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Ventil für Anti-Brexit-Protest Die «Gelbwesten»-Welle schwappt nach London

Legende: Video Gelbwesten-Welle schwappt nach London abspielen. Laufzeit 01:27 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.01.2019.
  • In Anlehnung an die Kundgebungen in Frankreich haben auch in Grossbritannien erstmals Gelbwesten-Proteste stattgefunden.
  • Bis zu 10'000 Menschen haben sich der Demonstration in London angeschlossen.

Die Wut auf Regierende samt ihrem Sparkurs scheint mittlerweile auch den Ärmelkanal überquert zu haben.

Tausende Demonstranten protestierten nach dem Vorbild der «Gelbwesten» in London gegen die britische Regierung. Sie forderten angesichts des Brexits ein Ende der Sparpolitik und eine Neuwahl.

May: Brexit-Spielchen beenden

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Die britische Premierministerin Theresa May warnt kurz vor der entscheidenden Abstimmung über ihren EU-Austrittsplan vor den Folgen im Falle einer Ablehnung im Parlament. «Dies wäre ein katastrophaler und unverzeihlicher Vertrauensbruch für unsere Demokratie.»

«Meine Botschaft an das Parlament an diesem Wochenende ist also einfach: Es ist Zeit, die Spielchen zu vergessen und zu tun, was für unser Land richtig ist», schrieb May im «Sunday Express».

Die Abgeordneten im britischen Unterhaus sollen am Dienstag über den Vertrag abstimmen. Der Ausgang ist ungewiss. Knackpunkt ist vor allem die Frage, wie sich nach dem Brexit Kontrollen zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland umgehen lassen – auch um ein Wiederaufflammen des Nordirland-Konflikts zu verhindern. Bei einem Aus im Unterhaus droht ein ungeordneter Brexit mit Einbrüchen für die Wirtschaft. Grossbritannien will am 29. März aus der EU austreten.

Dem Aufruf der Kampagne «The People's Assembly Against Austerity» folgten auch Politiker und Gewerkschafter aus weiten Teilen des Landes. Etwa 5000 bis 10'000 Demonstranten hätten teilgenommen, sagte eine Sprecherin der Veranstalter. Auch Vertreter der Gelbwesten-Bewegung aus Frankreich nahmen an der Demonstration in London teil.

Todesfall bei Protest: LKW-Fahrer gesucht

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Der Lkw-Fahrer, der in Belgien einen Demonstranten der «Gelbwesten»-Bewegung tödlich angefahren hat, ist auf der Flucht. Belgische und niederländische Behörden suchten gemeinsam nach der Person, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Samstag unter Berufung auf mehrere Medienberichte.

Sein Lastwagen soll ein niederländisches Nummernschild haben. Eine Sprecherin der Lütticher Staatsanwaltschaft sagte Belga, der 56 Jahre alte Niederländer werde mit europäischem Haftbefehl gesucht. Sein Lkw sei auf einem Parkplatz im Süden der Niederlande gefunden worden.

Zunächst hatte es geheissen, der Fahrer sei festgenommen worden. Die Sprecherin betonte am Samstagabend zudem, dass die Ermittler derzeit nicht mehr von einem Unfall ausgehen. Von einem Mord zu sprechen, sei jedoch verfrüht. Bei dem Toten handelt es sich Belga zufolge um einen 50 Jahre alten Mann. Er war am Freitagabend bei «Gelbwesten»-Protesten auf einer Fernstrasse zwischen Lüttich und dem niederländischen Maastricht von einem Laster angefahren worden und gestorben.

Einer der Teilnehmer aus Frankreich sagte der britischen Nachrichtenagentur PA: «Alle europäischen Länder sollten sich diesem Kampf gegen die Sparpolitik anschliessen».

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Amthauer (Peter.A)
    Es geht bei den Protesten gegen die Tendenz, die Lebens- und Arbeitsbedingungen immer weiter zu beschneiden. Im gegenwärtigen weltweiten System steht das Kapital im Zentrum aller Entscheidungen. Normalerweise sollte da aber der Mensch stehen. Die Frage ist nun, wie bekommt man das hin? MfG
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  • Kommentar von Peter Singer (P.S.)
    Vielleicht geht es den Menschen in Europa einfach zu gut? Echte Probleme gibt es nicht, die Leute wissen nicht, was Entbehrungen sind. In anderen Ländern arbeiten die Leute für einen Hungerlohn, damit wir günstige Kleider und elektronik kaufen können. Und in Europa fühlen sich die Leute unterdrückt, wenn der Staat versucht, seine Schulden abzubauen. Die Französischen Gelbwesten zünden Autos an und plündern Geschäfte um zu fordern, der Staat solle mehr Geld ausgeben und weniger sparen.
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    1. Antwort von Beatrice Mayer (signorinetta)
      @Peter Singer Nein, das entspricht nicht den Tatsachen. Ein gutes Bild auf die "Gelbwesten" und ihre Motivation gab es in der "Rundschau " SRF Letzten Mittwoch.
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    2. Antwort von Sinisa Markovic (Mr. Markovic)
      Korrektur, uns in der Schweiz geht es sehr gut! Den meisten Leuten in der EU geht es eben nicht so gut wie uns die Medien immer klar machen möchten. Die Bewohner der EU haben einfach den Hals voll von der falschen Demokratie, welche in Wirklichkeit eine reine Oligarchie ist! Hoffe die Proteste weiten sich auf die ganze EU aus, damit die Schweizer endlich begreifen, warum sie nicht in die EU sollten.
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    3. Antwort von Peter Singer (P.S.)
      Man muss sich nur mal vor Augen führen, was es vor 50 Jahren und mehr noch für Probleme gab. Damals existierte noch echte Armut in Europa. Heute ist alles besser, aber natürlich gibt es noch immer Probleme. Diese Gelbwesten wollen politischen Stillstand und jede Reform blockieren, welche die Probleme lösen konnte.
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    4. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      Markovic, Leute wie sie sollten besser begreifen, dass die EU mehr Vorteile als Nachteile bringt! Das verschiedene Dinge abgeschafft oder verbessert werden müssen, steht außer Frage.
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    5. Antwort von Thomas Bruckschlegel (Thomas Bruckschlegel)
      Das konsequente ausspielen des Proletariates weltweit gegeneinander hat die Spirale der negativen Lohnentwicklung in Gang gesetzt und auf Dauer ist dies nicht gesund.
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  • Kommentar von Martin Braun (M. Braun)
    Unbehagen macht sich breit, das dumpfe Gefühl, dass was faul ist. Die Politik läuft am Gängelband der Geld-Elite und ihrer Machtstrukturen. Ziel ist, die Märkte jeglicher demokratischer Kontrolle zu entziehen. Zugunsten von Macht und Reichtum in wenigen Händen. Demokratie heisst, alle vier Jahre neue Handlanger wählen zu dürfen (ausgenommen CH). Konsum ist oberste Bürgerpflicht. Drängende Probleme (Umwelt, Armut) werden verwaltet statt angegangen. Klar ist: Änderungen müssen von unten kommen.
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