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International Ungarn schickt 2000 Polizisten an die serbische Grenze

Ungarn meldet einen neuen Höchststand an Flüchtlingen. Grund ist die erneute Grenzöffnung Mazedoniens zu Serbien. Unterdessen greift die ungarische Polizei zu Tränengas, um Konflikte unter den Flüchtlingen zu unterbinden.

Legende: Video «Flüchtlingsdrama an Ungarns Grenze» abspielen. Laufzeit 4:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.08.2015.

Die Zahl der Flüchtlinge an der ungarischen Grenze ist auf einen neuen Höchststand geklettert. Allein am Dienstag seien 2533 Flüchtlinge aufgegriffen worden, die über die grüne Grenze aus Serbien gekommen waren, teilte die Polizei mit.

Am Montag hatte diese Zahl noch bei 2093 gelegen. Am Wochenende war die Zahl der in Ungarn eingetroffenen Migranten kurzzeitig zurückgegangen. Mazedonien hatte davor seine Grenze zu Serbien für einige Tage gesperrt und dann wieder geöffnet. Die Menschen, die dadurch aufgehalten wurden, strömen nun in grösserer Zahl nach Ungarn.

Der Zaun wird weiter gebaut

Ungarn errichtet derzeit einen Zaun an seiner Grenze zu Serbien, der inzwischen weitgehend fertiggestellt ist. Er soll die Flüchtlinge davon abhalten, nach Ungarn zu kommen.

Viele Flüchtlinge – die meisten von ihnen aus Syrien – nutzen neuerdings Bahngleise, die über die serbisch-ungarische Grenze führen und durch den Zaun nicht versperrt werden können. Andere überwinden die etwa anderthalb Meter hohe Stacheldrahtsperre, indem sie sie niederdrücken und übersteigen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa vor Ort beobachtete.

Einsatz von Tränengas

Ungarn will die Grenzkontrollen angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen weiter verschärfen. Die Behörden kündigten an, 2100 Polizisten an die Grenze zu Serbien zu entsenden, um den Flüchtlingsandrang einzudämmen.
Die ungarische Polizei hat Auseinandersetzungen unter Flüchtlingen an einem Aufnahmezentrum unter Einsatz von Tränengas beendet. Die Lage schien sich danach zu beruhigen.

Die «Flüchtlingsfähre»

Die griechische Fähre «Eleftherios Venizelos» bringt 2500 Flüchtlinge von de der Insel Lesbos nach Piräus, wie ein Offizier der Küstenwache sagte. Die Fähre pendelt seit Tagen zwischen den Ostägäisinseln und Piräus und hat nach Schätzungen der griechischen Presse mittlerweile mehr als 12'500 Migranten nach Piräus gebracht.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Christa wüstner, Reinach
    Es war ein sinnvoller und richtiger Weg von Ungarn. Die 2000 Polizisten haben versucht, etwas Ordnung in das Chaos zu bringen. Daran sollte man sich ein Beispiel nehmen. Ausserdem haben Sie Essen an die Flüchtlinge verteilt. Das zeigte gestern Abend eine Dokumentation. Sie sind die einzigen, die sich dem Ganzen stellen. Ausserdem haben sie zuerst Frauen und Kinder in Busse verladen und sie weggebracht. Die Frage, wo bleiben die anderen EU Länder, darf man gar nicht stellen.
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  • Kommentar von Margot Helmers, Bülach
    90% stamen nicht aus Syrien, sondern aus Lybien, Algerien, Marokko und Irak. Die werden wahrscheinlich ihre Pässe "verloren" haben und sich als Syrer ausgeben. Deutschland hat gesern gesagt das alle Syrer bleiben dürfen. Das wird erst recht einen Sog von allen umliegenden Ländern auslösen. Ähnlich bei den Eritreer; wer weiss schon wieviel Äthiopier sich als solche ausgeben?
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  • Kommentar von Maria Fechter, Zürich
    Da dürften jetzt einige SVP-Exponenten aber scharf ins Grübeln kommen, wenn sich am ungarischen Grenzzaun zeigt, dass einer der tragenden Pfeiler der SVP-Asylpolitik, namentlich das Schliessen/Dichtmachen der Grenzen, die Flüchtenden nicht auffhält. BR Sommmaruga hats ja gesagt: die Verzweiflung der Menschen ist so gross, dass sie auch Zäune und Mauern überwinden werden. Offenbar hatte sie recht.
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    1. Antwort von U.Haller, Bern
      M.Fechter,nun stimmen Sie auch schon ins Lied von N.Bächler ein und schieben die Schuld der Fehlpolitik von S.Sommaruga der SVP in die Schuhe.Es wäre schön wenn das so einfach wäre.Unsere Politiker haben verschlafen und nun erwachen sie im Chaos und sind hilflos.Natürlich halten Zäune die Flüchtlinge nicht auf,das weiss man ohne Frau S.S.aber handeln sollte die gute Frau statt das Chaos mit Willkommen noch zu unterstützen.
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @M. F.: "Friede beginnt mit Respekt." Statt jetzt immer von links nach rechts, oder umgekehrt scharf zu schiessen, sollten jetzt alle Parteien am selben Strang ziehen, damit wir diesem Problem, welches viele Menschen umtreibt endlich Herr werden. Es ist nicht damit getan, dass man sich Probleme einfach schön redet, sie verdrängt oder als: "Alles halb so wild" abtut. Das Unbehagen in der Bevölkerung wächst & das sollte endlich von allen Parteien ernst genommen & gehört werden. Punkt.
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