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Schweiz Bund will Rüstungsgüter für 1,34 Milliarden kaufen

Die Armee soll in den kommenden vier Jahren 18,8 Milliarden Franken erhalten. Für Beschaffungen im Jahr 2016 beantragt der Bundesrat 1,34 Milliarden Franken. Auf der Wunschliste stehen unter anderem Mörser, Lastwagen und Patrouillenboote, aber auch Ersatzmaterial für die F/A-18-Kampfjets.

Schweizer Armee.
Legende: Was darf die Schweizer Armee in den kommenden vier Jahren kosten? Keystone/Archiv

Der Streit über die finanzielle Ausstattung der Armee zieht sich nun seit Jahren hin. Ursprünglich wollte das Parlament noch mehr Geld für die Verteidigung ausgeben. Im Zusammenhang mit der jüngsten Armeereform WEA pendelten sich die Begehrlichkeiten dann bei fünf Milliarden Franken pro Jahr ein, 20 Milliarden über vier Jahre hinweg.

Dieser Betrag sollte aber verbindlich sein. Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats (SiK) versuchte daher, das Budget ins Gesetz zu schreiben. Sie erreichte damit aber nur, dass die Vorlage zunächst abstürzte. Inzwischen ist die Armeereform wieder auf Kurs, in der Frühlingssession könnte sie unter Dach und Fach kommen.

Es soll gespart werden

Um wenigstens für die nächsten vier Jahre etwas Verbindlichkeit zu haben, ergänzte der Nationalrat die Vorlage um einen Zahlungsrahmen von 20 Milliarden Franken für die Periode 2017-2020. Die Ständeratskommission beantragt der kleinen Kammer, dem Entscheid zuzustimmen. Im Parlament herrscht die Meinung vor, dass die Armee ihren Sparbeitrag bereits geleistet habe und angesichts wachsender Bedrohungen von weiteren Sparanstrengungen auszunehmen sei.

Der Bundesrat will die Verteidigung aber nicht von den Sparanstrengungen der nächsten Jahre ausnehmen, wie Bundesrat Guy Parmelin vor den Medien sagte.. Schon in der Botschaft zur Armeereform hatte er einen vierjährigen Zahlungsrahmen von 19,5 Milliarden Franken angepeilt. Als sich die Finanzlage des Bundes verdüsterte, strich er den Betrag weiter zusammen.

Im Legislaturfinanzplan 2017-2019, der auch das nächste Sparpaket berücksichtigt, ist noch von 18,8 Milliarden Franken die Rede. Mittelfristig bleibt es auch sein Ziel, der Armee fünf Milliarden Franken pro Jahr zur Verfügung zu stellen. Der Betrag soll aber erst 2021 überschritten werden. Das letzte Wort hat das Parlament. Der verbindliche Entscheid über die Armeeausgaben fällt allerdings ohnehin erst im Rahmen der jährlichen Budgetdebatte.

Minenwerfer, Lastwagen, Patrouillenboote

Der Bundesrat sieht den Kauf von Rüstungsgütern im Umfang von 1,34 Milliarden Franken vor. Dazu gehört als grösstes Vorhaben, wie bereits bekannt, ein Mörsersystem für 404 Millionen Franken. Zum 12-cm-Mörsersystem, bisher Minenwerfer genannt, gehören 32 Geschütze.

Für Lastwagen und Anhänger sind 314 Millionen beantragt, für schultergestützte Mehrzweckwaffen 256 Millionen.

Kampfjet FA-18 der Schweizer Armee.
Legende: Kampfjet FA-18 der Schweizer Armee. Keystone/Archiv

Dazu kommt ein Antrag auf Ersatzmaterial für die F/A-18-Kampfflugzeuge um Umfang von 127 Millionen. Es ist laut VBS eine Folge des Gripen-Neins an der Urne. Mit 91 Millionen sollen veraltete Bestandteile von Flores ersetzt werden, einem Teilsystem des Luftraumüberwachungssystems Florako.

48 Millionen sind für 14 Patrouillenboote vorgesehen. Diese sollen die 1982 beschafften Boote ablösen. Im Gesamtkredit ist auch ein Rahmenkredit für Nachbeschaffungen im Umfang von 100 Millionen CHF vorgesehen.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Kim Hansson (Freddy Tobler)
    Schon spannend wie alle Länder militärisch aufrüsten. Kalter Krieg 2.0!
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Auch Bundesrat Barmerin kann nicht viel gegen die Mehrheit der starrköpfigen Kolleg/innen machen. Man sollte doch meinen, jetzt, da die SVP 2 Bundesräte hat, müsste sie sich mehr durchringen können. Doch es scheint, dass die Gegenseite des Bundesrates erst recht nicht nachgibt. Am besten wäre, der Bundesrat würde aus 7 SVP Bundesraten bestehen, damit die Schweiz nicht in Sachen Sicherheit und Völkerschutz bald vor dem Rest der Welt kapitulieren muss.
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Irgendwie ein belustigender Ansatz, der zeigt, wie abgehoben gewisse Leute doch geworden sind. Oder nur etwas weltfremd. Man darf aussuchen...
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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Pro Jahr sind das 4,7 Mia für die Sicherheit und das seit langem aus dem Ruder laufende Asylwesen kostet mit alle Folgekosten im Moment pro Jahr über 7 Mia. Die Kosten für die Umweltschäden und den Verbrauch von Kulturland noch nicht mitgerechnet.
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    1. Antwort von roland goetschi (pandabiss)
      Wie kommen Sie bitte auf 7 Mia.? Wer in der Schweiz Asyl beantragt, kostet die öffentliche Hand durchschnittlich knapp 1500 Franken im Monat. Davon fallen knapp 1200 Franken für die Sozialhilfe an: Die Unterkunft kostet im Schnitt 348 Franken, der Lebensunterhalt 420 und die Gesundheitskosten 317 Franken. 45 Franken kosten weitere, nicht näher spezifizierte Sozialhilfeleistungen. Die restlichen 300 Franken fliessen in Betreuungskosten, Kurse und Spezialplatzierungen.
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    2. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      Ach Herr Götschi, motten sie ihre realitätsfremden Zahlen ein und machen sie sich im Internet schlau. Ihnen werden die Augen überlaufen, denn die ca. 7 Mia sind lediglich eine Momentaufnahme. Und nur so nebenbei: Was glauben sie welchem Konto die 50 Millionen belastet werden, die Frau Sommaruga unlängst für irgendwelche Integrationskürsli gesprochen hat? Derlei gibt es noch massenhaft.
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    3. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Das ist die leidige Tatsache. Des Bundesrates Prioritäten sind total falsch gesetzt und volkswidrig. Es wäre doch dringender denn je, dass wir aufgrund der immer grösseren Anzahl der Geflüchteten und Asylsucehnen, die aus fremden und nicht mit uns kooperierenden Ländern kommen, eine verteidigungsfähige Armee aufbauen, um unser eigenes Volk zu schützen. Denn Bevölkerungsschutz ist auch ein Menschenrecht.
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    4. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr Roland Goetschi in diesem sensiblen Bereich hält man allzu gerne mit aussagekräftigen zurück und kaschiert diese auch gleich noch. Das ist halt leider dem heutigen Zeitgeist geschuldet und lässt sich momentan leider auch nicht zu ändern. Sicher ist indessen, dass da weit mehr Geld im Spiel ist als man uns sagt, so versteckt man zu viel und vieles innerhalb missinterpretierbaren Statistiken. Mir scheint, Herr König geht dabei schon in die reale Richtung mit seinen "angenommen" Zahlen.
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    5. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Auch nach Monaten will uns Herr Christmann die 7 Mia. CHF nicht wirklich erklären. Er basiert noch immer auf der lächerlichen Milchbüechlirechnung des «Schweizerzeit-Redaktors Schlür. Ich habe diese «Rechnung» auch gesehen. Abenteuerlicher Quatsch!
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