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GDK-Präsident spielt den Ball an den Bund zurück
Aus SRF 4 News aktuell vom 31.07.2020.
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Coronamassnahmen in Kantonen «Für einheitliche Lösungen ist der Bund zuständig»

Wegen der steigenden Corona-Fallzahlen sollen die Kantone ihre Schutzmassnahmen vereinheitlichen: Eine schweizweite Maskenpflicht in Verkaufsläden und nur noch maximal 100 Personen in Clubs statt wie bisher 300 empfiehlt das BAG. Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), ist zurückhaltend: Solche einheitlichen Massnahmen sollten vom Bund verordnet werden, sagt er.

Lukas Engelberger

Lukas Engelberger

Präsident Gesundheitsdirektorenkonferenz

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Lukas Engelberger ist seit Juni 2020 Präsident der Schweizerischen Gesundheitsdirektorenkonferenz. Zudem ist er seit 2014 Vorsteher des Gesundheitsdepartementes von Basel-Stadt.

SRF News: Folgen die Kantone dem dringenden Rat des Bundes und vereinheitlichen respektive verschärfen ihre Corona-Massnahmen?

Lukas Engelberger: Wir teilen die Sorge des BAG. Die Zahlen sind steigend und wir müssen vorsichtig bleiben. Die Kantone nehmen das ernst. Wir verfolgen die Lage genau. Einzelne Kantone haben ja auch bereits weiterreichende Schutzmassnahmen angeordnet, wir werden das nun weiter prüfen.

Verstehen Sie das als Kritik, dass der Bund einheitliche Regeln will?

Nein. Ich glaube allerdings, dass Kritik auch fehl am Platz wäre. Die Kantone nehmen ihre Verantwortung wahr. Sie haben sich regional koordiniert, wo sie weitergehende Massnahmen erlassen haben. Und wir werden auf diesem Pfad nun weitergehen. Wenn der Bund zur Auffassung gelangt, dass schweizweit einheitliche Lösungen notwendig sind, müsste er sie anordnen. Dafür wäre er ja zuständig. Doch an diesem Punkt ist er offenbar noch nicht.

Jede zehnte Ansteckung geschieht im Ausland. Das BAG sagt, man habe geprüft, ob man flächendeckende Coronatests bei der Einreise einführen soll. Das bringe aber wenig. Ist das auch die Meinung der Kantone?

Ich teile diese Meinung. Erfolgversprechender ist eine Verbesserung unserer Stichprobenkontrollen bei der Einreise und die Quarantäne.

Wenige Fans im Stadion des FC. St. Gallen.
Legende: Der Bundesrat wird voraussichtlich am 12. August entscheiden, ob ab September Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen wieder erlaubt werden. Keystone

Die Kantone wollen, dass die 1000er-Regel bis Ende Jahr verlängert wird. Gestern hat die Fussballliga ein strenges Schutzkonzept für Stadien präsentiert. Werden die Kantone zu Totengräbern des Fussballs, wenn das Verbot von Grossanlässen um weitere vier Monate verlängert wird?

Nein, der Fussball wird auf jeden Fall überleben. Die Frage ist, wann wieder Spiele mit Tausenden von Besucherinnen und Besuchern möglich sein sollen. Da sind wir der Auffassung, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt oder in absehbarer Zeit – also in wenigen Wochen – noch verfrüht wäre.

Es gäbe die Möglichkeit der Bewilligungspflicht von Grossanlässen. Sie würde an die Kantone delegiert. Das lehnt aber die Mehrheit ab. Weshalb?

Beim Fussball handelt es sich um eine nationale Liga, die darauf angewiesen ist, für die verschiedenen Austragungsorte ihrer Spiele eine gewisse Rechtssicherheit zu haben. Das heisst, es ist ein berechtigtes Anliegen, dass einheitliche Regeln – mindestens für Fussballspiele – gelten.

Für eine schweizweit gültige Regelung bräuchten wir mehr Zeit.

Ähnliches gilt für Eishockey und andere nationale Ligen. Dafür wäre eine Bundesregelung geeigneter. Wenn wir Kantone eine schweizweit gültige Regelung ausarbeiten und vereinbaren müssten, bräuchten wir dafür mehr Zeit.

Das Gespräch führte Iwan Santoro.

Die Masken-Frage in den Kantonen (eine Auswahl)

KantonEntscheidPräzisierungKanton
Basel-LandschaftWartet abunterstützt Empfehlung, aber will keine Pflicht, würde einheitliche Lösung schweizweit begrüssenBasel-Landschaft
BernWartet abBern
FreiburgWartet abEntscheid nach dem Wochenwochende, nach Entwicklung der FallzahlenFreiburg
ZürichWartet abZürich
WallisWartet abWallis
GenfMaskenpflichtbereits früher beschlossen, Maskenpflicht auch für ServierpersonalGenf
NeuenburgWartet abNeuenburg
Jura Maskenpflichtbereits früher beschlossenJura
WaadtMaskenpflichtbereits früher beschlossenWaadt
TessinWartet abKeine Maskenpflicht in GeschäftenTessin
NidwaldenWartet abNidwalden
ObwaldenWartet abObwalden
ZugWartet abZug
LuzernWartet abLuzern
AargauWartet abKönnte sich kantonsübergreifende Lösung vorstellenAargau
SolothurnWartet abKönnte sich kantonsübergreifende Lösung vorstellenSolothurn

SRF 4 News, 31.07.2020, 06:10 Uhr;

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Der GDK-Präsident ist ganz offensichtlich eine Fehlbesetzung. Bitte austauschen.
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  • Kommentar von Marlies Artho  (marlies artho)
    Wie ich hörte von einer Friseurin, es werde ihr schlecht unter der Maske, da sie zu wenig Sauerstoff erhalte, wenn sie den ganzen Tag die Maske trage. Am Abend sei sie total müde und mag nicht mehr. Meine Frage: an das BAG: wie stellt ihr die Situation der Angestellten in den Verkaufsläden vor, die den ganzen Tag eine Maske tragen müssten? Denke die Maske kann andere schützen, jedoch sich selber? Vor Beschwerden? Hat man hier das Wohlergehen der Masken tragenden überhaupt gründlich überprüft?
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  • Kommentar von Andreas Baumann  (Andreas Baumann)
    sind die Menschen Einfach Ignorant oder wollen die Infektions zahlen nicht sehen ,,, oder haben Sie Lust daran zu Erkranken . ??? ich bin Sprachlos .. was ist Los und der Grosse Rat in Bern schiebt es dem Kantönligeist zu ... warten .. ach mal abwarten und Tee Trinken wird schon Irgend wie ... Wir werden Alle noch sehen und viele leider fühlen zu was Dieses Abwarten noch führen wird ...
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    1. Antwort von Peter Hahnau  (Peter Hahnau)
      Das hat mit Ignoranz nichts zu tun, sondern mit einer anderen Bewertung der Situation. Und allenfalls mit einer anderen Einstellung zu Krankheit, Tod, Schicksal, Verhältnismässigkeit und dergleichen.
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    2. Antwort von Eva Werle  (Wishbone Ash)
      Herr Hanau, jeder darf gerne seine eigene Einstellung zum Tod haben - zu seinem eigenen Tod, nicht zu dem anderer Menschen.
      Ich persönlich würde lieber ausserhalb eines Spitals sterben. Deshalb darf ich nicht die Spialversorgung anderer ablehnen.
      Und selbst wenn ich persönlich das Virus mit offenen Armen begrüssen würde, habe ich nicht das Recht, andere damit zu infizieren, die es nicht haben wollen. Also: Die eigene Einstellung in Ehren, sie steht nicht über den Menschenrechten der andern.
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