Versuchsbetrieb ab Samstag Grenzschliessung im Tessin verärgert Italiener

Vorbereitungsarbeiten für die Nachtschliessung am Grenzübergang Novazzano beim Übergang nach Marcetto

Bildlegende: Grenzübergang Novazzano: Am Übergang nach Marcetto bereiten Arbeiter die Absperrungen für die Nacht vor. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Tessin werden drei kleinere Grenzübergänge nach Italien ab Samstag in der Nacht geschlossen.
  • In der sechsmonatigen Testphase sollen Erkenntnisse über den Verkehr und die grenzüberschreitende Kriminalität gewonnen werden.
  • Die italienischen Grenzgemeinden haben für die Massnahme in dieser Form kein Verständnis.

Von der Grenzschliessung betroffen sind die Südtessiner Grenzübergänge von Novazzano-Marcetto, Pedrinate und Ponte Cremenaga. Laut der Kantonspolizei Tessin und dem Grenzwachtkorps werden die Grenzposten jeweils von 23 Uhr abends bis 5 Uhr morgens geschlossen. In der Testphase sollen Informationen darüber gesammelt werden, welche Effekte eine dauerhafte Nachtschliessung haben könnte.

Kein Verständnis in Italien

Auf italienischer Seite stiess die Ankündigung zur vorübergehenden Schliessung auf Unverständnis. Die Schliessung in der Nacht sei ineffizient, kritisieren mehrere italienische Gemeindepräsidenten. Grenzüberschreitende Kriminalität gebe es eher am frühen Abend.

Auch Grenzwächter skeptisch

Auch der Kommandant der Grenzwachtregion IV (Tessin) ist unzufrieden: Die Aktion erhöhe die Sicherheit nicht, sagt er. Vor dem Beitritt der Schweiz zum Schengen-Abkommen habe es ebenfalls Grenzschliessungen während der Nacht gegeben, doch damals sei die Sicherheitslage trotzdem schlechter gewesen als heute.

Das jetzige Pilotprojekt geht zurück auf eine Motion der Tessiner Lega-Nationalrätin Roberta Pantani.