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Abzocker-Initiative Minder bei Schawinski: «Aktionäre sind doch nicht blöd»

Thomas Minder kämpft mit seiner Abzocker-Initiative gegen die Wirtschaftselite. Er hat gute Chancen, dass sie durchkommt. Was an ihm ist Engagement, was Selbstinszenierung? Und – wie reagiert er auf Drohgebärden seiner Gegner?

Legende: Video «Thomas Minder bei Roger Schawinski (4.2.2013)» abspielen. Laufzeit 28:00 Minuten.
Aus Schawinski vom 04.02.2013.

Die «Initiative über die Abzockerei» von Thomas Minder hat in den vergangenen Wochen die Schweiz aufgewirbelt. Auf politischer Ebene ist sich insbesondere die SVP uneins darüber, ob sie die Initiative annehmen oder ablehnen soll.

Einigkeit herrscht hingegen in der Wirtschaft. Sie kämpft mit harten Bandagen dagegen. Dabei spielt sie auf Angst – oder auf die Person. «Sie spielen mit meinem Namen: Minder gleich minderwertig etwa», sagt Thomas Minder in der Sendung Schawinski.

Aber am häufigsten haben Wirtschaftsvertreter in letzter Zeit von Horrorszenarien gesprochen. Sollte die Abzocker-Initiative am 3. März vom Volk angenommen werden, würden Unternehmen ins Ausland abwandern, Arbeitsplätze verloren gehen, es entstünden Rekrutierungsprobleme, die Schweiz würde isoliert.

Reaktion auf Vasella

Ein aktuelles Beispiel dazu: Daniel Vasella. Er hat am 24. Januar in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen der Schweiz eine düstere Zukunft prognostiziert – sollte die Initiative angenommen werden: «Das Volk wird geopfert. Die ökonomischen Konsequenzen wären schrecklich.»

Vasellas Kritik prallt an Minder ab: «Hier spricht ein Shareholder mit Zweidrittel-Mehrheit.» Viel aufschlussreicher sei ein Gespräch gewesen, dass er mit Herrn Vasella an der Novartis Generalversammlung 2011 geführt habe.

Er habe ihn auf sein Salär angesprochen. Dieses habe nicht abgenommen, trotz der grössten Busse aller Zeiten für ein Pharmakonzern – 480 Millionen Dollar musste Novartis in den USA zahlen. «Seine Erklärung dafür war: ‹Die amerikanischen Pharmariesen habe noch eine grössere Busse erhalten.› Der Mann, der immer sagte, sein Lohn beinhalte eine Leistungskomponente», sagt Minder zynisch.

Schawinski irritiert über Minders UBS-Vergleich

Roger Schawinski konfrontiert Thomas Minder mit der Behauptung, es würden nur etwa 30 Leute von der Abzocker-Initiativ betroffen sein. Ist Minders Engagement eine Selbstinszenierung oder Scheindebatte?

Minder kontert, dass alleine in der UBS etwa 30 Manager betroffen wären. «Tatsächlich braucht es nur ein paar wenige, welche die gesamte Volkswirtschaft in ein gewaltiges Theater führen können – bis zu Staatshilfen wie bei der UBS.»

Schawinski: «Aber man kann doch nicht sagen, dass die UBS wegen den Boni und hohen Löhnen in Schwierigkeiten geraten war!»

Minder: «Doch, in dieser Phase hätte ein starker Aktionär aufstehen sollen. Tatsächlich wurden Gewinnverteilung, Boni – alles durchgewinkt.»

Aktionäre regulieren selbst

Der Vater der Abzocker-Initiative will von Lohn-Limitierungen oder Diskussionen über einzelne Saläre nichts wissen. Roger Schawinski wirft ihm vor, dass in dem Fall bei zweistelligen Millionen-Salären bleiben werden. Minder widerspricht.

Er setzt auf Selbstregulation durch das Mitspracherecht. «Ich fordere Kompetenzen für den Eigner. Und dieser soll einem schwierigen Firmenjahr Ja oder Nein sagen können zu den Vergütungssummen. Sonst ist er selber blöd, wenn er die hohen Summen durchwinkt trotz Missmanagement.»

Fakten zur Initiative

Thomas Minder kämpft seit 2004 gegen Lohnexzesse der Manager. 2008 reichte er die Abzocker-Initiative ein. Sie will etwa, dass Aktionäre über die Löhne der Geschäftsleitung abstimmen oder eine Abgangsentschädigung verbieten. Am 3. März 2013 wird darüber abgestimmt. Fast zwei Drittel würden laut der ersten SRG-Umfrage für die Initiative stimmen.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Büttiker, Römerswil
    @ Herr Schawinski: Sie sollten mal einen Kommunikationskurs besuchen. Es ist sehr unhöflich den Interview-Partnern dauernd ins Wort zu fallen. Damit versuchen Sie das Gespräch in eine gewisse Richtung zu lenken und sind nicht tatsächlich daran interessiert Informationen oder Sachverhalte zu ermitteln. Kompliment an Herr Minder. Er ist sehr standhaft.
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    1. Antwort von M. Tisserand, Schweiz
      Traurigerweise ist das, was Sie da ansprechen das Ergebnis eines Kommunikationskurses! Was es in so einem Fall brauchen würde, ist ein Kurs in Anstand!
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    2. Antwort von M. Roe, Gwatt
      Ich kann auch nicht verstehen, was mit Roger Schawinski passiert ist. Früher war er ein ein sehr engagierter "Volksrechtler" z.B. mit seinem neuen Radiosender. Das war ein noch nie dagewesener Wahnsinnserfolg beim Volk. Da war er noch fantastisch. Dann war er ein paar Jahre in Deutschland, hier wurde er wohl einer Gehirnwäsche unterzogen oder er hat eine "hohe Zahlung" für die Entwürdigung der Schweizer erhalten.
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  • Kommentar von Vreni Müller, Chur
    Ich als Abzockerin stimme JA. Denn das wird noch jahrelang dauern bis die Initiative wirkt. Danke Herr Minder. Bis dann bin ich Pensioniert! Toll!
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    1. Antwort von Urs Keller, Binningen
      Dieses Bekentnis ist doch sehr armselig, Offensichtlich sind sie sich wie viele andere Abzocker sich selbst am nächsten. Ihre Denkweise führt dazu dass irgendwann auch ihre Pension flöte ist. Im übrigen hat Minder einen Zeitraum von einem Jahr Umsetzung in die Initiative eingebaut.
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    2. Antwort von Marcel Gasser, Steffisburg
      Spätestens ein Jahr nach dem Ja ist die Verordnung in Kraft. Also am 3.3.2014. Gesetzlich vorgeschrieben, keine Übergansbestimmung und keine Referendumsfrist.
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    3. Antwort von Vreni Müller, Chur
      @Keller/Gasser. Träumen sie weiter. Arbeiten sie weiter an der abschaffung des Kapitalismuss. Steht ja im roten Parteibuch, gell!
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    4. Antwort von R.Meier, Emmental
      Abschaffung des Kapitalismus? Rotes Parteibuch? ist mir schleierhaft wie man zu so was kommt, tut mir leid.....
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Drohungen gegen die Abzokerinitiative, Angstmache.. aber was passiert im Ausland.. in DL ist was aehnliches auf dem Weg.. Vorbild... wereli wer?? Natuerlich die SCHWEIZ !!!!! Was hier bei uns angebahnt wird, wird weltweit bald auch kommen. Und abgesehen davon, auch den Ratingsagennturen geht es wohl maechtig an den Kragen, resp ans Portemonnaie!
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