Zum Inhalt springen

Schweiz «Die Bahn-Infrastruktur wurde lange vernachlässigt»

Das Eisenbahnunglück im Kanton Waadt hat die Diskussion über die Sicherheit im Bahnverkehr neu entfacht. Die SBB habe ein Problem in Bezug auf die Signalanlagen, sagen Kritiker. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) ist anderer Meinung.

Legende: Video «Sepp Moser über Bahninfrastruktur» abspielen. Laufzeit 3:20 Minuten.
Aus 10vor10 vom 30.07.2013.

«Es war zwar menschliches Versagen, aber das technische Sicherheitsnetz hat gefehlt, um den Fehler zu verhindern», kritisiert Bahnexperte Sepp Moser die SBB in der Sendung «10vor10». Der Unterhalt sei von der Bahn lange Zeit vernachlässigt worden und werde in zu kleinen Schritten modernisiert.

Das Sicherheitssystem beim Unglücks-Bahnhof stammt aus dem Jahr 1958, das System Integra-Signum. Es entspricht dem ältesten von drei Sicherheits-Systemen. Das System reagiert erst, wenn ein Rotlicht überfahren wurde. Die Bremsung setzt beim Signal ein und nicht schon vorher wie bei anderen Systemen.

Auch Felix Schmid, Professor für Eisenbahn-Systemtechnik sagt, ein neueres Sicherheits-System hätte das Unglück womöglich verhindert.

SBB wägt Risiken ab

Die meisten Unfälle im Bahnverkehr hätten keinen Zusammenhang mit Signalanlagen, sagte hingegen BAV-Sprecher Gregor Saladin. Es gebe beispielsweise mehr Unfälle, weil Menschen die Geleise überquerten.

Legende: Video «Sicherheitsrisiko Bahn» abspielen. Laufzeit 1:33 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.07.2013.

Laut Saladin ist nicht sicher, dass die Unfälle im Waadtland und in Schaffhausen mit anderen Hauptsignalen hätten verhindert werden können: «Für uns stellt sich die Frage, wo die grössten Risiken im Bahnverkehr sind.»

Die SBB investiere deshalb nicht nur in Signale, sondern auch in Massnahmen, um die Sicherheit auf Perrons, in Tunnels oder beim Transport von Gefahrengütern zu erhöhen. Die Sicherheit im Schweizer Bahnverkehr sei im europäischen Vergleich sehr hoch, sagt Saladin.

24 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Eine Schande für die einst in allen Belangen führende Schweiz. Dafür wurde und wird immer mehr in ausländische Institutionen wie IWF, Kohäsion, Entwicklungshilfe, Ostmilliarde etc. verschwendet.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Es ist keine Schande für die Schweiz sondern es gibt immer und überall vom Menschen verursachte Fehlleistungen. Denken sie nur an die vielen Menschen, die auf der Strasse, in den Bergen und im Wasser ihr Leben lassen müssen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Aldo Muff, 4132 Muttenz
    Herr Moser muss es ja wissen! Es verwundert mich ein wenig, da er sich bislang massgeblich als Flugzeugexperte mit Aviatik Kenntnissen in den Medien äusserte! Man schreibe ein Buch und siehe da ist man Experte notabene.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von jo term, zürich
      in der Aviatik hat er ausgedient , jetzt musste er sich ein neues Umfeld suchen um in den Medien in Erscheinung zu treten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Gustav Natterer, Lenzburg
    Überall spart man jetzt den SBB: Bei Lokführern, Zugbegleiter , Stationspersonal Zugssicherungeinrichtungen und der Wartung. Die Sicherheitssysteme sind vielerorts auf dem Stand des letzten Jahrhunderts, aber man hat keine Stationsbeamten mehr, die die Abfahrtserlaubnis erteilen. Das macht jetzt auch der Lokführer! So ist die Redundanz weg. Andreas Meyer hätte eigentlich schon in Berlin von Unfällen wegen Sparen lernen können! Vielleicht wäre ein anderer Chef lernfähiger.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen