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Schweiz Gewerkschaften fordern vierwöchigen Vaterschaftsurlaub

Das neue Modell soll 384 Millionen Franken im Jahr kosten. «Absolut realisierbar», findet Travail Suisse. Doch der Bundesrat zeigt wenig Interesse.

Väter dürfen heute nach der Geburt ihres Kindes oft bloss ein oder zwei Tage zu Hause bleiben. Für den Dachverband der Gewerkschaften ist das viel zu wenig. Travail Suisse spricht von einer «unhaltbaren Situation», die nicht mehr der gesellschaftlichen Realität entspreche.

Väter sollten deshalb künftig im Jahr nach der Geburt eines Kindes bis zu 20 Arbeitstage fehlen dürfen, fordert Travail Suisse. Während dieses am Stück oder in Teilen bezogenen Urlaubs würden die Männer 80 Prozent des Lohnes erhalten.

Kosten pro Jahr: 384 Millionen Franken

Finanzieren will der Dachverband dies analog zum Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO). Ein solches Modell sei «absolut realisierbar», schreibt Travail Suisse in einer Mitteilung. Der Verband stützt sich auf einen vom Bundesrat letzten Herbst präsentierten Bericht, wonach ein solcher Vaterschaftsurlaub jährlich Kosten von 384 Millionen Franken verursachen würde.

Laut Travail Suisse müssten die heutigen Beitragssätze für die EO nicht oder nur moderat erhöht werden. Zurzeit zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen 0,5 Prozent eines Lohnes in das Sozialwerk ein.

Für den Bundesrat hat ein Vaterschaftsurlaub oder Elternurlaub zurzeit nicht Priorität, wie er letzten Herbst erklärte. Er lässt aber bis Mitte 2014 prüfen, ob Mütter und Väter das Recht erhalten sollen, nach der Geburt eines Kindes ihr Arbeitspensum um bis zu 20 Prozent zu reduzieren.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Eigentlich warum nicht, solange wir das Geld haben sollen wir es ausgeben, es gibt Duemmeres als Vaterschaftsurlaub. Ja und schlussendlich wird ja eh wieder alles dort abgewaelzt werden wie immer...beim Konsumenten.. so schliesst sich der Kreis!
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  • Kommentar von U.E. Romer, Zuerich
    Für micht ist es viel wichtiger und sinnvoller, wenn man für alleinerziehende Mütter und Väter, die Möglichkeit von bezahltem Urlaub für die Kinderbetreuung schafft. Dort fehlt es an ausreichender Unterstützung. Ein Vaterschaftsurlaub würde wohl eher dazu genutzt, dass die Männer egoistischerweise ihren Hobbys nachgehen anstatt die Windeln zu wechseln.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Berufstätige haben Anspruch auf 4 Wochen Urlaub im Jahr. Je nach Beruf & Stellung sind es noch mehr. Wo ist das Problem? Väter "verlegen" diesen einfach in die Zeit, wenn das Kind geboren ist. Dafür braucht es nicht noch 4 Wochen extra.
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