Nationalbank: 28,5 Milliarden in neun Monaten

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) weist für die ersten neun Monate 2014 einen hohen Überschuss von 28,5 Milliarden Franken aus. Allein aus den Fremdwährungspositionen floss ein Gewinn von 25,2 Milliarden Franken.

Nationalbank-Präsident Thomas Jordan im Portrait.

Bildlegende: Die SNB und ihr Präsident Thomas Jordan bleiben vorsichtig: Die Bank tätigt jährlich Rückstellungen. Keystone

Riesiger Zwischengewinn: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) weist für die ersten neun Monate 2014 einen hohen Überschuss von 28,5 Milliarden Franken aus. Allein aus den in früheren Jahren massiv ausgeweiteten Fremdwährungspositionen floss ein Gewinn von 25,2 Milliarden Franken.

Auf dem Goldbestand resultierte ein Bewertungsgewinn von 3,3 Milliarden, wie die SNB am Freitag mitteilte. 2013 hatte der Absturz des Goldpreises bei der Schweizer Notenbank unter dem Strich noch für einen Jahresverlust von 9,1 Milliarden Franken gesorgt.

Die Devisenanlagen, welche sich seit Anfang 2014 von 443,2 Milliarden auf 471,4 Milliarden Franken ausweiteten, steuerten auf verschiedene Weise zum nun erzielten Rekordergebnis bei: Die wechselkursbedingten Gewinne beliefen sich auf insgesamt 9,7 Milliarden Franken.

Gewinn durch Fremdwährungen

Devisenreserven der SNB Die Asset Allocation für Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank wies per Ende September 2014 diese Eckwerte auf (Angaben in Prozent): SNB

Die Wechselkursverluste auf dem Euro wurden durch die Gewinne auf den anderen Anlagewährungen, insbesondere dem US-Dollar und dem britischen Pfund, mehr als kompensiert, wie die SNB erklärte.

Weitere 5,7 Milliarden Franken Gewinn stammen aus Zinserträgen und 1,4 Milliarden Franken aus Dividendenerträgen. Das allgemein tiefere Zinsniveau führte zu Kursgewinnen von 6,2 Milliarden Franken auf den Zinspapieren und -instrumenten. Die Beteiligungspapiere und -instrumente profitierten vom günstigen Börsenumfeld und trugen mit 2,3 Milliarden Franken zum Erfolg bei.

Rekordträchtig – aber stark schwankend

Der Gewinn der SNB ist rekordträchtig, die Bilanzsumme mit 522 Milliarden Franken und damit die Schwankungsanfälligkeit allerdings ebenso. Schliesslich sind starke Schwankungen an den Gold-, Devisen- und Kapitalmärkten die Regel und Rückschlüsse von Quartalsergebnissen auf das Jahresresultat nur bedingt möglich, wie die SNB in ihren Zwischenberichten stets betont.

Es ist damit trotz des grossen Überschusses nach neun Monaten nicht garantiert, dass die SNB nach dem letztjährigen Ausfall für 2014 wieder Gewinne an Bund und Kantone ausschütten kann.

Nötig wäre dazu ein Jahresüberschuss von über 10 Milliarden Franken. Denn nach dem Jahresverlust von 2013 liegt die Ausschüttungsreserve mit 6,8 Milliarden Franken im Minus. Dieser Topf müsste zuerst wieder gefüllt werden. Zudem tätigt die SNB jeweils Rückstellungen für Währungsreserven, letztes Jahr waren es 3,0 Milliarden Franken.

Erfolgsrechnung vom 1. Januar – 30. September 2014

in Millionen Franken
1.-3. Quartal 20141.-3. Quartal 2013Veränderung
Erfolg aus Gold3 328.6-10 663.1+13 991.7
Erfolg aus Fremdwährungspositionen25 242.84 053.1+21 189.7
Erfolg aus Frankenpositionen185.3-75.5+260.8
Übrige Erfolge7.79.8-2.1
Bruttoerfolg28 764.4-6 675.7+35 440.1
Notenaufwand-19.2-15.4-3.8
Personalaufwand-114.1-135.1+21.0
Sachaufwand-73.5-62.7-10.8
Abschreibungen auf Sachanlagen-27.9-28.6+0.7
Zwischenergebnis28 529.8-6 917.5+35 447.3