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Erbschaftssteuer-Initiative Erbschaftssteuer-Initiative hat wenig Chancen

61 Prozent der Stimmberechtigten hätten Ende Mai die Volksinitiative für eine Erbschaftssteuer abgelehnt. Bei der ersten SRG-Trendumfrage Ende April waren es 51 Prozent der Befragen, die Nein gestimmt hätten. Laut Forschungsinstitut gfs.bern sind nur noch 5 Prozent der Befragten unentschlossen.

Drei Wochen vor der Abstimmung von Mitte Juni äusserte sich eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent gegen die Volksinitiative «Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV». Gemäss der zweiten SRG-Trendumfrage des Forschungsinstituts gfs.bern ist der Nein-Stimmenanteil seit der ersten Umfrage vor einem Monat um zehn Prozentpunkte gestiegen. Die Zustimmung bröckelte auch im linken Lager, wo die Initiative lanciert worden ist.

Nur noch 34 Prozent der Befragten mit der Absicht, an die Urne zu gehen, hätten der Stipendien-Initiative eher oder bestimmt zugestimmt. Dieser Anteil ging innerhalb eines Monats um vier Prozentpunkte zurück. Wie Erfahrungswerte bei Volksinitiativen zeigen, hat sich der Trend zu einer Ablehnung verstärkt. Zudem sind die Meinungen bei den Stimmberechtigten mehrheitlich gemacht. Nur fünf Prozent der Befragten wissen noch nicht, wie sie abstimmen wollen.

Erbschaftssteuer als links-rechts-Gegensatz

Eine nationale Erbschaftssteuer wird vor allem im politisch linken Lager unterstützt. Sie wurde aus den Reihen von SP und Grünen lanciert, trotzdem beträgt bei der Grünen-Wählerschaft der Ja-Stimmenanteil nur noch 60 Prozent. Vor einem Monat waren es noch 77 Prozent (-17 Prozentpunkte). Bei Sympathisanten der SP nahm der Ja-Anteil um sechs Punkte ab und liegt noch bei 65 Prozent.

Auf der bürgerlichen Seite hat sich die bisherige Ablehnung der Vorlage um einige Prozentpunkte verstärkt, die Meinungen sind also zum grössten Teil gemacht. Am stärksten äussert sich die ablehnende Haltung bei der Anhängerschaft der FDP.Liberalen mit 86 Prozent und der SVP mit 84 Prozent. Auch bei Parteiungebundenen liegt die Ablehnung bei 59 Prozent (+6).

Kaum Unterschiede bei Altersgruppen

Die Nein-Anteile haben seit der letzten Befragung bei allen Altersgruppen zugenommen. Dabei ist ein leichter Alterseffekt feststellbar: Je älter die Befragten, desto höher sind die ablehnenden Stimmenanteile. Bei den 18- bis 39-Jährigen äussern sich 57 Prozent gegen die Erbschaftssteuerreform (+14 Punkte), bei den 65-Jährigen und älter sind es 64 Prozent, die ein Nein eingelegt hätten (+6).

Auch sprachregional besteht durchgehend ein Nein-Trend, am stärksten in der Deutschschweiz mit 63 Prozent Nein-Anteil (+12 Prozentpunkte). Während in der französischsprachigen Schweiz wie schon bei der ersten Umfrage 51 Prozent Nein gestimmt hätten, sind es in der italienischsprachigen 59 Prozent (+4).

Die Volksinitiative «Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV» war bereits bei der ersten Trend-Umfrage mit einem Nein-Abteil von 51 Prozent umstritten. Dieser Nein-Trend hat sich zwei Wochen vor der Abstimmung auf 61 Prozent verstärkt, und damit wird die Vorlage voraussichtlich gemäss der Empfehlung von Regierung und Parlament wohl abgelehnt werden.

Eckwerte der SRG-Umfrage

Ein Türschild mit dem Logo von gfs.bern vor einem Büro.
Legende: Keystone

Die Umfrage wurde im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 5. und 13. Februar 2016 durchgeführt. Befragt wurden 1411 Personen. Mehr

Stimmabsicht

Gemäss der zweiten SRG-Trend-Umfrage Ende Mai würden 44 Prozent der Stimmberechtigten am 14. Juni abstimmen; ein mittlerer Wert. Der Abstimmungskampf zu den vier Vorlagen hat die Stimmberechtigten bislang kaum mobilisiert.

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65 Kommentare

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  • Kommentar von S. Brun, Bern
    Herr Toll, Einkommensteuern haben nichts mit der Erbschaftssteuer zu tun und Sie haben nicht begriffen, wie die geplante Erbschaftssteuer funktioniert. Wie die meisten, die ja stimmen werden. Die unsägliche Plakatkampagne gegen die Erbschaftssteuer wird noch das ihre dazu tun. Möchte bloss wissen, wer die finanziert hat. Herr Blocher persönlich?
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    1. Antwort von Wilfried Toll, 8044 Zürich
      Kleine Nachhilfestunde: Ein Einkommen wird im Jahre des Eingang als Einkommen und als neuer Vermögensteil versteuert, nachher bleibt das Geld auf dem Konto und wird in den Folgejahren jedes Jahr als Vermögen versteuert, das kann jahrzehntelang so sein. Nach dem Ableben dann noch zusätzlich durch die Erbschaftssteuer und danach wieder als Vermögenssteuer bei den Erben. Da bleibt leider nichts von den ursprünglich CHF 1000. Einer von uns beiden hat das sehr wohl begriffen, alles klar jetzt jetzt?
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    2. Antwort von Paul Gutknecht, 8048 Zürich
      Ein Einkommen wird im Laufjahr als Einkommen versteuert und anschliessend für ewige Zeiten als Vermögen versteuert, sofern man ihm Sorge trägt und es nicht verpulvert. Gemäss der Initiative wird dann nach dem Tod von der selben, bereits mehrfach angeknabberten Substanz auch noch die Erbschaftssteuer eingezogen und später zahlen die Erben jährlich wieder Vermögenssteuer bis nichts mehr da ist.
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    3. Antwort von Peter Johann Meier, 8049 Zürich
      Leider falsch. Einkommen wird im Jahre der Einnahme als Einkommen versteuert. Liegt das Geld einmal auf dem Konto dann kommt alljährlich die Vermögenssteuer zum Zug und nach dem Ableben die Erbschaftssteuer, gemäss Initiative. Es geht immer um das selbe Geld und das hat sehr wohl miteinander zu tun.
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  • Kommentar von Wilfried Toll, 8044 Zürich
    Beispiel: Einkommen CHF 250 000, Vermögen 4 Millionen. Vor 20 Jahren bei einem Projekt CHF 1 000 verdient. Im Projektjahr damals 20 % Einkommenssteuer bezahlt. Danach während 20 Jahren und während der nächsten 20 Jahre jährlich 0.7 % Einkommenssteuer = 28 % total. Danach Nachlass/Erbgang, 20 % Erbschaftssteuer. Danach während der nächsten 40 Jahren jährlich 0.7 % Vermögenssteuer von den Erben = 28 % total. Danach nächster Erbgang, Erbschaftssteuer 20 %. Resultat: Das Geld ist weg und beim Staat.
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  • Kommentar von Roger Klein, Zürich
    Die Chance, selbst reich zu werden, wäre nur knapp nicht 0, selbst wenn es die Erbschaftssteuer gäbe. Sie wäre aber mit der kleinen Steuer ein bisschen höher, da die reichen Erben einen enormen Vorteil haben im Wettbewerb gegen die, die keine Millionen erben konnten.
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