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EU-Plastikverbot Bundesrat will nicht nachziehen

  • Die EU will Trinkhalme, Wattestäbchen und anderes Einweg-Plastik verbieten.
  • Die Schweiz zieht nicht nach: Der Bundesrat plane derzeit kein Verbot, lässt Umweltministerin Doris Leuthard verlauten.
Plastikmüll.
Legende: Europäerinnen und Europäer produzieren jedes Jahr zirka 26 Millionen Tonnen Plastikmüll. Keystone

Nach ihren Angaben setzt der Bundesrat auf Massnahmen «vermeiden, vermindern, wiederverwenden, verwerten», heisst es in der schriftlichen Antwort auf Fragen aus der Fragestunde des Nationalrats. Darin verweist Leuthard auch auf die freiwilligen Massnahmen der Wirtschaft, etwa die Branchenvereinbarung zu den Plastiksäcken.

Nach Angaben der Umweltministerin stellen weggeworfene Trinkhalme, Wattestäbchen und andere alltägliche Produkte in der Natur und in Gewässern in der Schweiz keine explizite Umweltgefährdung dar. Littering werde mit einem ganzen Bündel verschiedenster Massnahmen bekämpft.

Ambitionierte Ziele der EU

Die Mengen an Mikroplastik in Schweizer Gewässern seien sehr gering. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) kläre derzeit ab, aus welchen Quellen dieses Mikroplastik stamme. Eine Studie aus der EU zeige, dass dafür vor allem Pneuabrieb, Verwitterung von Farbbeschichtungen oder Textilfasern verantwortlich seien, schreibt Leuthard.

Die EU-Kommission will zehn Wegwerf-Plastikprodukte sowie ausrangierte Fischernetze verbieten, darunter Besteck und Geschirr aus Plastik, Trinkhalme, Luftballonstäbe, Rührstäbchen oder Wattestäbchen. Bei Produkten, für die sich noch keine alternativen Materialien durchgesetzt haben, soll der Verbrauch eingedämmt werden. Bis 2025 sollen Einweg-Plastikflaschen weitgehend wiederverwertet werden.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Noemi Solombrino (ocean-R-evolution.com)
    Wir sind soeben zurück von unserem Wochen CleanUp am Mittelmeer PuliAMOlaPuglia: 5000 Liter Müll. Einweg Plastik Geschirr, Ohrenstäbchen, Plastikdeckel, Fischernetze, Styropor... Bevor wir mit dem Finger auf andere zeigen, beginnen wir bei uns, denn die Gewässer fliessen in die Meere. Es hat mehr Müll in unseren Seen als viele Leute glauben - siehe unser Projekt aroundTheBodenseecleanup.com! Innovative Ersatz Produkte stärken Arbeitsplätze auch in der Schweiz und helfen gleichzeitig der Natur!
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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Ich kann die Aussage vom Bundesrat nicht nachvollziehen in unseren Gewässern seien nur wenig Plastik und Nanostoffe vorhanden. Müssen den unsere Gewässer zuerst total versaut sein, bis gehandelt wird. Freiwilligkeit der Wirtschaft hat noch selten etwas gebracht, dazu gibt es zu viele Beispiele. Dass die Menschen schlauer werden in punkto Umwelt ist leider ein Wunschgedanke.
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Wie wäre es, wenn nach einer warmen Nacht die verbrauchten Kondome nicht einfach in den Park geschmissen würden. Das Gleiche gilt für all den mitgebrachten Essensmüll, den man auch sauber zu Hause entsorgen könnte. Dazu sind leider Herr und Frau Schweizer zu bequem und es könnte halt einen Abfallsack kosten.
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