Schaffhauser Gourmetrestaurant geht zu

Die «Fischerzunft» schliesst Ende Juni ihre Türen: Spitzenkoch André Jaeger geht in Pension. Auf dem Areal des Restaurants sind Neubauten, aber auch ein neues Gastroangebot geplant.

Zwei Köche in einer Militärküche betrachten eine alte Feldküche

Bildlegende: Starkoch André Jaeger bei der Inspektion einer Feldküche 2006 in Thun. Keystone

Der vielfach ausgezeichnete Schaffhauser Spitzenkoch André Jaeger ist 68 und will sich vermehrt seinen Hobbys widmen. Jaeger gehört zu den bekanntesten Köchen der Schweiz. 1975 übernahm er von seinem Vater das Restaurant und Hotel «Fischerzunft». Seit 20 Jahren wird er von GaultMillau mit 19 von 20 möglichen Punkten ausgezeichnet. Der Guide Michelin führt ihn mit einem Stern, und zweimal war Jaeger «Koch des Jahres».

Nun will André Jaeger kürzer treten. Er wird aber weiterhin in der Gastroszene tätig sein. «Ich habe spannende Anfragen für Beratungen und für die Förderung des Nachwuchses. Das ist faszinierend, aber nicht mehr so anstrengend wie der Alltag im Restaurant», sagt Jaeger. Leider sei es ihm nicht gelungen, einen Nachfolger zu finden, der die «Fischerzunft» in seinem Sinn weitergeführt hätte. Er habe mehrere Anläufe genommen. Jetzt müsse er den Betrieb schliessen.

Pläne für ein neues Restaurant

Auf dem Areal der «Fischerzunft», das teilweise André Jaeger gehört, sind Neubauten geplant. Jaeger, der Schaffhauser Stadtrat und die Schaffhauser Denkmalpflege erarbeiten nun gemeinsam ein Entwicklungskonzept. Es sieht eine gemischte Nutzung für Büro und Wohnen vor. Auch soll Jaegers Restaurant in anderer Form weiterleben. Vorgesehen ist ein neues Gastrokonzept unter neuer Leitung – mehr will André Jaeger zum jetzigen Zeitpunkt nicht verraten. Jaeger ist zuversichtlich, dass seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der «Fischerzunft» im Gastrobereich unterkommen. Dank seinen Verbindungen in der Branche hilft ihnen Jaeger dabei, eine neue Stelle zu finden.

«  André Jaeger hat mit seinem hervorragenden Lokal den Namen Schaffhausen in die ganze Welt hinausgetragen. »

Raphaël Rohner
Baureferent der Stadt Schaffhausen

Der Stadtrat von Schaffhausen bedauert Jaegers Entscheid, die «Fischerzunft» zu schliessen. Das Lokal und sein Wirt seien für die Stadt am Rhein zu regelrechten Werbeträgern geworden. Mit dem guten Ruf der «Fischerzunft» habe Jaeger den Namen Schaffhausen in die ganze Welt hinausgetragen, meinte Stadtrat Raphaël Rohner auf Anfrage des Regionaljournals. Als Baureferent wird er zusammen mit Jaeger das Konzept der Neuüberbauung auf dem Areal des Gourmetrestaurants entwickeln.

André Jaeger

André Jaeger machte eine Kochlehre in Lausanne und besuchte danach die Hotelfachschule. Dann arbeitete er als Food-and-Beverage-Manager in einem Hongkonger Hotel. Seitdem gilt er als Vordenker einer ost-westlichen Küche, die mit geschmacklichen Gegensätzen spielt. Zurück in der Schweiz, übernahm er den väterlichen Betrieb, die «Fischerzunft».