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Umwelt-Zeugnis von der OECD Im Artenschutz hinkt die Schweiz hinterher

Heute veröffentlicht die OECD ihren dritten Umweltprüfbericht für die Schweiz. Er zeigt auf, was man punkto Umweltschutz besser machen könnte.

Legende: Video Schweiz produziert zuviel Abfall abspielen. Laufzeit 1:52 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 27.11.2017.

Fast die Hälfte der Lebensräume und rund ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz sind bedroht. Das stellte der Bund in einer Studie fest. Betroffen sind demnach Säugetiere, Fische, Insekten oder Brutvögel wie etwa der Steinkauz.

Deshalb liess der Bundesrat bereits 2012 eine Strategie zur Biodiversität erarbeiten. Vergangenen September stellte Bundesrätin Doris Leuthard den dazugehörenden Aktionsplan mit konkreten Massnahmen vor.

Geld reicht nicht, um Massnahmen umzusetzen

Dieser sieht zum Beispiel vor, neue und grössere Waldreservate zu schaffen, Biotope zu sanieren und bestehende Naturschutzgebiete besser zu unterhalten. Ziel ist es, mehr Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu schaffen. Dazu gibt es 80 Millionen Franken jährlich bis 2023.

Dies sei ein wichtiger Schritt, sagt Daniela Pauli vom Forum Biodiversität Schweiz. «Aber er reicht nicht, um die Biodiversität langfristig zu erhalten.» Das Problem: Die 80 Millionen Franken pro Jahr reichen in keiner Weise, um alle ursprünglich geplanten Massnahmen umzusetzen.

Strategie zur Erhaltung der Biodiversität fehlt gemäss OECD

2007 stellte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD der Schweiz letztmals ein Umweltzeugnis aus. Damals kam die Organisation zum Schluss, die Schweiz sei eine Musterschülerin. Sie habe eine der besten Umweltbilanzen aller 34 OECD-Mitgliedsländer.

Besonders lobte die Organisation den Kampf gegen die Umweltverschmutzung und die hohe Trinkwasserqualität in der Schweiz. Doch es gab auch schlechte Noten. So stellte die OECD fest, dass die Schweiz zu wenig Sorge zu ihrer Artenvielfalt trage.

Im OECD-Umweltbericht von 2007 hiess es, es fehle insbesondere eine Strategie, wie die Biodiversität langfristig erhalten werden soll. Mit Spannung wird nun erwartet, wie die OECD die seit 2007 ergriffenen Massnahmen und Pläne der Schweiz beurteilen wird.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    tragisch, interessiert aber die Wirtschaftswachstumswahnsinnigen nicht im Geringsten, denn es ist ja viel einfacher mittels Emissionshandel das Weltklima zu retten.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Artenvielfalt? Überbewertet! Wachstum ist wichtiger! Wirtschaftswahnsinn kommt bei uns an erster Stelle! Um jeden Preis! Willkommen im Betonglyphosatland!
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    ob tiere, ob pflanzen das capitalozän ist mit eifer dran das gleichgewicht für uns erdlinge, dermassen zu stören, dass uns bald die luft ausgehen wird. denn jede/jeder, die im tiefsten inneren weiss, dass alles, aber alles miteinander verbunden ist und immer mehr elemente dieses wundersamen geflechts wegbrechen, dass dies bedeutet, die luft wird dünn...zieht euch warm an, es wird anspruchsvoll für die gattung mensch und nicht alle werden es sich leisten können, sich in neuseeland einzubunkern.
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