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Zürich Schaffhausen Massive Einbussen für Schaffhauser Tankstellen

Wer sein Auto volltanken möchte, fährt seit dem Euro-Kurssturz günstiger, wenn er dafür ins benachbarte Ausland fährt. Das macht den schaffhauser Tankstellen zu schaffen. Ein Betreiber beklagt bis zu 75 Prozent weniger Einnahmen. Neu bleiben nämlich auch die deutschen Kunden weg.

Leere Tankstellen im Schaffhauser Dorf Ramsen
Legende: Es herrscht aktuell gähnende Leere an schaffhauser Tankstellen, wie hier im Dorf Ramsen. SRF

Der Preisunterschied zwischen einem Liter Benzin an einer schaffhauser Tankstelle und einer Tankstelle in Deutschland ist nur minimal: Einige wenige Rappen sind es. Beim Diesel macht die Differenz jedoch bereits rund zwanzig Rappen aus. Die Schaffhauser Kunden wandern deshalb ab. Und gleichzeitig bleiben die deutschen Kunden aus, die jahrelang die Kassen der schweizer Tankstellenbetreiber gefüllt haben.

Diese doppelte Abwanderung ist spürbar, deutlich spürbar. Die betroffenen Tankstellenbesitzer und -Pächter wollten oder durften auf Anfrage des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» zwar nichts sagen. Der Frust über den Entscheid der Schweizerischen Nationalbank scheint zu gross. Und auch die Medien kurbelten mit ihrer Berichterstattung den Einkaufstourismus noch an, heisst es hinter vorgehaltener Hand.

Folgt nun der Kampf ums Überleben?

Dass die Kunden an Schaffhauser Tankstellen ausbleiben, ist aber offensichtlich. BP Schweiz bestätigt denn auch, dass es seit dem Euro-Kurssturz schlecht läuft. BP-Sprecherin Isabelle Thommen spricht von einer schwierigen Situation: «Wir haben seit zehn Tagen einen Einbruch und verkaufen rund zwanzig Prozent weniger Treibstoff.»

Ein weiterer Tankstellenbetreiber, der nicht genannt werden möchte, spricht gar von einer Einbusse um 75 Prozent. Er wisse kaum noch, wie er seine Angestellten bezahlen soll, klagt er.

(ster;simd; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr)

1 Kommentar

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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Die Einkaufswelle ins benachbarte Ausland ist zwar für den Geldbeutel super, aber es hat dabei auch eine zweite Seite. Wir Schweizer vernichten so unsere Arbeitsstellen selber und der Staat und die Gemeinden werden mit hohen Arbeitslosenentschädigungen zu kämpfen haben. Hier sollten die lieben Schweizer sich mit den Auswirkungen befassen, sonst gibt es ein böses erwachen. Wir sollten zu Totengräber unserer Betriebe werden.
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