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Schweiz Schweizer Spezialisten in der Ukraine

Endlich konnten holländische Forensiker ihre Arbeit in der Ostukraine aufnehmen. Sie sollen die Leichen der Absturzopfer von Flug MH17 identifizieren. Für einen Einsatz stehen seit gestern auch drei Schweizer Spezialisten bereit.

Animierte Satellitenaufnahmen zeigen den Absturzort in der Ostukraine.
Legende: Vor und nach dem Absturz der MH17: Die Trümmer der Unglücksmaschine in der Ostukraine liegen weit verstreut. DigitalGlobe/Google

Ein Kriminaltechniker, ein Rechtsmediziner und ein Offizier des Bundesamts für Polizei (fedpol) sind in die Ukraine gereist. Die drei Spezialisten sollen einen möglichen Hilfseinsatz bei der Identifizierung der Opfer von Flug MH17 vorbereiten.

Der Gesamteinsatzleiter Ausland im zuständigen Experten-Pool, Benedikt Scherer sagt, die Delegation unterstütze sein Team in der Lagebeurteilung. «Sie ebnen uns das Terrain für einen allfälligen Einsatz.»

Kiew hat noch nicht zugesagt

Die Schweiz hatte der Ukraine schon Ende letzter Woche Hilfe angeboten, noch immer aber fehle eine Zusage Kiews, das Angebot anzunehmen. Immerhin gebe es Signale, die eher positiv seien, so Scherer. Er gehe davon aus, dass das Angebot aus der Schweiz angenommen werde.

Die Schweiz könnte bis zu zwölf Experten entsenden: Rechtsmediziner, Kriminaltechniker und speziell ausgebildete Zahnärzte. Sie könnten mithelfen, die Opfer zu identifizieren. Man sei in Kontakt mit anderen ausländischen Delegationen, darunter auch mit den Niederländern, die seit heute in der Ostukraine im Einsatz stehen. Die Schweizer könnten schon ab Mitte Woche zum Einsatz kommen, so Scherer weiter.

Doch die Situation im Absturzgebiet bleibt unübersichtlich und damit ist alles als klar, ob das Schweizer Expertenteam in absehbarer Zeit in die Ostukraine reist.

Moskau provoziert Kiew

Russland behauptet, es besitze Daten, wonach ein ukrainisches Kampfflugzeug im Umkreis von fünf Kilometern von der MH17 entfernt flog. Die Ukraine müsse Auskunft über das Kampfflugzeug geben, das sich vor dem Absturz der Boeing genähert haben soll.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Auf diese Weise wird die Schweiz nun ganz hintendurch in diesen Krieg verwickelt. Die Gutmenschen und Militärgegner sollen sich dann bitte in die ersten Reihen stellen, wenn es um Freiwillige geht. Oder vielleicht sind diese ja so dreist, dass sie meinen, die Verteidigung werde dann von der EU oder den USA für uns gemacht. Vielleicht braucht die Schweiz auch einmal einen Krieg, damit wir alle wieder auf den Boden der Realität geholt werden.
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    1. Antwort von Franz Fröschlin, Mönchaltdorf
      Vielleicht brauchen sie ärztliche Hilfe.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Verstehe Kiew nicht! Wenn die Regierung ja nichts zu verbergen hat, wäre es doch in ihrem Interesse, dieses Unglück möglichst rasch aufzuklären, oder? Warum warten sie so lange, bis sie unseren Experten "grünes Licht" geben? Sollte hier jetzt nicht das Leid der Angehörigen, die ihre Verstorbenen möglichst rasch nach Hause holen wollen im Vordergrund stehen & jede angebotene Hilfe sofort dankend angenommen werden?
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Die Schweiz prescht wieder einmal vor, obwohl sie noch keine Zusage erhalten hat. Getreu der Devise. "Midim Grind Dur d'Wand". Naja, das EDA hat ja e - wie übrigens auch das EJPD - Geld in Hülle und Fülle.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @M. Zelger: Wie zynisch Ihr Kommentar doch ist! Es ist doch positiv, wenn eine neutrale Untersuchung statt finden kann. Und da wir ein neutrales Land sind, ist es nahe liegend, dass wir best ausgebildete Experten zur Unterstützung dahin schicken. Und unsere Experten zählen nun einmal zu den besten & haben weltweit einen guten Ruf. Hier jetzt über Geld zu diskutieren finde ich persönlich ziemlich geschmacklos.
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    2. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      Ja schon, E. Waeden, aber dann soll der BR nur nicht wieder jammern, wenn das Geld für die eigenen Bedürfnisse nicht reicht. Mein Kommentar hat mit Zynismus nichts zu tun, dafür aber mit Realitätsdenken.
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