Zum Inhalt springen

Header

Video
Der aktuelle Stand der Corona-Situation in der Schweiz
Aus Tagesschau vom 07.04.2021.
abspielen
Inhalt

Corona-Richtwerte des Bundes Die Chancen stehen schlecht für neue Lockerungen

Kommende Woche entscheidet der Bundesrat über weitere allfällige Lockerungen. Die aktuellen Werte machen wenig Hoffnung.

Sich bei einem Panaché draussen in einer Gartenbeiz die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, ein Glacé auf einer Restaurantterrasse geniessen – das klingt verlockend. Ob es zu dieser und weiteren Lockerungen der Corona-Massnahmen kommt, will der Bundesrat am kommenden Mittwoch entscheiden.

Die Experten des Bundes dämpfen diesbezügliche Hoffnungen. Aus epidemiologischer Sicht gebe es wenig Spielraum für bedeutende Lockerungsschritte, hiess es am 7. April von den Fachleuten an der Medienorientierung zur Pandemie-Lage.

Vier von fünf Richtwerten nicht erfüllt

Das zeigt vor allem auch ein Blick auf die vom Bundesrat definierten Richtwerte für allfällige Lockerungsschritte. Vier von fünf dieser Kriterien waren am Donnerstag, 8. April, nicht erfüllt. Einzig die Auslastung von Intensivplätzen in den Spitälern mit Covid-19-Patienten im 15-Tage-Durchschnitt lag mit 171 (Stand: 8. April) unter dem Richtwert von maximal 250 Betten.

Stand der Richtwerte für Lockerungen Mitte April

Besondere Sorge bereitet Patrick Mathys vom BAG der steigende Trend bei den Hospitalisationen. Diese nähmen zu, das Durchschnittsalter der Patientinnen und Patienten in den Spitälern dagegen sinke. Am Mittwoch hatten die Spitaleintritte im 7-Tage-Schnitt den Richtwert überschritten, am Donnerstag lag er mit 59.3 bereits deutlich darüber.

Auch bei den Todesfällen, einem weiteren Richtwert für mögliche Lockerungsschritte, gibt es dem BAG zufolge einen «leicht zunehmenden Trend». Zudem lag die 14-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen mit 280.2 am Donnerstag deutlich über dem Richtwert von 229.9 (Wert vom 22. März). Dass dieser Wert binnen einer Woche stark zurückgeht, ist eher unwahrscheinlich. Einzig der R-Wert lag mit 1.03 nur knapp über dem geforderten Maximum von 1.

Kellnerin mit Maske serviert zwei Frauen draussen Getränke
Legende: Was im deutschen Saarland seit dem 6. April Realität ist, wird von vielen Schweizern heiss ersehnt: die Öffnung der Restaurantterrassen. Keystone

Wie viele und welche der fünf Kriterien erfüllt sein müssen, damit der Bundesrat Lockerungen beschliesst, hat er nicht explizit gesagt. Es gibt keinen Automatismus, die Werte dienen lediglich als Grundlage für den Entscheid. Wenn aber kommende Woche lediglich ein oder zwei der fünf Richtwerte erfüllt werden, dürften die Chancen auf eine baldige Öffnung der Gastro-Aussenbereiche eher schlecht stehen.

Immerhin ein Lichtblick: Von den Richtwerten für mögliche Verschärfungen der Corona-Massnahmen sind die dafür definierten Kriterien derzeit weit entfernt.

Stand der Richtwerte für Verschärfungen

SRF 4 News, 04.04.2021, 12:30 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

156 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marc Blaser  (PrCh)
    Die Gastronomie und andere Branchen welche auch so hart betroffen sind, müssen demnächst unbedingt wieder etwas lockern können (unter Schutzmassnahmen versteht sich), ansonsten gibts hier bald für alle grössere Probleme als Corona.
  • Kommentar von Remo Tschanz  (remotschanz)
    Und genau deshalb will man keine Medienauftritte der Taskforce mehr. Herr Ackermann sagt, dass es keine Lockerungen geben werde, was wiederum den Bundesrat unter Druck setzt, da man keine schwache, uneinheitliche Führung durch die Pandemie zeigen darf.
    1. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Die an den Medienkonferenzen anwesenden Mitglieder der Taskforce haben sich noch nie konkret dahingehend geäussert, ob es Lockerungen geben werde oder nicht. Sie betonen immer wieder, dass sie den Entscheiden des Bundesrates nicht vorgreifen würden.
    2. Antwort von Roland Weber  (Roland Weber)
      Das sehe ich auch so.
    3. Antwort von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
      Erklärt die TF an den PK's, wie sie zu ihren Einschätzungen kommt? Solche Szenarien entwerfen ist nicht trivial. Sagen wir, es wäre zu kompliziert, man möchte aber Schliessungen. Am einfachsten wäre es, ein Modell zu präsentieren, wo die Entwicklung weiterläuft, wie sie angelaufen ist. Exponentiell. Das sei die Wissenschaft - eine leicht verständliche mathematische Funktion und etwas Logik (einer steckt soundsoviele an). Natürlich ist das aber nicht ,die Wissenschaft', sondern eine Präsentation.
    4. Antwort von Thomas Spirig  (lalelu)
      die TF betont jedes mal dass sie nur grundlagen liefert und keine politischen entscheidungen trifft. noch mehr kann man das gar nicht betonen. und dass der BR nicht auf die TF hört hat er bereits x mal bewiesen. das beweist, dass der BR die grundlagen der TF nur als eine von vielen inputs nimmt.
    5. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      Das glaube ich schlicht nicht, dass Herr Ackermann gesagt haben soll, es werde keine Lockerungen geben. Genau so äussert sich die Taskforce nicht. Die sagt so etwas wie 'bei einer weiteren Lockerung ist zu erwarten, dass die Todesfälle ebenfalls weiter zunehmen werden' .
  • Kommentar von Samuel Rath  (SJRath)
    "Das klingt verlockend..."? Als gehe es beim Lockdown nur um das Vergnügen, in einer Gartenbeiz etwas zu trinken. Es geht darum, dass ein Staat sich selbst den Ast absägt, auf dem er sitzt, wenn nicht in allen Branchen gearbeitet werden darf. Staatsschulden und Steuern werden weiter steigen. Die Folge: mehr Geld drucken, mehr Inflation - am Ende weniger Einkommen für die sowieso schon schwächer Bemittelten. Das ist das Problem. Nicht das Vergnügen...
    1. Antwort von Thomas Spirig  (lalelu)
      das ist ein bisschen gar einfach dargestellt. die wirtschaft leidet. keine frage. aber die gastronomie ist nur ein teil der wirtschaft. der grosse rest, so scheint es, kann zumindest noch einigermassen am laufen gehalten werden.
    2. Antwort von Kevin Camenzind  (Alex.A)
      @Thomas Spirig Die Gastrobranche in der Schweiz ist Gross und es braucht mehr berufe für die Gastrobranche als nur eine Sreviertochter oder Koch. Da gehören Firmen dazu die die Geräte herstellen,Servicetechniker, Getränkemarkt usw. Das wird oftmals unterschätzt.
    3. Antwort von Peter Hahnau  (Peter Hahnau)
      @Thomas Spirig: "der grosse rest, so scheint es, kann zumindest noch einigermassen am laufen gehalten werden."

      Sie meinen die Kulturbranche? Ja, das ist schon eine wahre Pracht, wieviele Musik-, Theater-, Konzert- und Kino-Veranstaltungen es jüngst wieder gab. Auch die Bühnenbauer, Maskenbildner, Tontechniker können sich vor Aufträgen kaum retten und die Lebensmittel-Zulieferer reiben sich die Hände vor lauter Einnahmen.
      Ja, es läuft in der Wirtschaft. Zumindest in Ihrer Phantasie. ;-)
    4. Antwort von Thomas Spirig  (lalelu)
      haben sie sich mal die zahlen angesehen? oder plaudern sie einfach irgendwas vor sich hin? ich will die probleme nicht "kleinreden" aber sie sind doch recht selektiv.