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Wochengast Konrad Langhart «Ich halte nichts von gegenseitigen Schuldzuweisungen in der SVP»

Die SVP hat in den Zürcher Gemeinden mehrere Parlamentssitze verloren und sich den Unmut der Parteispitze eingehandelt.

Portrait des Zürcher SVP-Präsidenten Konrad Langhart
Legende: Seit zwei Jahren leitet der Landwirt aus dem Stammertal als Parteipräsident die Geschicke der Zürcher SVP. SRF

Die Parlamentswahlen in Wetzikon waren ein kleiner Lichtblick für die Zürcher SVP. Die Partei gewann dort einen Sitz dazu und kommt auf deren neun. Ganz anders das Bild in den anderen 12 Zürcher Parlamentsgemeinden. Dort büsste die SVP insgesamt 25 Sitze ein. Konrad Langhart, SVP-Präsident im Kanton Zürich, will nun nach den schlechten Ergebnissen über die Bücher.

SRF: Konrad Langhart, die SVP hat in 12 von 13 Parlamentsgemeinden im Kanton Zürich Sitze verloren oder keinen Sitz dazu gewonnen. Warum?

Langhart: Wir haben festgestellt, dass die Wahlbeteiligung sehr stark abgenommen hat. Es gibt ein Problem bei der Mobilisierung der Wählerinnen und Wähler. Es gilt nun herauszufinden, woran das liegt. Und das müssen wir auf allen Ebenen tun – auf kommunaler, kantonaler und nationaler Ebene.

Zur Person

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  • Der 54-jährige Konrad Langhart wuchs in Oberstammheim im Zürcher Weinland auf und hat inzwischen dort den Landwirtschaftsbetrieb seiner Eltern übernommen.
  • In der Politik trat Langhart 2003 als Präsident der SVP Bezirk Andelfingen erstmals in Erscheinung.
  • Seit 2011 sitzt Konrad Langhart im Zürcher Kantonsrat.
  • Seit 2016 hat er das Präsidium der SVP des Kantons Zürich inne. Bei der Wahl setzte er sich gegen Nationalrat Claudio Zanetti und Kantonsrat Hanspeter Amrein durch.

Die Parteispitze der SVP Schweiz scheint sich allerdings relativ sicher zu sein: Schuld an den schlechten Wahlergebnissen ist die Basis. Das konnte man in mehreren Zeitungen lesen.

Einfach jetzt der Kantonalpartei die Schuld in die Schuhe zu schieben, ist nicht der richtige Weg. Ich bin generell gegen gegenseitige Schuldzuweisungen. Wir können das Ruder nur herumreissen, wenn wir zusammenstehen. Aber es ist halt auch klar: Nach Wahlen, die nicht nach Wunsch ausgegangen sind, kann es in einer Partei schon mal rumoren.

Wie schafft die SVP die Wende, so dass ein Fiasko bei den Kantons- und Regierungsratswahlen im nächsten Jahr ausbleibt?

Ich kann natürlich noch nicht vorgreifen, auf welche Themen wir bei den Wahlen im nächsten Jahr setzen. Das müssen wir erst noch alle zusammen diskutieren. Für mich ist jedoch klar, dass wir aufmerksamer werden müssen. Wir müssen spüren, welche Probleme, welche Sorgen die Zürcherinnen und Zürcher haben und was sie diesbezüglich von der SVP verlangen.

Das ganze Interview mit dem Zürcher SVP-Präsidenten Konrad Langhart finden Sie als Audiofile in diesem Artikel. Das Gespräch führte Pascal Kaiser.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Die Gemeindewahlen können nicht mit Grossrats- oder Nationalratswahlen verglichen werden. Die Parteispitze muss mehr unternehmen, dass nicht einzelne SVP-Parlamentarier ab dem Kurs kommen; z.B. NR Aeschi im Kassensturz zum neuen Gesetzesentwurf "Versicherungsgesetz"! Etwas mehr Einsatz für die Löhne unter Fr. 4'500.- und die Familien könnten auch mehr Stimmen bringen.
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  • Kommentar von A. Zuckermann (azu)
    Die SVP Parteispitze sägt mit der "Motorsäge" den lokalen SVP-Parteien, die meistens eher Moderat sind, sie Sitze weg. Endlich mal was gutes. Im ernst, und um noch etwas sinnvolles zu sagen: Abbaupolitik ist ein Boomerang.
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  • Kommentar von László Schink (Schink)
    Hier wird unterschlagen, dass die SVP heute in Dietikon im 2. Wahlgang eher überraschend gegen die SP das Stadtpräsidium eroberte und damit die FDP beerbte. Dietikon hat immerhin einen Ausländeranteil von 45%, was eigentlich rot-grüne Zone sein müsste. Zudem hat die SVP vor einer Woche auch noch das Stadtpräsidium von Dübendorf von der BDP übernommen. Ausländeranteil 35%, keine SP in der Exekutive.
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    1. Antwort von Ruedi Lais (Ruedi Lais)
      Einzelne Exekutivwahlen sagen nichts über die Form einer Partei aus. In Dietikon traten 2 Leute von Mitte-Links gegen einen von Rechts an und erzielten total 53:47%. Alles Andere als ein Sieg der Rechten wäre eine Sensation gewesen. In Dübendorf wurde der SVP-Kandidat von 45% mit 2 Stimmen über dem absoluten Mehr gewählt. Insgesamt büsste die SVP im Kanton über 40 Exekutiv-Sitze ein. Am schwersten wiegen aber die Verluste in den 13 Gemeindeparlamenten: 6'500 Wähler, 4.4% Wähleranteil, 24 Sitze
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