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Raiffeisen-Skandal Unabhängige Ermittler untersuchen Fall Vincenz

Die Bankgruppe beauftragt ein externes Ermittler-Team, um allfällige Unregelmässigkeiten der Ära Vincenz aufzudecken.

Legende: Audio Raiffeisen setzt hochkarätiges Ermittlerteam ein abspielen. Laufzeit 1:55 Minuten.
1:55 min, aus HeuteMorgen vom 11.04.2018.

Raiffeisen will die Ära Pierin Vincenz aufarbeiten. Nicht zuletzt, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Ziel der unabhängigen Untersuchung ist die Beteiligungskäufe von Raiffeisen Schweiz oder ihrer Tochtergesellschaften, die seit 2005 getätigt wurden, auf allfällige Unregelmässigkeiten zu überprüfen.

Ausgenommen von der Untersuchung sind Unternehmen und Transaktionen, die bereits im Rahmen der Strafuntersuchung der Staatsanwaltschaft Zürich direkt untersucht würden. Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft ermittelt bereits gegen den langjährigen Chef der Bankengruppe wegen untreuer Geschäftsbesorgung.

Ex-UBS-Verwaltungsratsmitglied als Chefermittler

Leiten wird die interne Untersuchung der Schweizer Manager und Wirtschaftsprofessor Bruno Gehrig als unabhängiger Chefermittler. Sein Team besteht aus Leuten der Wirtschaftskanzlei Homburger.

Ich werde die Resultate der Untersuchung unabhängig und ohne Rücksicht auf interne Betroffenheit würdigen.
Autor: Bruno GehrigWirtschaftsprofessor

Gehrig war zwischen 2004 und 2014 Verwaltungsratsmitglied der Grossbank UBS, Vorstandsmitglied des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse und Vizepräsident des Pharmakonzerns Roche. Zudem war er früher Mitglied der Bankenkommission und Verwaltungsratspräsident von Swiss Life.

Pierin Vincenz soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und persönlich abkassiert haben. Aduno reichte im letzten Dezember, Raiffeisen im Februar Anzeige gegen Vincenz ein. Zuvor hatte Ende Oktober die Finma ein Verfahren zu Corporate-Governance-Themen gegen Raiffeisen eingeleitet.

Bruno Gehrig
Legende: Der 71-jährige Gehrig profilierte sich in langjährigen Verwaltungsratsmandaten bei verschiedenen Schweizer Firmen. Keystone

Pierin Vincenz und Aduno-Chef Beat Stocker sitzen aktuell immer noch in Untersuchungshaft.

Legende: Video Roger Schawinski im Gespräch mit Lukas Hässig abspielen. Laufzeit 28:00 Minuten.
Aus Schawinski vom 09.04.2018.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Wenn ein paar Hunde am beissen sind, gesellen sich leicht weitere dazu. Und solange jemand verehrt wird, stehen sie Verehrer Schlange. Besser man würde die Auswüchse am Anfang verhindern, auch wenn man der Einzige ist, der bellt.
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  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Jaul, unglaublich wer alles als unabhängiger pensionierter Experte eingesetzt wird. Selber Murks wie bei Post/Postauto. Immerhin wurde der Vinzenz aber schon mal in U-Haft genommen.
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  • Kommentar von Peter Wiesner (Peter P. Wiesner)
    "Die Bankgruppe beauftragt ein externes Ermittler-Team" Heisst dieser Satz, dass die Bezirks- Staatsanwaltschaft in Zürich ihre Tätigkeit eingestellt hat? Wohl kaum. Es wäre gescheiter, wenn gewisse belastende Unterlagen von "Noch"- Mitarbeitern direkt der Staatsanwaltschaft zugestellt würden. Als Raiffeisenmitglied will ich schon wissen, "wer" wieviel Gelder für die Ermittler gesprochen hat. Für mich ist das stupid.
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