Zum Inhalt springen

Spitalfusion BL & BS Patienten sollen verzichten, um Kosten zu dämpfen

An einer Informationsveranstaltung zur geplanten gemeinsamen Zukunft der öffentlichen Spitäler von Stadt und Land riefen die beiden Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger und Thomas Weber die Patienten zum Sparen auf. Mit der geplanten Spitalgruppe alleine würden die Kosten nicht sinken.

Operationssaal, man sieht eine Person, viele Geräte und einige blaue Tücher.
Legende: Mit einer gemeinsamen Spitalgruppe wollen die beiden Basel 70 Millionen Franken einsparen. Keystone

Die geplante gemeinsame Spitalgruppe mit Kantonsspital Baselland und Universitätsspital Basel ist die grösste Umwälzung im Gesundheitswesen seit Jahrzehnten. Sie soll 2020 Gestalt annehmen und folgende Ziele erreichen:

  • Gesundheitsversorgung Bevölkerung optimieren
  • Kostenanstieg im Gesundheitswesen dämpfen
  • Hochschulmedizin in Region sichern

Etwa 20 Menschen aus der Region liessen sich von den beiden Gesundheitsdirektoren Thomas Weber (BL) und Lukas Engelberger (BS) am Dienstagabend im Kulturhotel Guggenheim in Liestal zu den weitreichenden Plänen informieren. Sie schienen die Pläne der Regierungen kaum zu hinterfragen. Und so meldeten sich in der Fragerunde denn auch nur ein paar Zuhörerinnen und Zuhörer.

Am meisten zu diskutieren gaben dennoch die steigenden Krankenkassenprämien aufgrund der steigenden Kosten. Dass die gemeinsame Spitalzukunft diese Kosten dämpfe, sei eines der grossen Ziele, sagte Lukas Engelberger. Dann aber sprachen sowohl er als auch Weber von der Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten. Man müsse sich manchmal auch nach dem individuellen Nutzen fragen, wenn man sich eine Behandlung wünsche, sagte Engelberger. Und Weber fügte an, dass man zuweilen ältere Menschen behandle, die nach einem Schlaganfall nichts mehr machen können und bei welchen man eine Heilung ausschliesse. «Diese Personen würden vielleicht am liebsten sterben», so Weber, könnten dies aber nicht mehr mitteilen. Mit einer Patientenverfügung würde man solche Patienten vielleicht nicht mehr behandeln, weil es ihrem Willen entspreche - und nebenbei die Gesundheitskosten dämpfen.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Ja Bravo, darauf haben wir gewartet. Wie immer sollen einzig die Versicherten sparen + die alten Unheilbaren, die sich doch grad noch per Verfügung "sterben lassen" sollen, um "Kosten zu sparen". Widerlich. Aber dass sich auch die übermästeten, fetten und verfilzten Politiker, KK-Manager, Ärzte-u. Pharmalobbyisten mässigen sollten, das kommt keinem in den Sinn. Warum auch. Ehrlich, es könnte einem speiübel werden, wenn man diesen elendigen Selbstbedienungsladen "Gesundheitswesen" anschaut.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Nico Basler (Bebbi)
    Nur keine Aufregung. Da die Rammel die Bruderholzinitiative annehmen werden ist die Spitalfusion sowieso gestorben und BS spart die Beteiligung an den 180 Mio Luxusrenovationen in Liestal.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Taxpunkte die verhindern, dass ein Patient richtig ausgeheilt werden kann sind da auch ein Problem. Ein Arzt darf ja nicht mehr nach seiner Erfahrung behandeln, sondern muss sich auf irgend einen Wisch verlassen, der besagt, dass der Patient nach drei Tagen (Bsp.) gesund sei. Folgekosten sind da garantiert. Löhne der Krankenversicherer Bosse sind da auch ein grosses Fragezeichen. Warum muss so ein CEO wie ein Banker abkassieren? Es bräuchte keine Kassen die das selbe tun. DAS kostet Millionen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen