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Schweiz Fahrplanwechsel - Eine grosse Herausforderung für Pendler

Ab Sonntag ist auf dem Zürcher Hauptbahnhof alles anders: Nicht nur das S-Bahn-Netz wird neu gespannt und umnummeriert, auch im Fernverkehr spürt man die Umstellung.

Legende: Video Fahrplanwechsel am Sonntag abspielen. Laufzeit 1:29 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.12.2015.

Der Fahrplanwechsel vom Sonntag bringt vor allem im Grossraum Zürich grosse Umstellungen, weil am Zürcher Hauptbahnhof der zweite Teil der Durchmesserlinie in Betrieb genommen wird. Wer in Zürich ein- oder Richtung Bern, Brig, Genf, Winterthur, St. Gallen oder Romanshorn umsteigt, fährt dann unterirdisch ab.

Die vier Gleise im neuen Zürcher Tiefbahnhof unter der Bahnhofshalle sind zwar schon anderthalb Jahre in Betrieb, aber noch ist es im Herzstück der neuen Durchmesserlinie relativ ruhig. Ein knappes Dutzend S-Bahn-Züge fahren hier stündlich ein und aus. Ab Sonntag werden es mehr als doppelt so viele sein. Auch die Zahl der Passagiere wird steigen. «Wir haben heute etwa 30‘000 Menschen, die täglich hierhin oder von hier wegreisen. Ab Sonntag werden es etwa 100‘000 pro Tag sein», sagt SBB-Mediensprecherin Lea Meyer.

Pendler müssen sich neu arrangieren

Auf der Paradestrecke Zürich-Bern müssen tausende Pendler liebgewonnene Gewohnheiten aufgeben. Heute wissen sie genau, wo auf dem Perron in der Gleishalle ihr Lieblingswagen hält. Das nützt ihnen ab Sonntag nichts mehr. Um den Passagieren zu helfen, sich auf dem Zürcher Hauptbahnhof zurechtzufinden, hat die SBB dutzende sogenannte Kundenlenker aufgeboten.

24 neuartige Bildschirme liefern weitere Informationen. Sie zeigen im Tiefbahnhof auf den 400 Meter langen Perrons nicht nur die genaue Reihenfolge der Wagen an, sondern sie weisen die Pendler auch darauf hin, wo im Bahnhof sie sich genau befinden. So könne man sich auf dem Perron selber besser orientieren, sagt Meyer weiter.

Züge halten weniger lange

Das ist wichtig, weil die Züge im Tiefbahnhof nicht so lange halten wie im oberirdischen Bahnhof, wo sie erst wenden müssen. Statt neun Minuten Aufenthalt, sind es dort teilweise nur noch fünf Minuten. Aber Lea Meyer von der SBB betont, es bleibe gleich viel Zeit zum Umsteigen. Die Wege würden teils kürzer, «weil wir verschiedene Bahnhöfe übereinander gebaut haben». Die Zugreisenden müssten vielleicht zweimal Rolltreppen fahren oder Treppen steigen, aber sie seien schnell auf dem Perron des nächsten Zuges.

Neben all den Umstellungen bringt die volle Inbetriebnahme der Zürcher Durchmesserlinie aber auch viele Vorteile für die Bahnkunden. Zwischen Zürich und St. Gallen etwa verkehrt stündlich ein zusätzlicher, dritter Schnellzug. Wer aus der Ostschweiz über Zürich nach Bern oder weiter fährt, ist ab Sonntag ein paar Minuten schneller am Ziel.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Ochsner (Hans Ochsner)
    Die grosse Herausforderung liegt wohl eher bei den SBB als beim Pendler! Denn diese verstrickt sich je länger je mehr in Komplexität und Kundenunfreundlichkeit. Ob wohl das Reisen im öffentlichen Verkehrsmittel für den Kunden einmal mehr weniger übersichtlich und verständlich wird? Die Strasse lässt grüssen!
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  • Kommentar von Jürg Baltensperger (Baltensperger)
    Super unser ÖV System! Das ist der Ansatz der Zukunft. In Städten hat das Auto ausgedient - zu laut, zu dreckig, zu gefährlich und braucht viel zu viel Platz. Jetzt noch Parkhäuser an den S-Bahnhöfen am Stadtrand bauen und die Innenstadt autofrei machen. Das ist Lebensqualität für alle!
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    1. Antwort von Mike Brunner (Mike Brunner)
      zu laut? quietschende Trams und S-Bahnzüge sind ja soo leise. zu dreckig? die Zukunft in der Stadt sind kleine, leise und emissionsfreie Autos, auch die Technik wird ständig besser und nicht gefährlicher (automatische Bremssysteme etc.), ich finde das ÖV-System in der Schweiz auch toll, aber man sollte aufhören, Autos und ÖV gegeneinander auszuspielen, es braucht beides, auch in Zukunft!
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  • Kommentar von Felice Limacher (Felima)
    Bin ich froh, bin ich nicht Pendler, aber auch nicht stolz das Auto brauchen zu müssen ...
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