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International Separatisten drohen eigenen Leuten mit Todesstrafe

Die pro-russischen Separatisten ziehen offenbar innerhalb der eigenen Reihen die Zügel an. Ab sofort gelte die Todesstrafe für Vergehen wie Hochverrat, heisst es in einem russischen Medienbericht. Unterdessen sterben Dutzende Flüchtlinge bei einem Angriff.

Legende: Video Vorwürfe gegen Separatisten abspielen. Laufzeit 00:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.08.2014.

Über die scharfen Massnahmen der pro-russischen Separatisten hat die Website themoscowtimes.com berichtet. Demnach sollen nach Angaben von Vertretern der selbsternannten «Volksrepublik Donezk» militärische Tribunale die Todesstrafe für verschiedene Vergehen verhängen können. Das gelte für Hochverrat, Spionage, Sabotage und Anschläge auf die Anführer der Separatisten.

«Die Einführung der Todesstrafe ist keine Rache, es ist die höchste Stufe zum Schutz der Gemeinschaft», wird Vladimir Antyufeyev, einer der Anführer der pro-russischen Kämpfer, auf der Website zitiert.

Zivilisten sterben bei Angriff auf Bus

Ein Bus-Konvoi mit Flüchtlingen aus der ostukrainischen Stadt Lugansk ist unterdessen bei einem Raketenangriff getroffen worden. Dem Militär zufolge sind dabei Dutzende Menschen getötet worden.

Die genaue Zahl der Opfer habe jedoch noch nicht ermittelt werden können, sagte ein Armeesprecher. Er bekräftigte den Vorwurf des Militärs an pro-russische Aufständische, für die Attacke verantwortlich zu sein: «Die Rebellen haben den Konvoi abgepasst und ihn vollständig zerstört.» Die Separatisten machten dagegen ihrerseits die ukrainische Armee für den Angriff bei Lugansk verantwortlich.

Separatistensprecher Konstantin Knyrik wies den Vorwurf zurück. Niemand habe eine Flüchtlingskolonne beschossen, sagte er der Agentur Interfax. Offenbar haben sich an der Fahrtroute des Busses bereits zuvor Soldaten und Separatisten mit schwerer Artillerie beschossen.

Vor den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Aufständischen sind in den vergangenen Wochen Zehntausende geflohen.

Weiterhin erbitterte Kämpfe

Am Wochenende hatten sich die Kämpfe in den Separatisten-Hochburgen Donezk und Lugansk verschärft. Die ukrainischen Regierungstruppen brachten nach Angaben aus Kiew einen Teil von Lugansk unter ihre Kontrolle.

Die Stadt mit mehr als 200'000 Einwohnern ist seit mehr als zwei Wochen ohne Strom und Wasser. Lugansk kämpfe ums Überleben, teilten die örtlichen Behörden mit.

Auch in Donezk ist die Wasserversorgung wegen Schäden an einer Filteranlage prekär. Nahezu die ganze Stadt ist nach Angaben des Stadtrats ohne Wasser.

Kämpfer aus Russland?

Separatistenführer Alexander Sachartschenko hat frühere Aussagen über eine militärische Untersützung aus Russland relativiert. «Unsere Waffen haben wir erbeutet», behauptete er. Die Verstärkung durch neue Kämpfer seien Freiwillige. Sachartschenko hatte am Wochenende von «1200 in Russland geschulten Kämpfern» als Verstärkung gesprochen.

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113 Kommentare

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  • Kommentar von Lucas Kunz, Sallneck
    @ jene, die immer von den Faschisten der Ukraine sprechen: Der grösste wohl, sitzt in Moskau. Dieser hat zum Machterhalt die Orthodoxe-Kirche im Schlepptau, also jene Kraft, die von einem Grossrussland träumt und entsprechend tätig ist. Übrigens war der Volchsgouverneur aus Donezk 100%iger Faschist - Mitglied einer Naziorganisation.
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    1. Antwort von Martin Lopez, Zürich
      Und was sind das hier für welche? http://medien.neopresse.com/Arseni_Jazenjuk.jpg
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    2. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Das Problem ist aber, dass die USA und die EU die einen hofieren, unterstützen, decken, ev. sogar an die Macht verhelfen während sie die anderen verteufeln. Damit fragt sich, was an den Idealen bzw. der Glaubwürdigkeit der sog. westlichen Welt noch sein soll, wenn sie sich je nach ihren Interessen mit Schurken verbünden bzw. mit denen geschäften (China, RU wenn es um die Öl-Förderung von US-Firmen geht usw.).
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    3. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Oder anders ausgedrückt: gegen die Einen spricht der Westen Sanktionen aus und rührt die Kriegstrommel, während mit den anderen Schurken Geschäfte getrieben werden, sie mit Waffen beliefert werden usw. Während der Westen, allen voran die USA, sich auch nicht scheut, völkerrechtswiedrige Kriege vom Zaun zu reissen. Somit wirkt die Empörungt von Seiten der Allianz USA/EU doch etwas seltsam - als sei dasjenige, was man RU vorwirft nur Vorwand zwecks anderer Ziele, auch kriegerischer Art...
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Nun, nachdem man in Berlin keine Einigung erzielen konnte, werden sich die Parteien weiter bekämpfen, Russland und USA werden Waffen liefern und die Tea-Partie freuts Poroschenko und Jazenjuk haben schon verloren aber sie glauben es nicht, und so wie sie die MH 17 abgeschossen haben so beschiessen sie Flüchtlingstransporte. Um auch dies den Aufständschen asnzulasten.. Wo sind die Bilder der abgeschossenen Schützenpanzer die von Russland über die Grenze kamen. Alle ist lug und trug.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Jetzt reicht es langsam mit solchen Schuldzuweisungen!! So wie bis jetzt nicht bewiesen worden ist, dass das Flugzeug von den "Freiheitskämpfern" oder sogar von Russland aus abgeschossen wurde - Kunststück, es wurde ja einiges rechtzeitig beseitigt -, so ist bis jetzt auch keine Schuld der "Faschisten" nachzuweisen. Alles ist Lug und Trug - das stimmt, aber nicht nur in Kiew und Washington. Oder ist etwa Moskau ein Hort der Wahrheit? Seit wann denn? Ich bitte um Aufklärung.
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    2. Antwort von N.Belg, Luzern
      Alle "Indizien führen dazu", dass UA schuldig wird. Das war auch so, als noch das Flugzeug brannte, alle "Indizien" führten gegen Separatisten und Russland, so schnell wurde alles verbreitet und damit haben sie sich selber verraten. Wer die Medien manipuliert und wer schiebt auch die Schuld zuerst, ohne Beweise, sich "sauber" wieder machen.
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    3. Antwort von R. Haechler, AG
      @JS: Lesen Sie doch mal all die Berichte von Dr. Paul Craig Roberts. (Paul Craig Roberts has had careers in scholarship and academia, journalism, public service, and business. He is chairman of The Institute for Political Economy.) Das sollte dann einiges klären - so hoffe ich zumindest.
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    4. Antwort von Roger Stahn, Fraubrunnen
      Herr Stump, immerhin war Russia Today 2010 & 2012 für den Emmy-Award nominiert, den bedeutendsten US-amerikanischen Fernsehpreis. Während des Kaukasuskriegs 2008 war RT einer der wenigen englischsprachigen Sender, der von Anfang an Georgien als Aggressor bezeichnete, eine Tatsache die später von einer unabhängigen EU-Kommission bestätigt wurde.
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    5. Antwort von Martin Lopez, Zürich
      Also vergleicht man RT mit den westlichen Propaganda-Sendern, ist RT aus meiner Sicht doch um einiges Intelligenter. Das Beispiel von Georgien wurde von Herrn Stahn ja schon gebracht. Das unglaubliche ist aber, das im Westen nur zu gerne immer noch Russland als Aggressor in Südossetien angesehen wird. Das sagt viel aus.
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  • Kommentar von S. Meier, Adliswil
    Was ist eigentlich mit dem Hilfskonvoi des Roten Kreuzes an der Grenze zur Ukraine? Will Kiew etwa keine Sicherheitsgarantie geben?
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Gestern in den Nachrichten, ist dieser an der Grenze (Order aus Kiew) wieder gestoppt worden. Keine humanitäre Hilfe aus Russland erwünscht.
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