Zum Inhalt springen

Schweiz Nationalrat Jakob Büchler: «Da staune ich schon ein wenig»

Auch im Parlament regt sich Widerstand gegen die private Schiessübung eines Generalstabsoffiziers. Die «Rundschau» hat Nationalrat Jakob Büchler (CVP/SG) an der Theke befragt. Dieser zeigt sich über das Vorgehen erstaunt.

Legende: Video An der «Rundschau»-Theke: Jakob Büchler (CVP/SG) abspielen. Laufzeit 6:45 Minuten.
Aus Rundschau vom 28.05.2014.

Vor einer Woche hat in Genf ein Oberst im Generalstab eine umstrittene, private Schiessübung durchgeführt. Seine Gäste waren nordkoreanische Offiziere, die an einem Kurs in Genf teilnehmen. Die Militärjustiz ermittelt im Vorfall seit Anfang der Woche.

Auch im Parlament regt sich Widerstand. Die «Rundschau» hat Nationalrat Jakob Büchler (CVP/SG) an der Theke befragt. Büchler ist Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK-NR) und der Geschäftsprüfungs-Kommission (GPK-NR). Er zeigt sich über das Vorgehen erstaunt.

Privates Schützenfest: «Da staune ich schon ein wenig»

Zum Fall könne er nicht viel sagen, weil es sich um ein laufendes Verfahren handle. Die Einladung an die Nordkoreaner sei vom Aussendepartement (EDA) und dem Schweizer Botschafter gekommen. Die Schiessübung sei dann aber im privaten Rahmen erfolgt. Ihn interessiere vor allem, wer das befohlen habe und wer Munition und Gewehre beschafft habe.

Man hätte den Abend auch anders verbringen können, als mit nordkoreanischen Studenten ein Schützenfest zu organisieren.
Autor: Jakob BüchlerNationalrat (CVP/SG)

Jakob Büchler äusserte ein ungutes Gefühl: «Es tut mir auch als Schütze weh, wenn man dann hört, es würden Sachen gemacht, bei denen nicht alle dahinter stehen können.»

Ein Generalstabsoffizier kennt die Reglemente

Auf die Frage, ob die Kritik das Verteidigungs-Departement (VBS) betreffe, sagt Büchler, dass es bei diesem Vorfall einen Verantwortlichen gebe, der jetzt Red‘ und Antwort stehen müsse. Er habe das selber als Berufsoffizier organisiert, und er müsse nun Antworten liefern. Auch die SiK werde diese Fragen stellen.

Er selber habe davon nichts gewusst, sagt Büchler. «Natürlich gehe ich davon aus, dass ein Generalstabsoffizier die Regeln und die Reglemente kennt und weiss, was er da macht.»

Andere Politiker haben auch schon von der Suspendierung des Offiziers gesprochen. Büchler möchte der Justiz nicht vorgreifen. «Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nichts sagen. Wenn es ernsthaft wäre, müsste man sich darüber aber schon Gedanken machen.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von rené studer, zürich, thailand
    Passt gut zusammen.Vom VBS bis zu den Uniformierten, ein Kindergarten. Samuel Schmid stolperte über eine Dächlikappe, welcher seine Ex-Freundin im Internet bloßstellte. Das ist der Level welcher hohe Offiziere erfüllen müssen um befördert zu werden. VBS ist Direkt Sponsoring für die CH Wirtschaft. Mia. wirft man zum Fenster raus,wo es nötig ist hat man kein Rappen, wird sogar gekürzt. Solche Leute sollen im Ernstfall das Kommando haben und die Bevölkerung schützen, oder gar den Feind bekämpfen?!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Karl- Heinz Frick, Schaan
    Herr Büchlers Aussage "Sachen gemacht, bei denen nicht alle dahinter stehen können" ist Blödsinn. Egal was sie machen,- nie werden alle dahinter stehen. Eigentlich leben wir in einer glücklichen Welt, wenn es tagelang nichts wichtigeres zu berichten gibt, als den Quatsch von der Schiessübung. Das macht höchstens Sinn wenn sich die Rundschau für die Schelte welche BR Maurer Sandro Brotz erteilt hat, rächen will...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von UdoGerschler, Frankenberg
    Lieber miteinander und nicht gegeneinander und ein Gespräch dabei kann nicht Schaden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen