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Schweiz «Wir müssen die Kapazitäten massiv ausbauen»

Für den Direktor des Bundesamtes für Verkehr, Peter Füglistaler, ist klar: Die Schweizer Bevölkerung wird weiter wachsen, und auch der Verkehr auf Strasse und Schiene wird nachhaltig zunehmen.

Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr.
Legende: Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr. Keystone

SRF News: Kann der öffentliche Verkehr diese Zunahme verkraften?

Peter Füglistaler: Wir sind daran, massiv auszubauen. Wir haben das ZEB-Programm, Link öffnet in einem neuen Fenster (Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur) und den Ausbauschritt 2025, Link öffnet in einem neuen Fenster, die das Parlament beschlossen hat. Das reicht aber nicht, wir müssen weiter ausbauen. Dazu bereiten wir eine Vorlage an das Parlament vor.

Auch auf der Strasse wird es trotz Ausbauten und Engpassbeseitigungen eng. Steigen die Autofahrer zunehmend auch auf den Zug um, weil sie schlichtweg zu lange im Stau stecken?

Es zeigt, dass der Ausbau auf der Strasse schwieriger als auf der Bahn ist. Es ist immer noch der deutlich grössere Verkehrsträger, er muss also mengenmässig sehr viel mehr bewältigen. Deswegen ist klar, dass ein Teil der Nachfrage auf den öffentlichen Verkehr übergeht. Das erklärt tatsächlich die sehr hohen Wachstumsraten im ÖV.

Im Güterverkehr gehen Sie davon aus, dass der Verkehr ein bisschen zulegen wird. Obwohl in 25 Jahren viel weniger Benzin und Heizöl transportiert werden wird.

Auch hier wurden die Prognosen überprüft. Der Schienengüterverkehr zeigt sich stabilisiert, preislich wurde ein Boden gefunden, was zu Wachstum führt. Einen Beitrag leistet auch der NEAT-Effekt, der sich in diesen Zahlen wiederfindet.

Wenn man die Szenarien von vor 10 Jahren anschaut, sieht man, dass die Prognosen doch um einiges danebengelegen sind. Das Bevölkerungswachstum wurde unterschätzt. Wie verlässlich sind solche Szenarien?

Das ist die grosse Frage. Vor Jahren ist man davon ausgegangen, dass sich das Bevölkerungswachstum abschwächt. In den letzten Jahren hatten wir aber mit der offenen Schweiz ein nachhaltiges Wachstum. Wir gehen davon aus, dass das weitergeht. Dabei stützen wir uns auf die offiziellen Bevölkerungsstatistiken des Bundesamtes für Statistik, das auch in Szenarien rechnet. Unabhängig davon sehen wir, dass es ein nachhaltiges Wachstum im Verkehr gibt.

Nun wäre es möglich, dass der automatisierte Verkehr kommt und die Autos viel selbstständiger unterwegs sind und dichter aufeinander folgen können. Ist dieses Szenario miteingerechnet worden?

Gewisse Tendenzen sind eingerechnet. Man geht nicht von grundsätzlichen Änderungen aus. Die Auslastung auf der Strasse könnte durchaus etwas ansteigen. Wir müssen aber dem ganz grossen Wachstum immer noch mit Kapazitätsausbau begegnen.

Das Gespräch führte Christian von Burg.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Was heisst denn da, dass der Verkehr um 25% wachsen wird? Ich bin überzeugt, dass das Schweizer Volk bald genug hat vom ganzen Wachstum durch Flüchtlinge und Einwanderern und tippe eher auf einen Bevölkerungsrückgang und damit auch einen Rückgang des Verkehrs. Hoffen können wir Schweizer nur, dass dieser Rückgang sich bei 25% halten wird.
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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Hr. Füglistaller warum gehen sie nicht nach Tokio oder Peking wenn ihnen unser Land nicht genug verbaut ist? Neuseeland ist mehr als 6 x grösser als die Schweiz, hat aber nur halb soviele Einwohner wie die Schweiz, soviel hatten wir etwa vor 60 Jahren. Unser Schulweg führte noch durch Obstwiesen,heute ist dort alles zubetoniert bis an den Wald rand. Hört endlich auf alles bis vor die Berge mit Schienen Strassen und Häuser zu bebauen.
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  • Kommentar von Silvia Wimmer (silvia wimmer)
    Einzige Chance der CH, wenn Sie als Ort mit einzigartiger Lebensqualität weiterexistieren will: Qualitatives anstelle von quantitativem Wachstum. Voraussetzung dazu: ein hervorragendes Bildungssystem, das unsere Kinder zu begeistern vermag.
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