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Ambulant statt stationär Nach der Krampfadern-Operation zu Hause übernachten

Die Kantone wollen, dass bestimmte Operationen wenn immer möglich ohne Übernachtung im Spital, also ambulant, geschehen.

Legende: Audio Im Spital operieren, zu Hause schlafen abspielen. Laufzeit 01:50 Minuten.
01:50 min, aus HeuteMorgen vom 25.11.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kanton Luzern setzt seit einem halben Jahr auf eine Liste mit 13 medizinischen Eingriffen und Untersuchungen, die nicht mehr stationär, sondern ambulant durchgeführt werden sollen.
  • Erste Erfahrungen mit der Liste seien positiv, sagt der Projektleiter.
  • Die Kantone Zürich, Zug und Wallis wollen nun die Luzerner Liste ab nächstem Jahr ebenfalls verwenden. Weitere Kantone sind auch interessiert.

Ob die Kniespiegelung, die Operation von Krampfadern, des Grauen Stars oder des Karpaltunnels beim Handgelenk: Im Kanton Luzern gibt es seit einem halben Jahr eine Liste mit 13 Eingriffen und Untersuchungen, die ambulant statt stationär – ohne Übernachtung im Spital – ausgeführt werden sollen. Nun ziehen die Kantone Zürich, Zug und Wallis nach; sie wollen die Luzerner Liste ab nächstem Jahr anwenden.

Es gebe weitere Kantone, welche die Liste künftig ebenfalls benutzen würden, sagt Michael Jordi, Zentralsekretär der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK). «Deshalb haben wir Anfang Dezember eine Austauschsitzung vereinbart, damit wir uns untereinander abstimmen können.»

Grosse Vorbehalte

Die Angst der Kantone und der Ärzteschaft vor kantonal unterschiedlichen Lösungen für stationäre oder ambulante Leistungen scheint gebannt. Anfang Jahr noch waren die Vorbehalte gegenüber den Eingriffslisten gross. Von Einmischung in die ärztliche Praxis, administrativem Zusatzaufwand, möglichen Rechtsstreitigkeiten und Ausweichmanövern in andere Kantone war die Rede.

Die Prämienzahlerinnen und -zahler sollen durch diese Verschiebungen nicht zusätzlich belastet werden.
Autor: Michael JordiZentralsekretär GDK

Diese Befürchtungen hätten sich nicht bewahrheitet, sagt der Luzerner Projektleiter Christos Pouskoulas nach einem halben Jahr Erfahrung. «Den administrativen Aufwand konnten wir durch einen elektronischen Datenaustausch klein halten.» Ausserdem stehe man in einem engen Austausch mit Spitälern und Ärzten, aber auch mit anderen Kantonen und dem Bundesamt für Gesundheit.

Bis zu 2,5 Mal billiger

Seine Bilanz ist positiv. Zahlen legt der Kanton Luzern allerdings noch keine vor. Für Michael Jordi von der GDK ist der kostendämpfende Effekt der Verlagerung vom stationären in den ambulanten Bereich jedoch erwiesen. «Wir haben ambulante Leistungen, die bis zu 2,5 Mal billiger sind als stationäre Leistungen.» Die Prämienzahlerinnen und -zahler sollten durch diese Verschiebungen nicht zusätzlich belastet werden, sagt Jordi. Auf die ersten konkreten Resultate darf man also gespannt sein.

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