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Schweiz Levrat: SP als einzige Alternative zur Abschottung à la SVP

Die Initiativen seiner Partei scheitern immer öfter. Er kämpft gegen die Abschottung der Schweiz. Und unterstellt der SVP dabei faschistoide Tendenzen. SP-Präsident Christian Levrat erklärt bei «Schawinski», warum er diese Tonart aufgreift.

Christian Levrat
Legende: Levrat bei Schawinski: «Die Schweiz ist dank ihrer Vielfalt so reich geworden.» SRF

Das Ja zur Zuwanderungsinitiative der SVP am 9. Februar war wohl das grösste Debakel für die SP in letzter Zeit. Hinzu kamen Niederlagen bei SP-Initiativen – 1:12, Mindestlohn, Öffentliche Krankenkasse, Aufhebung der Wehrpflicht. Christian Levrat meint dazu, die SP habe auch Abstimmungen gewonnen. Seine Partei arbeite im Verbund mit anderen linken Kräften. Es gehe nicht darum, nur Anliegen seiner eigenen Partei durchzubringen.

FDP auf Schmusekurs, CVP mit Klientel-Politik

Hinzu komme: «Diese Initiativen haben die Situation in der Schweiz real verändert.» Beispielsweise die Vorlage zu den Krankenkassen. Dank dieser gebe jetzt ein Aufsichtsgesetz. Das habe überhaupt nichts damit zu tun, Niederlagen schön zu reden.

Levrat sieht die SP als einzige Alternative zur Abschottung der Schweiz. Die FDP sei auf Schmusekurs mit der SVP. Sie denke bei jeder Gelegenheit über Listenverbindungen nach – obwohl diese sich zusehends radikalisiere. Die CVP betreibe Klientel-Politik.

Dennoch: die SP grenze sich nicht ab. Es gebe auch Zusammenarbeit. So zum Beispiel bei der anstehenden Ecopop-Initiative. «Sie können davon ausgehen, dass wir mit den bürgerlichen Mitte-Parteien gut abgesprochen sind in dieser Kampagne.»

Stopp, das ist keine Regierungspolitik mehr.
Autor: Christian LevratSP-Präsident

Im Nachgang zur angenommenen Zuwanderungsinitiative verschärft sich der Ton zwischen Exponenten der beiden Pol-Parteien zusehends. Angesprochen auf die Aussage des SP-Chefs, die heutige Situation erinnere ihn an das Deutschland der 1930er-Jahre und angebliche faschistoide Tendenzen in der SVP, sagt Levrat, die Radikalisierung der SVP sei neu. Punkto systematischer Verleumdung der Institutionen, Angriffe auf die Völkerrechte.

Toleranz statt Abschottung als Erfolgsmodell

Levrat stellt klar, was er unter dem genannten Vergleich versteht: Mit der SVP gebe es – wie damals – eine einzige Partei, die den Heimat-Begriff und andere nationale Symbole für sich beanspruchen wolle. Die SP dagegen wolle klar machen, «dass die Schweiz dank ihrer Vielfalt so reich geworden ist». Dass das Erfolgsmodell die Toleranz gegenüber anderen sei.

Mit Aussagen wie dem Verweis auf faschistoide Tendenzen in der SVP wolle er warnen – nicht punkten, so Levrat. Jetzt sei der letzte Zeitpunkt, die Handbremse zu ziehen und zu sagen: «Stopp, das ist keine Regierungspolitik mehr.»

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109 Kommentare

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  • Kommentar von R.Anderegg, Züroch
    Ich sehe nur eine Partei die sich von der Schweiz abschotet: 1:12, 50:50, Mindestlohninitiative, Bedingungsloses Grundeinkommen, Überwindungen des Kapitalismus, gläserner Bürger, sind alles Dogmen einer Partei, die den Sozialismus einführen möchte, auf Kosten der Freiheit. Zufälligerweise ist es die Partei von Christian Levrat. Ich weiss nicht was Levrat immer dazu bewegt, von sich aus auf alle anderen zu schließen, nur weil er noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist??
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Ein Linksradikaler wie Lewrat ist untragbar und wird spätestens 2015 vom Sockel gestossen.
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  • Kommentar von Toni Huber, Wil
    Bolliger: Ihre Sichtweise scheint sehr getrübt und wahrlich stramm auf der Parteilinie. Mich würde doch sehr interessieren, was sie zum Ausraster ihres Gurus sagen. Hier das Zitates des «Herrschers vom Herrliberg»: «Däne sött mä eins a d'Schnurre haue‘... Däne Sieche!» Ende Zitat. Übrigens gemeint war der Bundesrat. Ist das für sie ok? Ich frage sie ganz direkt: Wer ist hier unsachlich, persönlich und poltert? Mehr gefällig? Levrat ist ein Weisenknabe gegen Blocher wenns um dumm anzumachen geht!
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    1. Antwort von Fritz Moser, Thun
      @Huber: Aus welchen Kreisen stammten die Täter, welche Nationalrat Fehr zusammen schlugen? Wer schmiss Bundesrat Blocher die Torte ins Gesicht? Was sagte Stadtpräsident Tschäppet, als er zuviel trank nach dem Fussballmatch, gegenüber Herr Blocher? Wie betittelt Levrat die Menschen welche der SVP angehören und diese Partei wählen? Was sagt ein gewisser Herr Wermuth in der Arena über die SVP usw? Wenn schon, dann bitte mit gleichen Ellen messen, ansonsten sind Sie für mich nicht glaubwürdig!!
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    2. Antwort von Marie-Luise Reck, Turbenthal
      Herr Huber haben sie einen Beweis das, dass Herr Blocher gesagt haben soll oder geben sie einfach per se weiter was Sie aus links angehauchten Medien lesen. Tut mir leid dann ist es mit Ihrem Verständis für eine sachliche Berichterstattung nicht weit her, da hat Blocher einigen was voraus, den auf solch eine Aussage würde sich Blocher nicht herablassen dafür ist er zu clever.
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