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Schweiz «Erfolgreicher kann er kaum mehr werden»

Der Rücktritt von Toni Brunner ist für SRF-Bundeshausredaktor Philipp Burkhardt keine Überraschung. Er habe den Zenit als Parteipräsident erreicht. Sein mutmasslicher Nachfolger Albert Rösti sei zwar «freundlicher» im Auftritt, davon täuschen lassen sollte man sich jedoch nicht.

Legende: Video «Toni Brunner tritt zurück» abspielen. Laufzeit 4:16 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.01.2016.

SRF News: Toni Brunner tritt als Parteipräsident zurück. War das zu erwarten?

Philipp Burkhardt: Offen gestanden kommt der Rücktritt für mich überhaupt nicht überraschend. Toni Brunner hat den Zenit als Parteipräsident erreicht – erfolgreicher als jetzt kann er kaum mehr werden. Die SVP hat bei den Nationalratswahlen im Oktober den historischen Höchststand von 29,4 Prozent Wähleranteil erlangt, sie hat im Dezember den zweiten Bundesratssitz zurückerobert, mit einem welschen Bundesrat beste Aussichten, in der Westschweiz weiter zu wachsen und sie ist die einzige Partei, die sich in Abstimmungen mit Initiativen regelmässig durchsetzen kann.

Es ist also eigentlich der ideale Zeitpunkt, um abzutreten. Kommt dazu, dass auch bei der FDP und CVP im April die Parteispitzen neu besetzt werden. Mit Brunners Rücktritt findet also ein eigentlicher Generationenwechsel im bürgerlichen Lager statt.

Brunners Bilanz nach bald acht Jahren an der Parteispitze scheint also ziemlich makellos. Was waren seine grössten Erfolge – und gab es nicht doch auch Niederlagen?

Der St. Galler hat mitgeholfen, die SVP zur erfolgreichsten Partei dieses Landes zu formen. In ihren Kernthemen – Ausländer und Europa – hat die Partei der Schweizer Politik unter seiner Amtszeit ganz klar den Stempel aufdrücken können.

Sein grösster Erfolg war sicher der Abstimmungssieg mit der Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar 2014, als sich die SVP gegen den Bundesrat und alle anderen Parteien durchsetzen konnte.

Als grösste Niederlage würde ich die Bundesratswahlen vom 14. Dezember 2011 bezeichnen, als der Versuch der SVP, den verlorenen Bundesratssitz von Christoph Blocher zurückzuholen, grandios scheiterte. Nach dem Debakel mit der Kandidatur von Bruno Zuppiger agierte die Parteispitze am Wahltag einigermassen planlos und schaffte es nicht, ihre Kandidaten durchzubringen.

Die Nachfolge von Brunner soll Albert Rösti antreten. Ist dies in der Partei unumstritten?

Eine Gegenkandidatur zu Albert Rösti würde mich sehr überraschen. Der Berner Nationalrat ist parteiintern äusserst beliebt. Er liegt klar auf Parteilinie, vertritt in den wesentlichen Themen ohne Wenn und Aber die Positionen der SVP. Er tut das aber auf eine überaus konziliante Art und Weise. Er ist insofern die ideale Besetzung für die SVP der Zukunft, die seit dem letzten Dezember mit zwei Bundesräten wieder stärker in die Regierungsverantwortung eingebunden ist.

Unter Albert Rösti darf man mit einer «freundlicheren» SVP im Auftreten rechnen, die aber inhaltlich nicht von ihrer Linie abweichen wird.

Die Fragen stellte Raffaela Moresi.

Philipp Burkhardt

Philipp Burkhardt

Burkhardt ist Leiter der Bundeshausredaktion von Radio SRF, für das er seit 15 Jahren tätig ist. Davor hatte er unter anderem für «10vor10» und die «SonntagsZeitung» gearbeitet.

18 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Und jetzt tritt auch noch Chr. Blocher zurück. Ich möchte hier nicht spekulieren, aber Das ist schon sehr, sehr merkwürdig.
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    1. Antwort von Mark Stalden (Mark)
      Wiso merkwürdig,TB hat das schon vor denn Wahlen entschieden und CB wird das gleiche Erzählen,das hat gaaar keinen Zusammenhang. Mann bastelt ein neues "Saubere Svp Image" Ist ihnen noch nie aufgefallen das die Extremen Ideen der Svp Nur von der Svp Selbst unterstützt werden und sonst von keiner Partei? Und bloss von knapp 30% der Wählenden Schweizer,wenn sie denken Soo macht man sich Beliebt DANN irren sie sich.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Toni Brunner hat in den vergangenen 8 Jahren unsere Gesellschaft gespalten und einen Keil in unser Volk getrieben. Die Auswirkungen & Früchte seiner aggressiven Politik werden wir erst noch zu spüren bekommen. Es ist einfacher, alle dumm hinzustellen, alles in den Dreck zu ziehen und dem Volk vorzugaukeln, es herrsche das «Chaos» in diesem Land. Brunner gehört zu den Hauptverantwortlichen dieser desaströsen Entwicklung, sich wenn die Huldiger dies heute noch nicht erahnen können!
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    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      N. Bächler Die Früchte werden uns zeigen,aber nicht weil die SVP schon lange daran erinnerte,dass nun etwas getan werden muss.Die Bestätigung bekamen sie bei der Volksabstimmung.Wer jetzt immer noch glaubt,mit schön Reden sei das Problem gelöst,kann sich vielleicht genauso irren.Aber natürlich Schuld ist dann immer noch die SVP,nach Ihrer Ansicht,wer denn sonst. Nun müsste man doch eher alle Parteien in die Verantwortung einbeziehen, um die Probleme zu Lösen und nicht zu verdrängen.
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Werte Frau Artho, mag ja alles schön und gut sein, doch vollbracht hat die SVP nun wirklich noch rein gar nichts. Sie hat zwar unsinnige politische Vorstösse lanciert & einige auch gewonnen, doch wirklich vorwärts gebracht hat uns dies alles nicht. Im Gegenteil, unser Land ist gespaltener denn je und das alles hat die SVP zu verantworten, auch wenn sie dies immer wieder negieren! Ich kann objektiv nicht feststellen, dass unser Land mit der SVP besser geworden ist. Sie schon?
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    "Der St. Galler hat mitgeholfen, die SVP zur erfolgreichsten Partei dieses Landes zu formen. In ihren Kernthemen - Ausländer und Europa - hat die Partei der Schweizer Politik unter seiner Amtszeit ganz klar den Stempel aufdrücken können." Die Geschichte der Menschheit hat schon viele Stempel gesehen. Hatte sogar auch mal ein Stempelkissen, aber es ist unterdessen ausgetrocknet. Dann schmiss ich es halt in den Müll. Die Müllhalde der Geschichte ist auch nicht ohne Grund. Oder sinnlos.
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    1. Antwort von paul waber (sandokan)
      Es gibt hier Schreiber, die die SVP bei jeder Gelegenheit diffamieren und lächerlich machen. Die meisten Leser sind aber nicht so dumm, wie diese Leute glauben und durchschauen das Spiel....
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    2. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Wenn man regelmässig mind. 4 Punkte nach einem Text hinzufügen muss, um dem Text mehr Gewicht geben zu wollen, dann weiss ich auch nicht, was das soll.
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    3. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Das wird für unsere Nachkommen eines der wichtigsten Themen sein. Es gibt kaum Länder wo Christen und anders Gläubige mit dem Islam freiheitlich und friedlich zusammen leben.
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