SNB-Chef Jordan klagt über «grosse Unsicherheit»

Experten hatten es bereits vermutet – nun ist es amtlich: Die SNB musste am Devisenmarkt intervenieren, um einen weiteren Höhenflug des Franken im Vergleich zum Euro zu verhindern.

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SNB-Chef: Wir haben klare Strategie

1:06 min, vom 29.6.2015

Die Woche der Wahrheit in der Griechenland-Frage ist angebrochen. Trotz aller Aufregung, für SNB-Chef Thomas Jordan kein Grund in Aktionismus zu verfallen. «Die Situation, wie wir sie jetzt haben, ist eine Überraschung. Aber wir haben natürlich immer wieder verschiedene Szenarien analysiert – unter anderem auch ein solches, bei dem es zu keiner Lösung kommt.»

Aus Jordans Sicht ist der Franken massiv überbewertet. Die jüngste Entscheidung der griechischen Regierung, ein Referendum über die Sparpläne abzuhalten, habe für weiteren Druck gesorgt. «Jetzt war (deshalb) der Zeitpunkt, wo wir stabilisierend am Markt eingegriffen haben, um einer weiteren Entwicklung in dieser Richtung entgegenzuwirken.»


«Es ist eine sehr schwer einzuschätzende Situation»

2:41 min, aus SRF 4 News aktuell vom 29.06.2015

Was die weiteren Schritte in Athen angeht und wie die Szenarien der SNB daraufhin aussehen könnten – da lässt sich Jordan nur ungern in die Karten schauen.

Doch der SNB-Chef muss zugeben: «Es ist eine grosse Unsicherheit vorhanden.» Die Banken in Griechenland hätten nun vermutlich für die gesamte Woche geschlossen. Dann komme das Referendum. Was genau danach passiere, sei bis jetzt offen. Aber «wir als Nationalbank beobachten die nächsten jetzt folgenden Schritte ganz genau».

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Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Auswirkungen auf den Schweizer Franken

    Aus Tagesschau vom 29.6.2015

    Auch die Schweiz spürt die Griechenland-Krise, bzw. der Schweizer Franken. Erneut musste die Schweizerische Nationalbank Massnahmen ergreifen, um den Franken zu schwächen. Einschätzungen von SRF-Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind.