische und russische Behörden dies bezweifelt.

Verzögerung bei Evakuierung der britischen Touristen

In der Region sollen bis zu 20'000 Briten gestrandet sein. Die Rückführung der Touristen gestaltete sich heute schwierig. Ägyptische Behörden liessen keine zusätzlichen Flüge der Fluggesellschaft Easyjet von Scharm el-Scheich nach Grossbritannien zu, wie das Unternehmen mitteilte.

Acht Flüge seien betroffen. Es werde «auf höchster politischer Ebene verhandelt», um das Problem zu lösen.

Wie andere Fluggesellschaften wollte auch die britische Billig-Airline zusätzliche Maschinen in den Badeort am Roten Meer schicken, um gestrandete Touristen heimzufliegen. Der BBC zufolge könnten Probleme mit der zeitlichen Organisation der Starts und Landungen in Scharm el-Scheich der Grund sein.

Sky News meldet, dass die Fluggesellschaft Thomas Cook einen Flug zum Rücktransport der Touristen aus Scharm El-Scheich abbrechen musste. Die Maschine kehrte über Albanien um und flog zurück nach Manchester. Grund für die Rückkehr könnten fehlende Abfertigungskapazitäten vor Ort in Scharm el-Scheich sein.

Nach dem Absturz der russischen Passagiermaschine über dem Sinai vergangenen Samstag mit 224 Toten hatte London am Mittwoch die Flugverbindungen zwischen Grossbritannien und Scharm el-Scheich aus Angst vor Terroranschlägen vorübergehend gestoppt.

Der britische Botschafter in Ägypten, John Casson, erteilt am Flughafen in Scharm el-Scheich Auskunft.
Legende: Gefragter Mann: Der britische Botschafter in Ägypten, John Casson, gibt am Flughafen in Scharm el-Scheich Auskunft. Reuters

Rückreise nur mit Handgepäck

Für Freitag waren bisher mehr als 20 Flüge verschiedener Linien von Scharm el-Scheich nach Grossbritannien geplant. Der britische Botschafter in Ägypten sagte in Scharm el- Scheich, es gebe zusätzliche Sicherheitsmassnahmen, die einen sicheren Heimflug ermöglichten.

«Die zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen beinhalten, dass die Passagiere nur Handgepäck mitnehmen dürfen und das andere Gepäck separat transportiert wird», sagte eine Sprecherin von Premierminister David Cameron am Freitag. Das Gepäck soll nachgeliefert werden.

Keine Probleme bei anderen britischen Airlines

Am Freitagmittag starteten die ersten zwei Easyjet-Maschinen in Scharm el-Scheich, um Touristen nach London zu bringen. An Bord waren dem Unternehmen zufolge rund 340 Passagiere.

Die Fluggesellschaft Monarch teilte mit, dass ihre fünf geplanten Flüge voraussichtlich stattfinden würden. Auch British Airways erklärte, es laufe alles nach Plan.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz Binggeli (Demokrat)
    Es ist schwieriger hier den Grossen zu spielen als damals in der DDR als es KGB Agent war und seine Frau schlug!
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Wenn sich bestätigt, dass IS hinter allem steht, erwarte ich, dass Russland begint Jemenitische Milizen zu bewaffnen. Heute ist eine russische Frachtmaschine in Sana gelandet mit humanitäre Hilfe. Vielleicht nächste wird keine Kekse und Bohnen bringen. Saudis haben gedroht Maschine abzuschissen, wenn sie versucht zu starten. Kriegverlauf in Jemen nimmt höhe Zoll für Saudis. Gleichzetig Schittische Stämme in Saud Arabien werden immer unruhiger.
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  • Kommentar von A. Zuckermann (azu)
    Ach, wenn wir doch zuerst erfahren dürften, was wirklich geschah, bevor die Politischen Spielereien beginnen mögen…?
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