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Schweiz Konkursverfahren gegen Waadtländer Raumfahrt-Unternehmen S3

Das Raumfahrt-Unternehmen aus Payerne muss einen Sanierungsplan vorlegen, wie es Schulden in Höhe von sechs Millionen Franken begleichen will. Die Mitarbeiter warten nach Recherchen von «Schweiz aktuell» seit sechs Monaten auf ihre Löhne.

Legende: Video «Bankgarantie soll Raumfartfirma retten» abspielen. Laufzeit 5:04 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 09.09.2016.

Gegen die Waadtländer Raumfahrt-Firma S3 ist nach Recherchen von «Schweiz aktuell» ein Konkursverfahren eröffnet worden. Dies bestätigt das Bezirksgericht Broye.

Die Firma muss nun einen Sanierungsplan vorlegen, wie die Schulden in der Höhe von knapp sechs Millionen Franken bezahlt werden können.

Löhne nicht bezahlt

Die Mitarbeiter der Firma S3 warten seit mindestens sechs Monaten auf ihre Löhne. Das erzählen mehrere Betroffene anonym gegenüber «Schweiz aktuell» und bekräftigen, dass sie nach wie vor davon überzeugt sind, dass die Firma wieder zu finanziellen Mitteln kommt.

Laut dem Handelsregister des Kantons Waadt gibt es eine Garantie einer Bank aus Singapur, 29 Millionen Schweizer Franken in eine Tochterfirma von S3 zu investieren. Der Eintrag stammt von Ende März 2016. Doch von diesem Geld haben die über 40 betroffenen Gläubiger bis heute nichts gesehen.

«Probleme können gelöst werden»

Die Firmenleitung selber will keine Stellung nehmen zu den Vorfällen. Der Wirtschaftsförderer des Broye-Bezirks, Pierre-André Arm, bestätigt die finanziellen Probleme der Firma. Er gibt sich trotzdem zuversichtlich: «Diese Probleme können gelöst werden. Ich glaube, dass diese Firma nach wie vor eine Zukunft hat.» So gebe es Pläne für einen Neubau für die Weltraum-Firma auf einem Grundstück im Industriegebiet neben dem Flugplatz Payerne.

«Es ist eine Situation, die häufig bei Startup-Unternehmen eintreten kann. Bevor Geld reinkommt, müssen sehr viele Mittel in Forschung und Entwicklung investiert werden», erklärt SRF-Korrespondent Rolf Dietrich. In dieser Situation könne das Geld schon mal knapp werden. «Gemäss den Informationen, die wir haben, stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Liquiditätsengpass behoben werden kann», sagt Dietrich

Pacal Jaussi, Inhaber der Raumfahrt-Firma S3 mit Sitz in Payerne, hatte vor kurzem bereits für Schlagzeilen gesorgt. Vor zwei Wochen war er überfallen und schwer verletzt worden. Die Hintergründe der Tat sind unbekannt.

Der Traum vom Raumfahrtzentrum

Im Januar 2014 hatte Firmeninhaber Pascal Jaussi grosse Pläne mit seiner Firma S3. Er plante den Bau eines eigenen Spaceshuttles. Damit wollte er Satelliten und später sogar Passagiere ins Weltall schicken. Jaussi wollte 70 Millionen für die Entwicklung eines Zentrums für Spaceshuttles investieren. «Wir machen das nicht von null, wir gewinnen Zeit und viel Geld», sagte Jaussi damals. Das Geld komme von verschiedenen Partnern. «Wir haben Partner, die mit Geld kommen, andere mit Ingenieuren oder mit Flugzeugteilen.» Das Konkursverfahren zeigt, dass offenbar nicht alles nach Plan verläuft.

1 Kommentar

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ich würde gerne die ganze "Wahrheit" wissen. Ich habe das Gefühl, hier wird einiges schön geredet. Ein Start-up der sich wie die meisten übernommen hat, und von seinen "Puschern" nur bis zum Bankrott geführt wurde. Für mich sieht es so aus, dass Start-ups vor allem für die Finanzförderung resp. Umverteilung gut sein soll. Jeder der ein Start-up gründet, wirft sein ganzes Geld da rein, und 95% der Start-ups verlieren all ihr Geld, da sie keinen Erfolg haben. Das ist auch eine Art von Abzockerei!
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